Ölpreis: Haben Sie diese Gewinnchance genutzt?

Der Ölpreis war in den letzten Tagen wieder ein größeres Thema in den Börsenmedien:

Berichten zufolge sind Russland und Saudi-Arabien an einer fortgesetzten Drosselung der Förderquoten interessiert.

Wir erinnern uns:

Mitte Dezember 2016 schlossen sich nach zähem Ringen auch Mexiko und Russland der OPEC-Vereinbarung (Organisation Erdöl exportierender Länder) vom November bzgl. einer Senkung der Förderquoten an.

Nun soll also diese Übereinkunft bei einem OPEC-Gipfel am 25. Mai bis zum Jahresende verlängert werden. Saudi-Arabien hält sogar eine Einigung für möglich, die bis ins Jahr 2018 reichen könnte.

OPEC-Einigung langte nur für eine zeitweilige Stabilisierung

Den erhofften Schub für den Ölpreis gab es mit der Einigung zum Jahresende 2016 nicht.

Immerhin stabilisierte sich der Wert des „schwarzen Goldes“ auf dem seinerzeit erreichten Niveau:

Nach dem Absturz von 115 USD im Sommer 2014 auf 27 USD im Februar 2016 war die Beruhigung des Ölpreises im Bereich um 55 USD das Mindestziel der OPEC.

Dass das Öl-Kartell zurzeit wieder großes Interesse an einer fortgesetzten Drosselung der Ölförderquoten hat, zeigt der Blick auf die Ölpreis-Entwicklung der vergangenen Wochen:

brent crude oil-future_09-05-2017

Brent Crude Oil-Future: Abwärts-Bewegung mit Ansage

Abwärts-Bewegung mit Ansage

Der Kursverlauf zeigt nämlich eine fast idealtypische Charttechnik:

Der Aufwärtstrend seit Januar 2016 wurde im März dieses Jahres nach unten verlassen.

Es folgte der zu erwartende Pull-Back (Rücksetzer) an die durchbrochene Aufwärtstrend-Linie, der den Ölpreis sogar für wenige noch einmal in den Aufwärtstrend zurückkehre ließ.

Dann jedoch setzten sich die Abwärtskräfte vehement durch: Die Abwärts-Kurslücke (blauer Ring) signalisierte bereits eine anstehende, größere Abwärts-Bewegung.

Diese ließ den Brent Crude Oil-Future bis auf 46,64 USD je Barrel (= Fass 159 l) fallen.

Eine solche Entwicklung hatte ich Ihnen in meinem Beitrag Ölpreis: Hier winkt eine attraktive Gewinnchance vom 3. April (vertikaler schwarzer Balken im Chart) angekündigt:

 „Wohin die Reise gehen kann, können Sie auch dem Chart entnehmen. Die Niveaus um 45,50 USD sowie 42,00 USD je Barrel bieten eine solide Unterstützung an.

Somit erhalten Sie auf dem aktuellen Niveau eine Short-Chance von 8,00 bis 11,50 USD oder ein Gewinn-Potenzial von +15,1% bis +21,7%.“

Das von mir angegebene 1. Kursziel wurde mithin um 1,14 USD verpasst. Doch das kann noch werden: Denn das 50-Tage-Momentum signalisiert Ihnen eine weitere Verschlechterung der technischen Lage.

Die im Indikator eingezeichnete pinkfarbene Unterstützung wurde in der vergangenen Handelswoche nach unten durchstoßen – der bestehende Abwärtstrend im Momentum somit bestätigt.

Fazit

Seit dem Ausstieg aus dem 13 Monate gültigen Aufwärtstrend im März dieses Jahres entwickelte sich der weitere Kursverlauf des Brent Crude Oil-Future fast wie im „charttechnischen Lehrbuch“:

Es folgten ein Pull-Back (Rücksetzer) an den ehemaligen Aufwärtstrend und der anschließender Kursrutsch.

Lediglich die Übertreibung mit dem kurzzeitigen Wiedereintritt in den Aufwärtstrend war nicht idealtypisch – allerdings konnte auch das nicht die folgende Abwärts-Bewegung verhindern.

Auch wenn sich der Ölpreis von dem am Freitag erreichten Zwischentief inzwischen deutlich erholen konnte: Das Abwärts-Risiko ist damit noch nicht vom Tisch:

Das neue Tief im 50-Tage-Momentum bestätigt den Abwärtstrend des Brent Crude Oil-Futures.

Die von mir Anfang April genannten Kursziele von 45,50 USD oder gar 42,00 USD je Barrel bleiben daher vorerst bestehen.

9. Mai 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.

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