Österreichischer Weltmarktführer mit starkem Kursanstieg

Die europäischen Börsen haben heute ihren Erholungskurs weiter fortgesetzt. Während sich der deutsche Leitindex DAX zeitweise – erstmals seit Januar – wieder oberhalb der 10.000-Punkte-Marke bewegte, legte auch das österreichische Börsenbarometer ATX weiter zu.

Aktuell steht der Index gut 18 Prozent höher als Mitte Februar. Damals hatte der ATX auf dem tiefsten Stand seit September 2012 notiert. Unter den starken Kursrücksetzern seit Jahresanfang litt auch die Rosenbauer-Aktie. Das Papier des weltweit führenden Herstellers von Feuerwehrtechnik verlor im Vergleich zu November 2015 über 40 Prozent an Wert und fiel bis Mitte Februar auf das Mehrjahrestief bei 46,03 Euro.

Seitdem konnte die Rosenbauer-Aktie aber wieder um gut 20 Prozent auf 57 Euro zulegen. Für diese deutliche Kurserholung sorgten auch die sehr guten Geschäftszahlen 2015, die die Österreicher kürzlich präsentierten.

So stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 6 Prozent auf 864 Mio. Euro. Grund für das Wachstum waren vor allem die gute Wirtschaftslage in Nordamerika und der stärkere Dollar. Auch in den arabischen Ländern konnte Rosenbauer weiter zulegen.

Branchenmesse kostete Gewinn, pusht jetzt aber den Umsatz

Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) verbesserte sich um 4 Prozent auf 50,2 Mio. Euro – die EBIT-Marge blieb mit 5,8 Prozent auf dem Niveau des Vorjahres. Einen noch höheren Gewinn verhinderten vor allem die hohen Aufwendungen für den Auftritt auf der weltgrößten Branchenmesse.

Doch von diesen Investitionen wird Rosenbauer in diesem Jahr deutlich profitieren. Schließlich erreichte dadurch der Auftragseingang erneut ein Rekordniveau. Mit 905,9 Mio. Euro liegt er 10 Prozent über dem Wert von 2014. Sowohl in Zentraleuropa als auch in Nordamerika belebte sich der Auftragseingang im Laufe des Geschäftsjahres. Zum Jahresende 2015 lag der Auftragsbestand schließlich mit 797,5 Mio. deutlich (+19 Prozent) über dem vom 31. Dezember 2014, als 670,2 Mio. Euro in den Büchern standen.

Der Rosenbauer-Konzern verfügt also über einen Auftragsbestand fast in der Höhe eines Jahresumsatzes – die Auslastung der Produktionsstätten ist damit für dieses Jahr sichergestellt. Entsprechend optimistisch ist Vorstandschef Dieter Siegel, der für 2016 „ein starkes Umsatz- und Ergebnisjahr“ sieht.

Dazu soll auch die zu Jahresanfang übernommene G&S Brandschutztechnik AG aus dem deutschen Mogendorf zumindest in kleinem Ausmaß beitragen. Das Unternehmen, das zuletzt einen Umsatz von 14 Mio. Euro erzielte, ergänzt das Portfolio von Rosenbauer im Bereich der stationären Lösch- und Brandmeldeanlagen.

Fokus auf Effizienzsteigerung

Schließlich sorgt auch der ungebrochene Sparwille des Rosenbauer-Managements für Zuversicht. Bereits 2015 wurden Maßnahmen ergriffen, um die laufenden Aktivitäten zur Effizienzsteigerung und zur Kostenreduktion noch rascher voranzutreiben.

Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf der Produktionsumstellung im neuen Werk in Leonding: Die Produktion des Flughafenlöschfahrzeugs „Panther“ – wichtigstes Modell von Rosenbauer – wurde von einer Standplatz-Fertigung auf eine in der Automobilwelt übliche Linienfertigung umgestellt.

Ziel ist es, dass pro Fahrzeug weniger Arbeitsstunden benötigt werden und die frei werdenden Kapazitäten mit zusätzlichen Aufträgen gefüllt werden. Doch bislang ist das angestrebte Zielvolumen erst zu 50 Prozent erreicht. Sie sehen: Auch hier steckt noch Potenzial für weiter steigende Gewinne – und davon werden auch die Anleger profitieren: Ende Mai zahlt der Konzern seine Dividende aus, aktuell liegt die Dividendenrendite bei 2,3 Prozent.

14. März 2016

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Philipp Ley
Von: Philipp Ley. Über den Autor

Philipp Ley ist ausgebildeter Wirtschaftsjournalist mit Stationen u. a. bei n-tv, Financial Times Deutschland, Rheinischen Post und der Aktien-Analyse. In den vergangenen zwölf Jahren hat er zudem als Kommunikations- und Investor-Relations-Berater zahlreiche Geschäftsberichte erstellt: für kleinere aufstrebende Unternehmen ebenso wie für Börsenschwergewichte.

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