Ölpreis-Entwicklung bekommt neue Perspektive

Vielleicht haben Sie es schon in den Medien gelesen oder gehört:

Russland und Mexiko einigten sich am Wochenende auf Kürzungen ihrer Ölförderung von 558.000 Fass (=158 l) pro Tag.

Bei der OPEC-Einigung auf eine Verringerung der Fördermengen am 30. November mochten beide Staaten noch nicht mitziehen.

Kurz darauf informierte der saudische Ölminister, sein Land werde über die beschlossenen Kürzungen hinaus seine Förderung noch weiter „substanziell“ drosseln.

Die Schlussfolgerung für die Marktteilnehmer ist simpel: Eine Verringerung des Angebots bei (mindestens) gleichbleibender Nachfrage sollte zu steigenden Notierungen des Ölpreises führen.

Die aktuelle Charttechnik beim Ölpreis

Doch sehen Sie selbst, wie sich die Lage am Ölmarkt derzeit aus charttechnischer Sicht darstellt:

brent-crude-oil-future_12-12-2016

Ölpreis: Bedeutsame charttechnische Veränderung

Seinen seit Juni 2014 bestehenden Abwärtstrend hatte der Brent Crude Oil-Future im April dieses Jahres nach oben verlassen.

Allerdings ging es anschließend nicht, wie viele Marktteilnehmer erhofft hatten, umgehend weiter bergauf.

Der Ölpreis schwenkte in eine Seitwärts-Bewegung ein, die bis heute Bestand hatte. Das Anhalten dieses Pendelns hatte ich Ihnen bereits in meinem Chartanalyse-Trends-Beitrag vom 29. September prognostiziert:

„Goldman Sachs-Analysten räumten in einer ersten Analyse dem Ölpreis ein Steigerungs-Potenzial von 7 – 10 USD ein. Wenn wir diesen Wert auf den Ölpreis von 46 USD am Dienstagabend aufschlagen, enden wir bei 53 USD – 56 USD je Barrel.

Das passt! Denn im Chart sehen Sie, dass bei genau 55 USD ein langfristiger Widerstand liegt. Ich sehe daher auch weiterhin wenig Aufwärts-Spielraum für den Ölpreis.

Wahrscheinlich dürfte ein anhaltendes Pendeln zwischen dem genannten Widerstand und der Unterstützung um 42 USD sein. Denkbar ist auch eine Seitwärts-Bewegung zwischen einer weiteren Unterstützung bei 46 USD und 55 USD.“

Bedeutsame charttechnische Veränderung

Sie sehen es selbst: Der Ölpreis entschied sich letztlich für ein Pendeln in der Mitte meiner Einschätzung mit Tiefs um 45 und 44 USD und Hochs von knapp 54 USD.

Seit dem 30. November zeichnete sich nun jedoch schon eine mögliche Veränderung der Handelsspanne ab:

Mit dem heutigen Ausbruch über den Widerstand von 55 USD je Fass (pinkfarbene Horizontale; blauer Kreis) wurden nun aus charttechnischer Sicht wichtige Fakten geschaffen:

Mit dem neuen Top seit dem Tief im Januar muss der Aufwärtstrend neu justiert werden: Dazu werden das Januar-Tief und das letzte, dem heutigen Hoch vorausgehende Tief miteinander verbunden.

Ein neu ausgebildeter Aufwärts-Trend bedeutet selbstverständlich auch weiter aufstrebende Notierungen beim Ölpreis. Ein erstes Kursziel signalisiert die Charttechnik mit dem Niveau um 63 USD / Barrel.

Diese Marke bot dem Ölpreis im Februar 2015 zunächst Widerstand und mutierte wenige Monate später zur Unterstützung. Ein erster Halt an diesem Niveau ist daher zu erwarten.

Fazit & Empfehlung

Mit dem heutigen Ausbruch über die Marke von 55 USD ergibt sich aus charttechnischer Sicht eine Neueinschätzung des Ölpreises.

Der durch eine 6-monatige Seitwärts-Bewegung unterbrochene Aufwärts-Trend seit Januar wird nun wieder aufgenommen – die Trendlinie neu justiert.

Ein erstes Kursziel ist das Niveau um 63 USD. Langfristig dürfte der Ölpreis indes noch weiter klettern. Doch das daraus resultierende Kursziel ist ein Thema für eine spätere Analyse.

12. Dezember 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.

Regelmäßig Informationen über Marktanalysen erhalten — kostenlos!
Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig die neusten Informationen von Andreas Sommer. Über 344.000 Leser können nicht irren.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt