Ölpreis unter Druck: Das steckt hinter dem Preisverfall

In der vergangenen Woche standen ihr die Minenwerte ganz klar im Fokus.

Da berichtete ich ausführlich von der größten Rohstoffmesse der Welt, bei der es jedoch vornehmlich um Industriemetalle und auch Edelmetalle ging.

Gerade Ölwerte spielten in Toronto nur eine untergeordnete Rolle. Doch gerade Öl erlebte in den vergangenen Tagen eine sehr dramatische Preis-Entwicklung:

So rauschte der Ölpreis allein am vergangenen Mittwoch um mehr als 5 % nach unten.

Derzeit kostet das Barrel Öl der Nordsee-Sorte Brent nur noch rund 52 Dollar. Das ist das niedrigste Preisniveau seit Ende November 2016.

Doch was hat diesen massiven Preisverfall innerhalb weniger Stunden ausgelöst? – Ein Grund ist sicherlich die aktuelle Entwicklung der Produktions-Daten in den USA.

So hat die US-Energiebehörde EIA schon vor wenigen Wochen neue Schätzungen vorgelegt. Dabei wurde klar, dass auf Basis der Ölbohrungen in den USA ein deutlicher Anstieg der Produktion zu erwarten ist.

Ölproduktion in den USA legt wieder zu

Hierbei geht es vor allen Dingen um die Schieferöl-Produktion in den USA. In den vergangenen Jahren ist hier das Produktions-Volumen massiv gestiegen.

Das lag auch an einer extremen Ausweitung der Ölbohrungen bis auf ein Spitzenwert von annähernd 1.600 im Herbst 2014.

Danach folgte ein massiver Rückgang der Bohrungen bis auf rund 300 im März vergangenen Jahres.

Wie Sie sich vorstellen können, ist dabei auch die Produktionsmenge klar zurückgegangen von einem Spitzenwert von 5,5 Mio. Barrel am Tag zu Beginn des Jahres 2015 auf 4,8 Mio. Barrel im Frühjahr 2016.

Doch jetzt nehme die Ölbohrungen wieder zu in den USA und damit liegt auch die Produktion wieder zu. Die Marke von 5 Mio. Barrel pro Tag ist jetzt wieder in Reichweite.

Zuletzt wurde der Ölpreis insgesamt von den Förderkürzungen durch die OPEC gestützt. So hat sich die Organisation der erdölexportierenden Länder im Oktober auf eine Kürzung ab Januar 2017 geeinigt.

Allen voran hat hierbei Saudi-Arabien den Hahn im wahrsten Sinne des Wortes deutlich zugedreht.

Macht die OPEC wirklich Ernst bei den Kürzungen?

Allerdings wird im weiteren Wochenverlauf die aktuelle Statistik der OPEC tatsächlich zeigen, ob auch die anderen Produktionsländer tatsächlich ihre Vorgaben bei den Produktions-Kürzungen durchgeführt haben.

Sollte hier die Disziplin etwas auf der Strecke geblieben sein, ist es gut möglich, dass Saudi-Arabien auch wieder den Ölhahn etwas weiter aufdrehen wird.

Das höhere Angebot sowohl aus den USA als möglicherweise auch aus Saudi-Arabien dürfte den Ölpreis dabei weiter belasten.

Somit ist ein Preisniveau von 50 Dollar pro Barrel jetzt auf mittlere Sicht wohl erst einmal wahrscheinlich.

13. März 2017

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Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

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