Ölpreis: Fünf Gründe warum die Preise langfristig steigen

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Dass der Ölpreis aktuell wieder auf einem sehr hohen Niveau notiert, hat verschiedene Gründe. Ein Grund ist die Schwäche des US Dollars. (Foto: Avigator Thailand / shutterstock.com)

Warum der Ölpreis so stark gestiegen ist und warum er möglicherweise in den kommenden Wochen noch weiter steigen wird, darum soll es uns in der heutigen und morgigen Ausgabe gehen.

Fünf Gründe für einen langfristig hohen Ölpreis

Es war wie in jedem Jahr. Pünktlich zum Beginn der Osterzeit, die in Europa und den USA auch immer den Beginn der Reisezeit darstellt, stieg der Ölpreis.

Zu tanken, das ist gegenwärtig wahrlich keine Freude und es spricht viel dafür, dass auch es auch in Zukunft keine große Freude sein wird, weil der Ölpreis und damit auch die Benzinpreise an den Tankstellen hoch bleiben werden.

Dass der Ölpreis aktuell wieder auf einem sehr hohen Niveau notiert, hat verschiedene Gründe. Ein Grund ist mit Sicherheit die Schwäche des US Dollars. Ein schwacher US Dollar ging in der Vergangenheit schon immer mit höheren Ölpreisen einher.

An diesem Zusammenhang hat sich auch jetzt nicht viel geändert. Ja wir müssen sogar sagen, der Anstieg des Ölpreises fällt im Vergleich zu den Preisanstiegen bei den Edelmetallen Gold und Silber unterdurchschnittlich aus.

Euro, Gold und Öl als Antipole zum US Dollar

In der Regel profitieren alle drei Preise von einer Schwäche der US Valuta. Gold und Silber bilden ebenso wie der Euro einen natürlichen Antipol zum US Dollar.

Auch die Rohstoffe, insbesondere das Erdöl werden von den Investoren weltweit immer mehr als eine probate Absicherung gegen neuerliche Schwächeanfälle der US Währung gesehen.

In 75% aller Fälle stiegen Gold, Silber und das Öl in den vergangenen zehn Jahren synchron an.

Beim Öl spielt zusätzlich eine große Rolle, dass rund zwei Drittel des US Handelsdefizits von den Ölimporten hervorgerufen wird. Wer Güter in die USA exportiert, der wird versuchen die negativen Konsequenzen eines schwächeren US Dollars durch höhere Preise auszugleichen. Das gilt für die Erdölexporteure ebenso wie für andere Rohstoffe und Industriegüter.

Vor diesem Hintergrund kann der aktuelle Anstieg des Ölpreises also nicht verwundern. Zum Glück ist der Ölpreis bislang noch nicht in jene Preisregionen vorgestoßen, in denen er für die Weltkonjunktur zu einer übergroßen Gefahr wird.

Das war 2007/2008 gegeben, als Preisspitzen von 150 US Dollar je Barrel erreicht wurden und eine weltweite Rezession folgte auf dem Fuße.

Saisonale Preismuster sprechen für höhere Ölpreise im Sommer

Mit der Schwäche des US Dollars, dem zeitgleichen Anstieg der Edelmetalle und dem Beginn der Ferien- und Reisezeit sind damit bereits drei wichtige Gründe für den aktuellen Anstieg beim Öl benannt. Das Moment der beginnenden Reisezeit, beginnt aber gerade erste seine Wirkung zu entfalten. Hier ist das Ende des Einflusses noch lange nicht erreicht.

Über die Jahre hinweg können sehr stabile saisonale Verlaufsmuster beobachtet werden. In der Regel erreicht der Ölpreis im Februar ein relatives Tief. Der Winter und damit die Heizperiode auf der Nordhalbkugel geht zu Ende und die Hauptreisezeit hat noch nicht begonnen. Von diesem Tief aus stiegen die Notierungen in den weitaus meisten Jahren bis zum Ende des Sommers an.

Obwohl sich die saisonalen Verläufe über die Jahre hinweg auch beim Erdöl als besonders stabil dargestellt haben, gibt es natürlich immer wieder Ausnahmen und Abweichungen von der Regel die durch besondere zumeist politische Ereignisse hervorgerufen werden.

Solche Ereignisse sind oftmals eher kurzfristiger Natur und selbstverständlich schwer prognostizierbar.

Welcher Anleger kann schon von sich behaupten das Gras wachsen zu hören und zuvor zu wissen wann und wo irgendwelche Terroristen wieder eine Pipeline sprengen werden oder Staaten gegeneinander in den Krieg ziehen werden.

Was man als vorausschauender Investor jedoch auf jeden Fall sehen kann und aktuell auch unbedingt sehen muss ist das Faktum, dass sich die geopolitische Lage für das Öl dramatisch verändert.

Mit diesen Aspekten und der Nachfrage-Angebots-Situation werden wir uns daher morgen beschäftigen.

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David Gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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