Ölpreis weiter im Aufschwung

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Jetzt hat der Ölpreis die wichtige Marke von 60 USD pro Barrel überwunden. Das bestätigt den zuletzt positiven Trend. (Foto: John Williams RUS / Shutterstock.com)

Zu Beginn der Woche stehen einmal mehr die Energierohstoffe im Fokus. Der Ölmarkt macht tatsächlich wieder Schlagzeilen mit steigenden Preisen. Lange Zeit sorgten vor allen Dingen negative Meldungen beim Ölmarkt für Turbulenzen. Doch die Situation hat sich gewandelt und so ist der Ölpreis sowohl bei der Nordseesorte Brent als auch bei der US-Sorte WTI wieder über die Marke von 60 USD pro Barrel angestiegen.

Die Gründe für die zuletzt positive Entwicklung beim Ölmarkt sind schon länger bekannt. Zum einen ist es eben nicht mehr so, dass eine extrem schwache Nachfrage auf ein erhöhtes Angebot trifft. Mittlerweile sieht es vielmehr danach aus, dass das Angebot sich im Gleichgewicht befindet.

Tatsächlich hat sich die Ölnachfrage vor allen Dingen auch in Asien wieder deutlich erholt. Eine weitere Erholung ist auch in den USA gut möglich. Das gilt besonders in dem Zusammenhang, wenn dann das Konjunkturprogramm des neuen US-Präsidenten Joe Biden seine volle Wirkung entfalten wird.

Förderkürzungen wirken

Auf der Angebotsseite wiederum sieht es so aus, dass es eine sehr gute Förderdisziplin seitens der OPEC+ Staaten gibt. Hier hatte es in den vergangenen Monaten deutliche Kürzungen des Angebots gegeben. Und so wie es eben jetzt aussieht, werden diese Kürzungen sehr diszipliniert eingehalten.

Tatsächlich verweisen Marktexperten auch auf einen wichtigen Aspekt: Der Ölpreis hat jetzt die wichtige psychologische und charttechnische Marke von 60 USD pro Barrel überwunden. Das kann weitere Anschlusskäufe auslösen und den Markt auch noch kurzfristig weiter antreiben.

Trotz der jüngsten Zuwächse bleibt das Risiko beim Ölmarkt aber weiterhin hoch. Das muss auch jedem Investor klar sein, der in diesem Segment aktiv wird. Wie bei allen anderen Rohstoffen gilt auch hier: Der Ölpreis schwankt sehr stark in kurzen Zeiträumen.

Ölpreis kann aber auch korrigieren

Tatsächlich ist es auch gut möglich, dass der Ölpreis jetzt nach den deutlichen Zuwächsen erst einmal eine kurze Korrekturphase erleben wird. So ist es natürlich weiterhin gut möglich, dass die ölnachfrage doch nicht so stark zulegen wird, wie von vielen Experten erwartet. Sollten beispielsweise Lockdown-Maßnahmen noch weiter verlängert werden, wird natürlich die Nachfrage nach Treibstoffen deutlich niedriger ausfallen.

Gleichzeitig deuten aktuelle Daten aus den USA auch auf eine deutliche Ausweitung des Angebots hin. So ist zuletzt die Zahl der aktiven Ölbohrungen in den USA immerhin 12 Wochen in Folge angestiegen und hat jetzt wieder den Wert von 306 erreicht. Das ist ein neues 9-Monats-Hoch.

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Heiko Böhmer
Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

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