Ölpreise werden künstlich gedrückt: Warum es nicht mehr lange gutgeht

Der Ölpreis zeigt aktuell einen klaren Abwärtstrend: Seit dem Sommer ist der Ölpreis in der Spitze um 30% eingebrochen. Das gilt beispielsweise für die Nordseesorte Brent.

Dieser Preis ist ein Indikator für die Entwicklung anderer Rohölpreise –wie dem amerikanischen WTI-Rohöl – und geht mit diesen parallel. Nach einer stabilen Phase im Frühjahr mit leichten Schwankungen um 110 Dollar pro Barrel begann der Ölpreis plötzlich Ende Juli drastisch zu sinken.

Einen ökonomischen Grund für diesen plötzlichen Preisverfall gibt es nicht und auch Experten können diese plötzlich eintretende Entwicklung nicht erklären. Daher ist es mehr als wahrscheinlich, dass keine ökonomischen Gründe hinter dem Preisverfall stehen. Ich gehe davon aus, dass dieser Preisverfall eben eher politische Gründe hat.

Genau das bestätigt auch das Russische Institut für Strategische Studien (RISS), das Analysen für den Kreml anfertigt. Dabei wird davon gesprochen, dass die USA und das mit Ihnen verbündete Saudi-Arabien den Ölpreis künstlich verbilligen, um Russlands Wirtschaft in die Rezession zu treiben.

Dadurch will man den Sanktionen gegen Russland mehr Nachdruck verleihen. Nicht ohne Grund gibt es derzeit ein großes Überangebot an Öl auf dem Markt, sowohl aus Saudi-Arabien, als auch aus den USA – das drückt direkt auf die Preise.

Russland wird bei dem aktuellen Preisniveau für Öl schon bald in die Rezession rutschen

Hier hat sich nach Ansicht der russischen Experten eine neue Koalition gebildet, die nur einen Zweck verfolgt: Russland weiter zu schädigen. Experten gehen davon aus, dass Russlands Wirtschaft bei einem Ölpreis von unter 90 Dollar pro Barrel in die Rezession rutscht. Hintergrund ist, dass die größte Einnahmequelle für den russischen Haushalt in den Verkäufen von Öl und Gas besteht.

Ein sinkender Ölpreis trifft Russland damit deutlich effektiver, als die bisherigen Sanktionen gegen das Land. Für mich klingt diese Erklärung für den sinkenden Ölpreis plausibel, da es angesichts des IS-Terrors im Nahen Osten eigentlich zu höheren Preisen kommen müsste.

Hier sehe ich auch weiteres Potenzial für einen deutlich steigenden Ölpreis, denn der Nahe Osten ist nun einmal eine der wichtigsten Ölförderregionen der Welt. Sie sehen: Trotz der aktuellen Ölpreissschwäche halte ich an meinem Grundszenario fest, dass geopolitische Krisen den Ölpreis mittel- bis langfristig steigen lassen werden.

25. November 2014

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Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

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