Ölpreis: Diese Einigung sollte alles verändern

Es ist ein Kompromiss, mit dem viele Beobachter kaum noch gerechnet hatten:

Die Organisation Öl exportierender Länder, kurz: OPEC, hat sich in dieser Woche zu dem Beschluss durchgerungen, die Ölfördermenge zu begrenzen – zum 1. Mal seit 8 Jahren.

Anstelle von bislang 33,6 Mio. Barrel pro Tag sollen im 1. Halbjahr 2017 nur noch 32,5 Mio. Barrel täglich gefördert werden.

Den größten Einschnitt übernimmt Saudi Arabien mit einer Kürzung um 486.000 Barrel, der Irak hat angekündigt, künftig 200.000 Barrel weniger pro Tag zu fördern.

Kommt die Einigung zu spät?

Bereits seit Monaten hatten die als tief zerstritten geltenden OPEC-Staaten über entsprechende Maßnahmen diskutiert.

Immer wieder aber wurde eine Entscheidung sowie v. a. die detaillierte Ausgestaltung einer gedrosselten Förderquote vertagt.

Nun also doch noch der Durchbruch – aber hilft das wirklich noch, um den Ölpreis zu stabilisieren, oder kommt die Einigung zu spät?

Immerhin haben sich in der Zwischenzeit zahlreiche US-Firmen positioniert, die in erster Linie durch die umstrittene Fracking-Methode selbst Öl zutagefördern.

Das gelingt inzwischen immer effizienter – und lohnt sich finanziell ab einem Ölpreis von etwa 55 – 60 US-Dollar je Barrel.

Diese Sphären sind nun wieder in greifbare Nähe gerückt: Nach dem OPEC-Beschluss sowie der Ankündigung Russlands, sich an der Kürzung der Ölfördermengen beteiligen zu wollen, schoss der Ölpreis in die Höhe:

Er erreichte am Donnerstag zeitweise den höchsten Stand des laufenden Jahres. Erstmals seit Mitte Oktober notierten die Preise sowohl für die US-Sorte WTI als auch die weltweit wichtigere Sorte Brent klar oberhalb der 50-Dollar-Linie.

Rally auf wackligen Füßen

Wie nachhaltig die jüngste Rally jedoch ist, bleibt höchst fraglich.

Zwar erscheint ein weiterer Anstieg kurzfristig wahrscheinlich, doch sobald auf US-Seite die Fördermenge wieder angekurbelt wird, dürfte der Effekt der jetzt beschlossenen OPEC-Kürzung bereits wieder verpuffen.

Experten der Beratungsfirma Roland Berger kamen erst kürzlich in einer Studie zu diesem Ergebnis:

Die OPEC habe inzwischen einen bedeutenden Teil ihrer Marktmacht eingebüßt und sei nicht mehr imstande, allein durch ihre Förder-Politik den Ölpreis in eine gewünschte Richtung zu bewegen.

Zudem bleibt abzuwarten, inwieweit sich die OPEC-Länder überhaupt an ihren eigenen Beschluss gebunden fühlen.

Bereits mehrfach waren in der Vergangenheit ähnliche Absichten verkündet, dann aber nicht konsequent umgesetzt worden. Der offizielle Kompromiss allein genügt nicht, um das weltweit verfügbare Öl tatsächlich zu begrenzen.

Wie es jetzt weitergeht

Fest steht: Auf Industrie und Verbraucher kommen nun – pünktlich zur Heizperiode in Europa – erst einmal Preissteigerungen zu, bis sich die Lage wieder einpendelt.

Doch das kann einige Zeit dauern. Auch die Internationale Energie-Agentur (IEA) rechnet in den kommenden Jahren mit heftigen Preisschwankungen.


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2. Dezember 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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