Österreich: Bawag patzt beim Börsengang

Wie bereits berichtet, war ich Mitte Oktober für einige Tage in Österreich. Ich habe dort für meine Börsendienste Unternehmen besichtigt und die Gewinn-Messe in Wien besucht.

Da die Börse Wien nur selten im Fokus der deutschen Medien steht, stelle ich Ihnen hier noch einige spannende Börsen-Themen aus Österreich vor:

In der vergangenen Woche fand in Österreich der größte Börsengang in der Geschichte des Landes statt.

Es handelt sich dabei um den Börsengang der österreichischen Bank Bawag – kennen Sie (noch) nicht?

Dann befinden Sie sich in guter Gesellschaft. Ich bin sicher, dass in Deutschland nicht allzu viele Menschen Bawag kennen.

Auch bin ich sicher, dass viele Anleger hierzulande keine Notiz vom Börsengang von Bawag genommen haben. Daher möchte ich jetzt auf den Konzern und dessen Börsengang eingehen.

Bawag PSK im Portrait

Die Bawag PSK (so der vollständige Name) ist, gemessen an der Bilanzsumme, die viertgrößte Bank Österreichs.

Das Unternehmen kam Ende 2016 auf eine Bilanzsumme von 39,7 Mrd. € und beschäftigt rund 2.500 Mitarbeiter.

Bawag hat eine bewegte Vergangenheit:

2005 geriet die Bawag wegen eines Finanz-Skandals, bei dem die Bank rund 3,5 Mrd. € verlor, in eine gravierende Schieflage.

Und so musste das Finanz-Institut durch eine milliardenschwere Auffang-Aktion des Staates vor dem Konkurs gerettet werden.

Im Jahr 2007 kaufte der US-Fonds Cerberus 90% der Bawag-Anteile. Der Rest ging an verschiedene österreichische Firmen (u. a. die Österreichische Post).

Im Jahr 2012 erwarb GoldenTree Asset Management, ein US-Finanz-Investor, einen Bawag-Anteil von ca. 39% vom US-Fonds Cerberus.

Details zum Bawag-Börsengang

Der Börsengang von Bawag fand am vergangenen Mittwoch statt.

Die Aktien starteten mit 47,30 € in den Handel und fielen dann zeitweise knapp unter die Marke von 46 € zurück. Damit notierte die Aktie zwischenzeitlich 2 € unter dem Ausgabepreis.

Über die Ziellinie gingen die Papiere am 1. Handelstag dann schließlich mit 46,50 €.

Wer beim Börsengang Bawag-Aktien gezeichnet hatte, kam somit am Ende des 1. Handelstages auf ein Minus von mehr als 3%.

Heute ging das Papier mit 45,18 € aus dem Handel, was für die Zeichner der Bawag-Aktie ein noch größeres Minus bedeutet.

Der verhaltene Börsenstart hatte sich schon im Vorfeld erahnen lassen, denn das Interesse an den Bawag-Aktien war nicht gerade riesig.

Zwar wechselten, wie geplant, incl. Mehrzuteilungs-Option 40,25 Mio. Aktien den Besitzer.

Doch mit 48 € lag der Ausgabepreis je Anteilsschein eher am unteren Ende der Preisspanne von 47 – 52 €.

Statt eines angestrebten Emissions-Erlöses (Erlös durch den Börsengang) von 2 Mrd. € wurden es nur 1,9 Mrd. €.

Damit schaffte es Bawag aber trotzdem auf Platz 1 der Liste der größten Börsengänge an der Börse in Wien.

Am vergangenen Freitag wurde die Bawag-Aktie zudem in den österreichischen Leitindex ATX aufgenommen und zählt dort nun zu den Schwergewichten.

Ausblick

Wie es mit der Bawag-Aktie weitergeht, lesen Sie demnächst an dieser Stelle.

Interessenten rate ich, die Aktie zunächst weiter zu beobachten und abzuwarten, wie die nächsten Zahlen ausfallen, bevor Sie zugreifen.


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30. Oktober 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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