Ölpreis: Was passiert nach der OPEC-Frist?

Der OPEC-Deal hat es geschafft, den Ölpreis erst anzuheben und dann zu stabilisieren. Doch nach 6 Monaten wird neu verhandelt. (Foto: Christopher Halloran / shutterstock.com)

Experten sind alarmiert: Immer mehr Hedgefonds und Finanz-Investoren wetten auf steigende Ölpreise.

Doch Analysten halten dagegen; sie warnen sogar vor einem plötzlich einsetzenden neuerlichen Preisrutsch nach unten. Hintergrund für die Annahmen beider Seiten ist der als historisch geltende Beschluss der OPEC:

Das Kartell Öl exportierender Staaten hatte sich im Herbst mit zahlreichen Drittstaaten, darunter Russland, auf eine gemeinsame Begrenzung der täglichen Ölfördermenge geeinigt.

Zur Überraschung der meisten Beobachter werden die Beschlüsse seit Anfang Januar auch tatsächlich umgesetzt. Dies war in der Vergangenheit bei ähnlichen Absprachen meist eher nicht der Fall gewesen.

OPEC-Deal stabilisiert Ölpreis

Allein die Ankündigung der konzertierten Förder-Kürzung ließ den Ölpreis Anfang Dezember in die Höhe schnellen:

Innerhalb kürzester Zeit legte er um rund 20% zu – und verharrt seitdem im Seitwärts-Modus. Die weltweit wichtigste Sorte Brent pendelt um die Marke von 55 Dollar je Barrel, die US-Sorte WTI notiert knapp darunter.

Zwar gibt es tagesaktuelle Schwankungen, diese fallen jedoch begrenzt aus; eine Ausweitung des Kurs-Anstiegs nach oben oder auch ein Einbruch zeichnen sich nicht ab – noch nicht…

Tücken im Detail

Denn der Effekt hat seine Tücken. Erstens ist der OPEC-Deal zunächst auf 6 Monate begrenzt. Werden die Maßnahmen darüber hinaus nicht verlängert, droht ein Kurs-Absturz.

Manch ein Branchen-Kenner sieht sogar die Gefahr, dass der Ölpreis wieder in Richtung 30 Dollar fallen könnte – dort stand er vor ziemlich genau 1 Jahr.

Das aktuelle Preisniveau liegt nicht in einer steigenden Nachfrage begründet, sondern allein in der künstlichen Verknappung des Angebots.

Dadurch besteht die Gefahr heftiger Kurs-Ausschläge, wenn der Hahn wieder weiter aufgedreht wird. Um den Ölpreis weiter anzukurbeln, dürfte sogar noch eine Verschärfung der Förder-Begrenzung notwendig werden.

Fracking lohnt sich wieder

Denn, und das ist das 2. große Problem: Die Kürzungen der OPEC-Staaten sind nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

Während an dieser Stelle das Angebot sinkt, sorgen die steigenden Preise auf der anderen Seite dafür, dass die US-Fracking-Industrie ihre Produktion wieder auf Touren bringt.

Dadurch steht wieder mehr Öl zur Verfügung – ein Nullsummenspiel. Insofern ist es kaum verwunderlich, dass der Ölpreis seit Wochen auf dem aktuellen Niveau verharrt.

Aber wehe, jemand verändert die Stellschrauben in den derzeitigen Rahmenbedingungen! Dieses Dilemma dürfte auch der OPEC bewusst sein, die ihren Machtverlust immer deutlicher zu spüren bekommt.

Was passiert nach 6 Monaten?

Es wird daher interessant sein zu beobachten, wie sich die Entscheider in den OPEC-Ländern, Russland & Co. verhalten, wenn die 6-Monats-Frist ihres Deals ausläuft:

Wird man sich erneut zusammenraufen und die Maßnahmen ausweiten? Oder ist das Maximum an Kompromiss-Bereitschaft bereits ausgeschöpft und die Förderung wird wieder hochgefahren?

Letzteres dürfte sich sehr wahrscheinlich negativ auf den Ölpreis auswirken. Es besteht also die realistische Gefahr, dass sich gerade eine Menge Hedgefonds gehörig verzocken.


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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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