Ölpreis Tendenz: Starke Schwankungen, positive Aussichten

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Ölpreis: Schwankungen wie bei Aktien. Angst vor Rezession drückt den Preis. (Foto: William Potter / shutterstock.com)

Der Ölpreis schwankt, Spekulanten verlieren oder gewinnen im Minutentakt. Wer diesen Markt bearbeitet, muss starke Nerven haben.

Mittelfristig spielt der aktuelle Ölpreis jedoch keine Rolle. Sie können beruhigt in diesem Segment Geld investieren. Die Rahmendaten stimmen weiterhin.

Ölpreis Tendenz: Rezessionsangst hemmt

Die Schwankungen beim Ölpreis kann derzeit niemand genau kalkulieren. Analysten versuchen sich verzweifelt, können aber in der Regel kaum so schnell schreiben wie sich der Preis ändert.

Dies hängt an der Panik, vor allem an den Aktienmärkten. Aktuell treiben die Aktienkurse die Ölpreise vor sich her.

Der Aktienmarkt soll, so die Theorie, die künftige Konjunkturentwicklung widerspiegeln.

Da der Ölpreis (genauer: die Ölpreise für verschiedene Sorten) konjunkturabhängig ist, haben derzeit die Aktienmärkten das Steuer in der Hand. Rohöl-Analysten geben dies aber ungern zu.

Unabhängig davon können Sie daraus bereits eine Strategie entwickeln: Glauben Sie – wie wir – an steigende Aktienkurse, können Sie auch heute noch in den Ölpreis investieren. Rechnen Sie sich zu den Pessimisten, ist auch ein Ölinvestment zu riskant.

Weiterer Einflussfaktor: der Dollarkurs

Auch der Dollarkurs wird in den nächsten Wochen den Ölpreis bestimmen. Je tiefer der Dollarkurs sinkt, desto wahrscheinlicher ist ein Anstieg für den Ölpreis.

Da jedoch die Eurozone derzeit auch Geld ohne Unterlass druckt, wird der Dollar nicht automatisch stark sinken.

Das heißt konkret: auch diesen Faktor können Sie derzeit kurzfristig für den aktuellen Ölpreis nicht sicher kalkulieren.

Aktuell notiert der Ölpreis bei etwa 105 US-Dollar pro Fass. Dies ist zwar schon mehr als nach dem tagelangen Kurssturz auf um die 100 Dollar, jedoch weit weniger als noch vor Wochen.

Der Absturz folgte zwar dne Aktienkursen, Analysten verwiesen jedoch hartnäckig auf den Ölbedarf.

Dieser sank in China nach Meinung der Analysten. Auch das ist falsch. Der Ölbedarf ist sogar um 7,7% gewachsen (Juli-Daten).

Dieses Wachstum jedoch ist langsamer als in den vergangenen Monaten. Sie sehen schon an diesen Meldungen: der Ölpreis bleibt kurzfristig schlecht kalkulierbar.

Wir gehen jedoch mittelfristig von einem eindeutigen Trend aus:

  • Der Ölpreis steigt mittelfristig, weil Öl nach wie vor knapp bleibt
  • Die Nachfrage steigt, weil China immer noch wächst. Das Wirtschaftswachstum liegt bei mehr als 8% jährlich.
  • Auch der private Verbrauch über den Autoverkehr steigt weltweit an. China und Indien motorisieren sich langsam, Brasilien und ganz Afrika werden aufholen. Auch dies hilft mittelfristig dem Ölpreis.

Mittel- und langfristig wird der aktuelle Ölpreis Geschichte sein. Schon 2012 oder 2013 rechnen wir mit einem weiter steigenden Preis.

Schwankungen können Sie mit Hebel-Instrumenten ausnutzen.

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Von: Janne Joerg Kipp. Über den Autor

Janne Joerg Kipp ist der Experte für Wirtschaft und Geldanlage.