Österreich und Italien überraschen die Märkte

Doppelt hält bekanntlich besser. Sowohl Österreich als auch Italien haben für eine kleine Überraschung gesorgt:

  • In Österreich wurde der neue Bundespräsident gewählt. Nobert Hofer von der FPÖ bekam aktuell 48,3 % der Stimmen. Dr. Alexander Van der Bellen von den Grünen entschied mit 51,7 % die Wahl knapp für sich.
  • Auch in Italien wurde vorerst der pro-EU-Kurs aufrechterhalten. Das Referendum sollte den Weg für eine Verfassungs-Reform frei machen. Die Folge wären mehr Macht für die Regierung und einfachere Kursänderungen in der Wirtschafts-Politik. Denn derzeit müssen beide Parlaments-Kammern bei Gesetzes-Änderungen zustimmen. Das bleibt jetzt auch weiterhin der Fall.

Kein Trump-Effekt in Europa

Nach dem britischen Ja zum BrExit und dem US-amerikanischen Ja zur Veränderung wurden ähnliche Ergebnisse erwartet. So hatten sich auch schon einige Spekulanten Short positioniert und auf fallende Kurse gesetzt.

Doch als Italiens Ministerpräsident Matteo Renzi das Handtuch warf, war klar, dass es keine Talfahrt der europäischen Börsen geben wird.

Stolze 70% war die Wahlbeteiligung in Italien. Am Ende stimmten 59,11% gegen die Verfassungs-Reform von Renzi. Damit beendet er auch seine Amtszeit.

Mögliche Neuwahlen könnte es bereits im Frühling 2017 geben. Dazu müsste allerdings das Parlament aufgelöst werden. Alternativ könnte eine Übergangs-Regierung bis 2018 Italien provisorisch verwalten.

Die Märkte frohlocken

Passend zu Vorweihnachtszeit wurde das Ergebnis der Wahlen heute positiv aufgenommen. Der DAX legte über 1% zu. Auch der EUROSTOXX konnte dieses Resultat fast kopieren.

Europa und seine Börsen sind vorerst sicher – könnte man meinen.

Doch dass muss nicht sein; es könnten sich auch einfach viele Spekulanten vor dem Wochenende short positioniert haben. Die mussten ihre Kontrakte jetzt schließen und schon steigen die Kurse nach der Wahl.

So oder so, zumindest sollte jetzt erst einmal Ruhe in die politischen Börsen kommen. Bis zum 23. April 2017 bleibt noch ein bisschen Zeit.

Dann ist die Präsidentschaftswahl in Frankreich. Ein Sieg von Marie Le Pen der Front National könnte für ein ähnliches Beben wie Trump und BrExit sorgen.

Nicht zu vergessen: die Bundestagswahl im September in Deutschland.

Laut den letzten Umfragen kommt die AfD auf 10,5 – 13,5%. Wenn wir eines von der US-Wahl gelernt haben sollten: Umfragen liegen häufig komplett daneben.

Zumal der Faktor Trump ähnlich der AfD ist: Von den Medien niedergemacht, um den Status Quo zu behalten. Wer will sich da öffentlich in Umfragen als Wähler outen?

Im stillen Kämmerchen

Was dann der einzelne für sich macht, geht niemand etwas an. Weder, wo er sein Kreuz setzt, noch wie er sich an der Börse verhält.

Wer übrigens ein bisschen Spannung aus dem Börsenalltag nehmen möchte, dem sei ein sogenannter „Fallschirm“ empfohlen. Dabei handelt es sich um eine Kombination von Eurex-Optionen.

Grundlage der Strategie ist es auf steigende Kurse zu setzen. Der Knackpunkt des Fallschirms ist es jedoch, dass auch bei leicht fallenden oder stagnierenden Kursen am Ende ein Profit zu verzeichnen ist.

5. Dezember 2016

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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.

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