Erdöl: Deshalb steigt der Ölpreis plötzlich wieder

Der Ölpreis ist nach Monaten der Volatilität zuletzt wieder in die Höhe geschossen:

1 Barrel der Sorte Brent kostete in dieser Woche mit über 59 US-Dollar so viel wie seit mehr als 2 Jahren nicht mehr.

Zwar ging es danach schon wieder leicht abwärts; am Freitag lag der Preis schon wieder unter 58 Dollar.

Doch die instabile Lage im Mittleren Osten bleibt nicht ohne Auswirkungen…

Nordirak-Referendum lässt Ölpreis in die Höhe schnellen

Hintergrund des jüngsten sprunghaften Anstiegs war das Unabhängigkeits-Referendum der Kurden im Nordirak.

Das fand in der dortigen Bevölkerung zwar eine breite Zustimmung, ist den Machthabern in der Region allerdings ein Dorn im Auge.

V. a. der türkische Präsident Erdogan ist gegen einen unabhängigen Kurdenstaat – und drohte bereits im Vorfeld des Referendums damit, in einem solchen Falle den Ölhahn zuzudrehen.

Der Nordirak ist wirtschaftlich stark abhängig von Öl-Exporten. Ein Großteil davon fließt durch Pipelines auf türkischem Staatsgebiet.

Auch Europa stillt seinen Öldurst anteilig aus dieser Quelle, wenngleich die hiesige Abhängigkeit von der Export-Route vergleichsweise gering ist.

Erdogan droht – Ölpreis steigt

Allein die Drohung Erdogans, die Ölversorgung zu verknappen, sorgte jedoch bereits für eine solche Nervosität an den Märkten, dass der Ölpreis schlagartig anzog.

Ein weiterer Faktor, der einen steigenden Ölpreis zurzeit begünstigt, ist der schwache US-Dollar:

Der Rohstoff Öl wird auf den Weltmärkten in der US-Währung gehandelt. Solange der Dollar schwächelt, bleibt das Öl für andere Währungen relativ günstig, was die Nachfrage stabil hält.

Insgesamt hat sich die Nachfragesituation verbessert, sodass auch die zwischenzeitlich extrem vollen US-Lager inzwischen wieder angezapft werden und sich die Lage ein wenig ausbalanciert.

Ist es also schon wieder vorbei mit dem billigen Öl? – Nicht unbedingt!

Denn einerseits zeigt der Blick auf den Jahresverlauf, dass kaum von einer länger anhaltenden Phase die Rede sein kann.

Stattdessen zeigt sich der Ölpreis extrem volatil und war erst im Juni noch unter die Marke von 45 Dollar je Barrel der Sorte Brent zurückgefallen.

Schon kleinere Meldungen können den extrem schwankungsanfälligen Ölpreis in die eine oder andere Richtung katapultieren, ohne dass dies nachhaltig sein müsste.

OPEC-Kompromiss – so instabil wie der Ölpreis selbst

Außerdem darf man nicht vergessen, dass sich die OPEC-Staaten und Russland seit Anfang des Jahres an selbst auferlegte Fördergrenzen halten.

Der kompliziert errungene Kompromiss gilt noch bis zum kommenden Frühjahr, sollten alle Beteiligten so lange durchhalten.

Was passiert, wenn die Absprache ausläuft oder gar vorzeitig aufgekündigt wird? – Der Ölpreis dürfte wohl wieder abstürzen…

Ein Interesse daran haben die OPEC-Staaten nicht. Dennoch gilt es als äußerst fraglich, wie lange sie ihre Zusammenarbeit in Sachen Drosselung der Förderkapazitäten durchziehen.

Die Stimmung innerhalb der OPEC ist bekanntlich ähnlich schwankungsanfällig wie der Ölpreis selbst.


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2. Oktober 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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