Ölservice-Firmen: Immer mehr Jobs fallen weg

Ein guter Indikator für den Zustand einer Branche sind die Stellenstreichungen bei großen Unternehmen. Hier können Firmen eben sehr schnell hohe Kosten einsparen, wenn es mal nicht so läuft. Und bei den großen Ölservice-Unternehmen läuft es aktuell überhaupt nicht.

Das zeigen aktuelle Daten von Halliburton, einem der Schwergewichte der Branche. Das US-Unternehmen hat nun über einen weiteren Stellenabbau im ersten Quartal berichtet. Allein in den ersten drei Monaten sind weitere 6.000 Stellen bei Halliburton weggefallen.

Seit dem Beginn der Krise im Ölsektor Ende 2014 hat Halliburton nach eigenen Angaben die weltweite Belegschaft um ein Drittel abgebaut. Nach Angaben des Unternehmens erfolgten die Stellenstreichungen quer durch alle Ebenen. Damit ist auch das Management nicht verschont geblieben.

Insofern kann man Halliburton hier sogar ein gewisses strategisches Vorgehen attestieren. Die Frage ist nur, ob das Unternehmen wirklich in der Lage ist, bei einer Trendwende auch wieder schnell zu reagieren und dann neue Stellen zu schaffen. Das Ölgeschäft ist nun einmal sehr zyklisch.

Umsätze gehen zurück – brechen aber nicht ein

Momentan befinden wir uns aber auf jeden Fall noch im Abwärtstrend. Das verdeutlichen auch die ersten Zahlen zum Quartal. So fiel der Umsatzrückgang mit 17% im Vergleich zum Vorjahr schon deutlich aus.

Immerhin hat doch Halliburton nach eigenen Angaben sogar noch besser gehalten als die gesamte Branche, denn die Anzahl der Ölbohrungen ging im vergangenen Jahr um 21% zurück. Auf globaler Ebene erreichte die Anzahl der neuen Ölbohrungen nach Angaben von Halliburton den niedrigsten Stand seit 1999.

Dies ist ohne Frage ein weiterer Indikator für  die Schwäche der Branche. Ohne einen nachhaltigen Anstieg des Ölpreises wird der Druck speziell bei den Ölservicefirmen wie das Beispiel Halliburton zeigt, hoch bleiben.

Große Produzenten sparen stark bei neuen Projekten, an denen eben Firmen wie Halliburton stark beteiligt wären. Gleichzeitig bricht das Geschäft aber auch nicht komplett zusammen, weil eben schon viele langjährige Projekte bestehen, die auch weiterhin von den Ölserviceunternehmen im Auftrag der großen Produzenten betrieben werden.

28. April 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

Ob DAX-Titel, Rohstoff oder Emerging Marktes-Aktie: Heiko Böhmer bringt Ihnen in seinem täglichen Newsletter diese Themen näher. Neue Trends findet er dabei vor allem auf den vielen Reisen zu Finanzmessen im In- und Ausland, über die er in seinem Newsletter ausführlich berichtet.

Regelmäßig Informationen über Marktanalysen erhalten — kostenlos!
Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig die neusten Informationen von Heiko Böhmer. Über 344.000 Leser können nicht irren.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt