Ölpreis: OPEC beschließt Förderkürzung

Jetzt ist die OPEC wieder da: Das Förderkartell hat sich gestern auf einer Förderkürzung beim Öl geeinigt – das 1. Mal in 8 Jahren.

Bis zuletzt sah es nicht so aus, als ob sich die wichtigsten Förderländer tatsächlich einigen könnten.

Doch jetzt wird die OPEC auf Sicht der kommenden sechs Monate jeden Tag 1,2 Mio. Barrel Öl weniger fördern.

Eine solche Maßnahme hat natürlich massive Auswirkungen auf den Ölpreis:

Gestern sprangen die verschiedenen Ölpreise in der Spitze um 8 – 9 % nach oben. Dahinter steht der Gedanke, dass eine Verknappung der Produktion die Preise eben weiter antreiben wird.

OPEC nur noch für knapp 1/3 des Weltmarkts verantwortlich

Allerdings steckt v. a. auch viel Symbolik hinter diesem Schritt der OPEC.

Immerhin umfasst die gesamte Fördermenge die das Kartell dem Weltmarkt noch jeden Tag zur Verfügung stellt nur noch 32,5 Mio. Barrel.

Das entspricht etwas weniger als 1/3 der gesamten Ölmenge, die jeden Tag gefördert wird.

Hieran erkennen Sie schon ganz deutlich, dass der Einfluss der OPEC ganz anders einzuschätzen ist als noch vor 20 oder 30 Jahren:

Damals lag die Förderquote der OPEC deutlich höher und Maßnahmen zur Förder-Steigerung oder Kürzung hatten viel stärkere Einflüsse auf den Weltmarkt.

Dennoch ist es jetzt auch ein klares Zeichen, dass es jetzt nach acht Jahren wieder zu einer Förderkürzung kommt.

Lange Zeit konnten sich die Mitglieds-Staaten der OPEC eben nicht einigen, weil die nationalstaatlichen Interessen größer waren als der Drang zur Förderkürzung.

Saudi-Arabien und Iran sind hier ein gutes Beispiel, denn beide Länder verfolgen einen Konfrontationskurs bezüglich der Förderkürzung.

Ölaktien profitieren unterschiedlich stark von der Förderkürzung

Bei dieser Meldung können Sie sich vorstellen, dass die Kurse der großen Öl Aktien gestern massiv zugelegt haben.

Ein Beispiel ist hier Royal Dutch Shell:

Die Aktie kletterte gestern um knapp 5% und übersprang wieder die wichtige Marke von 24 €. So hoch notierte die Aktie des großen Ölkonzerns zuletzt Ende Juli.

Etwas geringer fielen die Zuwächse beispielsweise in den USA aus:

Dort legte Exxon Mobil nur rund 3% an Wert zu. Das lässt sich sicherlich auch damit erklären, dass die OPEC-Kürzung auf die USA nur einen geringen Effekt haben wird.

Insgesamt zeigt uns diese Maßnahme der OPEC aber eins ganz klar: Die Ölschwemme der vergangenen Monate könnte zu Ende gehen – und das spricht für weiter steigende Preise.

1. Dezember 2016

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Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

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