Ölpreis: Hier winkt eine attraktive Gewinnchance

Der Ölpreis hat sich in den letzten 14 Tagen von seinem Tief bei 49,71 USD auf bis zu 53,77 USD erholt. Damit ergibt sich aktuell eine prima Gewinnchance für Sie.

Falls Sie sich jetzt fragen, warum ich Ihnen einen Kauf empfehle, nachdem der Ölpreis gerade eine kleine Rallye von +8,2% hingelegt hat? – Das tue ich nicht!

Derzeit sehe ich vielmehr eine gute Gewinnchance, weil der Ölpreis wieder fallen wird.

Falls Sie sich nun scheuen, auf fallende Kurse zu setzen (also „short“ zu gehen oder einen „Put“ zu kaufen), dann kann ich das gut nachvollziehen.

Büßt ein anderer für Ihren Short-Gewinn?

Wir Menschen – Profi-Trader nehme ich hier einmal ausdrücklich heraus – neigen nämlich dazu lieber auf steigende Notierungen zu setzen.

Eine Bekannte von mir brachte es vor vielen Jahren einmal bei einer Diskussion über ein Short-Investment auf den Punkt:

Sie mochte nicht auf sinkende Kurse setzen, weil es ihr „ein Gräuel sei, vom Leid anderer Anleger zu profitieren“.

Sie ging in ihrer Vorstellung davon aus, dass fallende Notierungen automatisch mit Verlusten für Marktteilnehmer einhergingen.

Das ist natürlich so nicht richtig! Der nachfolgende Chart macht Ihnen klar, warum diese Vorstellung „naiv“ ist:

basf_03-04-2017

BASF: Sie wissen nicht, mit wem Sie handeln.

Des einen Leid, des anderen Freud?

Nehmen wir einmal an, Sie würden sich entschließen die BASF-Aktie an dem mit dem gelben Kreis markierten Punkt zu verkaufen.

Sie möchten die Anteile dann später zu niedrigeren Kursen (beispielsweise am blauen Kreis) wieder zurück kaufen und so einen Gewinn erzielen.

Richtig ist natürlich:

Der Käufer Ihrer Aktien ist eingestiegen, weil er sich einen Ausbruch aus dem Abwärtstrend erhofft hatte. Und er wird für einige Monate keinen Gewinn realisieren können.

Allerdings: Dieser Käufer muss nicht zwangsläufig Ihnen wieder seine Aktien (mit Verlust) verkaufen, wenn Sie ihren Gewinn am blauen Kreis sicherstellen möchten.

Er könnte schließlich seine Position auch weiter halten und sie viel später an den grün markierten Niveaus mit Gewinn verkaufen!

Auch der Anleger, von dem Sie die Aktien am blauen Kreis zurückkaufen, muss dies nicht zwangsläufig mit einem Verlust tun:

Er könnte auch auf dem orangefarben gekennzeichneten Niveau gekauft haben und realisiert ebenso einen Gewinn wie Sie auch.

Wie absurd die Ansicht ist, „man würde vom Leid anderer profitieren“, erkennen Sie auch so:

wenn Sie mein Beispiel einfach umdrehen und statt zu verkaufen, am gelb markierten Punkt selbst zum Käufer würden:

Sie könnten auch beim Kauf von jemandem die Aktien erwerben, der damit gerade einen Verlust erleidet oder einen Gewinn einstreicht.

Denn Sie wissen nicht, mit wem Sie handeln…

Die Quintessenz dieses Beispiels ist: Sie wissen nicht, wer Ihr Gegenpart beim Aktienhandel ist.

Und es ist auch völlig gleichgültig, weil ihr Gegenpart sowohl bei Ihrem Ein- als auch bei Ihrem Ausstieg aus Aktien einen Gewinn oder auch einen Verlust gemacht haben könnte.

Sie sollten also keine Scheu haben auch von fallenden Notierungen zu profitieren! Und der Ölpreis bietet Ihnen dazu gerade eine prima Gelegenheit:

ölpreis brent crude oil_03-04-2017

Brent Crude Oil-Future: An massivem Widerstand angekommen.

Dreh nach unten wahrscheinlich

Der Ölpreis, hier der Brent Crude Oil-Future, hat seinen Aufwärtstrend Mitte März nach unten verlassen.

Um diesen Trend-Bruch zu „heilen“, wäre ein neues Hoch vonnöten, also ein Kurs über dem Top vom 3. Januar bei 58,37 USD je Barrel (= Fass ≙ 158 l).

Eine solche Entwicklung ist indes wenig wahrscheinlich:

Die jüngste Aufwärts-Bewegung erweist sich beim Blick auf den Chart nämlich als Pull-Back (Rücksetzer) an die zuvor durchbrochene Aufwärtstrend-Linie (blauer Pfeil).

Ein solcher Rücksetzer ist in der Charttechnik üblich und daher völlig normal.

Die Wahrscheinlichkeit für einen Dreh nach unten steigt zusätzlich, weil kurz über dem aktuell erreichten Niveau ein massiver Widerstand liegt (obere pinkfarbene Horizontale).

Das Momentum hatte die Abwärts-Bewegung bekanntlich schon lange vorher angezeigt, wie Sie an dem Trend-Bruch von Anfang Februar ablesen können.

Der übergeordnete Abwärtstrend ist nicht nur intakt; ein Abprallen an dieser Trend-Linie ist ebenfalls sehr wahrscheinlich.

Kurs-Ziel-Bestimmung

Wohin die Reise gehen kann, können Sie auch dem Chart entnehmen: Die Niveaus um 45,50 USD sowie 42,00 USD je Barrel bieten eine solide Unterstützung an.

Somit erhalten Sie auf dem aktuellen Niveau eine Short-Chance von 8,00 bis 11,50 USD oder ein Gewinn-Potenzial von +15,1% bis +21,7%.

Und sollte Ihnen tatsächlich ein Erfolg in dieser oder ähnlicher Höhe beschieden sein, liegt das nicht daran, dass ein anderer dabei Geld verloren hat, sondern daran, dass Sie die Charttechnik richtig interpretiert haben!

3. April 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.

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