Ölpreis fällt weiter drastisch

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Auch in dieser Woche geht es beim Ölpreis weiter deutlich nach unten – eine Trendwende ist nicht in Sicht. (Foto: John Williams RUS / Shutterstock.com)

Auch in dieser Woche bleibt der Ölmarkt weiterhin im Fokus der Rohstoffinvestoren. Die negativen Nachrichten reißen nicht ab. So ist der Preis der Nordseesorte Brent zu Wochenbeginn auf knapp 23 USD pro Barrel gefallen. Das markiert den tiefsten Stand seit November 2002. Die US-Sorte WTI hat kurzzeitig sogar die Marke von 20 USD nicht mehr halten können.

Ganz entscheidend für den Ölmarkt sind weiterhin zwei Entwicklungen. Zum einen ist die Nachfrageseite extrem schwach. Fast täglich erscheinen neue Meldungen darüber, wie wenig Öl derzeit noch verbraucht wird. Auf der anderen Seite gibt es immer noch den schwelenden Konflikt um die Ausweitung des Angebots.

Hier hat es zuletzt noch keine Annäherung zwischen Saudi-Arabien und Russland gegeben. Und tatsächlich könnte sich das Bild in dieser Woche noch einmal verändern. Ab April gelten die bislang noch aktiven Regelungen zur Beeinflussung des Ölangebots nicht mehr. Somit könnte Saudi-Arabien dann schon bald das eigene Angebot weiter erhöhen. Auch Russland hatte zuletzt ja angekündigt, die eigene Produktion zu vergrößern. Ob das wirklich umgesetzt wird, muss sich erst noch zeigen. Immerhin steht der Preis schon massiv unter Druck und viele Produzenten verdienen auf dem aktuellen Niveau kaum noch Geld oder müssen sogar schon etwas draufzahlen.

Stellen Sie sich vor: Der Preis der speziellen Sorte Western Canada Select (WCS) ist am vergangenen Freitag schon auf fünf Dollar pro Barrel gefallen. Das berichten Experten der Commerzbank in einer aktuellen Ölmarkteinschätzung. „Damit sind die Transportkosten höher als der Ölpreis vor Ort. Mancherorts müssen Produzenten Abnehmern bereits Geld bezahlen, weil es keine freien Lagerkapazitäten mehr gibt und sie ihre Anlagen nicht stilllegen wollen“, erklären die Rohstoffexperten der Commerzbank weiter.

Vor allem Ölproduzenten in Nordamerika stark betroffen

Besonders die nordamerikanischen Produzenten sind stark vom Preiskampf betroffen. Hier liegen die durchschnittlichen Produktionskosten beim Öl deutlich höher als beispielsweise im Bereich persischer Golf.

Und so fällt derzeit die Zahl der aktiven Ölbohrungen in den USA weiter. In der vergangenen Woche ging es noch einmal um 40 Bohrungen auf jetzt rund 620 zurück. Noch drastischer sieht es derzeit schon in Kanada aus. Zuletzt waren dort nur noch 18 Bohrungen aktiv anstatt 172, die noch im Februar gemeldet worden waren.

Hier sehen Sie ganz deutlich: Der Ölmarkt hat noch eine schwere Phase vor sich. Das wird wohl auch noch weiter auf den Kursen der großen Ölproduzenten lasten.

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Heiko Böhmer
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