Ölpreisentwicklung: Eine aktuelle Bestandsaufnahme

Erfahren Sie jetzt, wie der jüngste Ölpreisanstieg zustande kam und wie sich der Ölpreis weiterentwickeln wird. (Foto: Christopher Halloran / shutterstock.com)

Am deutschen Aktienmarkt hat sich heute der Abwärtstrend fortgesetzt. Der DAX verlor 1,7% und sackte auf 11.472 Punkte ab. Aber nicht nur die Aktienkurse bröckelten. Auch die Anleihen litten unter dem Verkaufsdruck. Die Anlageklassen, die im 1. Quartal stark zulegen konnten, müssen jetzt Gewinnmitnahmen hinnehmen.

Auf der anderen Seite stehen die ehemaligen Verlierer auf der Gewinnerseite. Der Euro legt seit einigen Wochen zu und der Ölpreis erreichte ein neues Jahreshoch.

Die aktuelle Ölpreisentwicklung

Der Ölpreis gehört bereits seit längerer Zeit zu den beherrschenden Börsenthemen. Vor allem deshalb, weil Öl ein wichtiger Treibstoff für die Weltwirtschaft ist. Daher ist die Preisentwicklung dieses Rohstoffs von besonderer Bedeutung.

Nachdem sich der Ölpreis seit Mitte letzten Jahres zunächst vor allem in eine Richtung – nämlich Richtung Süden – entwickelte, geht es seit einiger Zeit wieder bergauf.

Nachdem ich in den vergangenen Wochen und Monaten bereits einige Male an dieser Stelle über den Ölpreis berichtet habe, möchte ich heute erneut eine aktuelle Bestandsaufnahme vornehmen.

Ölpreisentwicklung: Spekulation auf geringeres Angebot treibt den Preis

Im Monat April legte die Nordseesorte Brent um 21% zu. Das ist der stärkste Monatsanstieg seit Mai 2009. Aus fundamentaler Sicht ist dieser Anstieg jedoch nicht gerechtfertigt, sagt Eugen Weinberg von der Commerzbank.

Der Anstieg sei in erster Linie auf die Spekulation auf ein geringeres Angebot in der zweiten Jahreshälfte zurückzuführen. Laut Weinberg erwarten die Spekulanten eine weiter fallende Anzahl der Bohrlöcher, die auch Rigs genannt werden.

Wenn die Anzahl der Rigs abnimmt, ist zu erwarten, dass das Angebot in Zukunft sinken wird. Der Grund: Weniger Bohrlöcher bedeuten weniger Ölförderung und weniger Ölförderung bedeutet ein geringeres Angebot.

Ein Rückgang des Angebots kann jedoch durch hohe Lagerbestände aufgefangen werden. Und die jüngsten Daten aus den USA zeigen genau dieses Bild: Die vom US-Öldienstleister Baker Hughes wöchentlich erfassten aktiven Bohrlöcher sind wieder weniger geworden.

In der vergangenen Woche ist die Anzahl der Rigs zum 22. Mal in Folge gefallen – um 11 auf 668 – und inzwischen auf dem niedrigsten Niveau seit September 2010 angelangt.

Ölpreisentwicklung: Fracking-Flaute sorgt für Angebotsrückgang

Für die geringere Fördermenge in den USA ist vor allem die Flaute beim Fracking verantwortlich. Fracking, die Fördermethode für Schiefergas und Schieferöl, könnte sich bei dauerhaft niedrigen Energiepreisen nicht mehr rechnen.

Denn die Öl- und Gasförderung mittels Fracking ist recht aufwendig und daher auch relativ teuer. Beim Fracking werden Wasser, Sand und Chemikalien ins Gestein gepresst und der dadurch entstehende Druck setzt Öl oder Gas frei.

Die Internationale Energieagentur (IEA) sagt für den laufenden Monat Mai einen Rückgang der US-Schieferölproduktion um 57.000 Barrel pro Tag voraus. Der gesamte Rohöloutput der Vereinigten Staaten soll im 3. Quartal 2015 sogar um 200.000 Barrel pro Tag zurückgehen.

Aber: Nach Einschätzung von Tim Evans, Energieanalyst bei City Futures Perspective, könnten die US-Vorräte sogar um 100 Mio. Barrel sinken und immer noch wäre zu viel Öl verfügbar. Weiterhin sagt er: „Es gibt derzeit keine physische Knappheit. Wenn das Anlegerinteresse abflaut, wird es für den Ölpreisrückgang kein Halten geben“.

Mit anderen Worten: Wenn die Spekulanten den Ölpreis nicht mehr nach oben treiben oder wenigstens stützen, wird er wieder fallen.

Fazit: Ölpreisentwicklung bleibt relativ günstig

Es spricht also sehr viel dafür, dass Öl – verglichen mit den alten Preisen von um die 100 US-Dollar pro Barrel – auf absehbare Zeit günstig bleiben wird. Ich rechne damit, dass sich der Preis je Barrel für die Nordseeölsorte Brent mittelfristig irgendwo zwischen 60 und 70 US-Dollar einpendeln wird.

Die sich daraus ergebenden Folgen für die Weltwirtschaft sind unterm Strich zum überwiegenden Teil positiv. Denn: Der Treibstoff der Weltwirtschaft bleibt billig. Beruhigt sich der Ölpreis, verschwindet auch ein Unsicherheitsfaktor am Aktienmarkt.


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Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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