Offene Immobilienfonds in Gefahr – 2012 das Ende vieler Mietverträge

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Immobilieninvestitionen sind dieser Tage wichtig - Sachwerte schützen gegen die Geldentwertung, die uns angesichts der Geldschwemme erwartet (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Die Situation ist bedenklich: durch die aktuelle Wirtschaftskrise wird es für Betreiber gewerblicher Immobilien schwieriger, neue Mieter zu finden.

Noch schwieriger wird es, höhere Mieten durchzusetzen. Auf der sicheren Seite stehen Sie bei denen, die ihre Mieter noch langfristig gebunden haben.

2012: das Jahr der Entscheidung für viele Fonds

Mietverträge bei offenen Fonds laufen in den kommenden Jahren reichlich aus. Rekordhalter für 2012 ist unseren Daten nach die “HANSAImmobilia” mit einer Quote von 69,9 Prozent. Das heißt: die Gesellschaft muss neue Mieter finden.

Neue Mieter zu finden wird schwieriger

Das wird angesichts der Investitionsscheu schwieriger. Unternehmen brauchen zwar Büros, aber sehen Sie sich in der Landschaft um. Überall leerstehende Büros, Schilder “zu vermieten”, leere Hallen. Die Auswahl für Mieter ist groß, die Auswahl an Mietern klein.

Nächster Schock, nächste Warnung

Die nächste Pleitewelle bei offenen Immobilienfonds steht also bevor. Jetzt ermittelte die Gesellschaft “Schroder Property”, dass institutionelle Investoren verstärkt ihre Anteile zurück geben möchten.

Jeder dritte Investor bereits äußerte jetzt diesen Wunsch. Das ist in zweierlei Hinsicht ein Problem:

Zum einen müssten die Gesellschaften dann Immobilien verkaufen, wenn sie die Anteile zurücknehmen. Dies geht zu Lasten der Rendite, weil der Verkauf der Immobilien unter Zeitdruck die Preise senken kann.

Zum Anderen jedoch zerstört diese Aussicht auch die Zukunftsentwicklung der Fonds. Diese leben zu einem guten Teil gerade vom Geldzufluss durch die institutionellen Investoren. Wenn die Branche jedoch aussteigen möchte, werden auch neue Investoren sich zurückhalten.

Krisenmodell geht weiter

Genau dies aber war der Kreislauf, durch den offene Immobilienfonds überhaupt erst in Not geraten sind.

Weil zu viele Investoren, gerade institutionelle Investoren, ihre Anteile zurückgeben wollten, fehlte die Liquidität. Daher weigerten sich einige Gesellschaften für Ihre Fonds, die Anteile zurückzunehmen.

Diese Anteile können Sie inzwischen nur noch an der Börse handeln. Die Nachfrage ist noch stark begrenzt, als Investor kommen Sie aus dieser Konstruktion kaum heraus.

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Aufgrund der neuen Datenlage ändert sich das Gesamtbild nicht.

Grundlage der Studie warne Fragen an Altersvorsorgeeinrichtungen, an Banken, an Family Offices, an Pensionskassen, Vermögensverwalter oder Versicherungen. Die befragten Investoren verwalten zusammen immerhin mehr als 10 Milliarden Euro.

Umfrage stichhaltig

Zwar werden solche Investoren niemals ihr gesamtes Vermögen in offene Immobilienfonds investieren, nur: im Vergleich ist die Zahl aussagekräftig. Etwa 80 Milliarden Euro verwalten alle offenen Immobilienfonds zusammen. Damit ist die Umfrage für unser Verständnis aussagekräftig.

Eine weitere schlechte Nachricht unterstützt daher die Befürchtung, dass die Krise weiter geht. Der Dachfonds “Premium Management Immobilienanlagen” (PMA) schließt.

Die Muttergesellschaft, Allianz Global Investors, hatte den Fonds bereits vor knapp einem Jahr im September 2010 eingefroren. Der Dachfonds selbst hält Anteile an offenen Immobilienfonds.

Einige dieser offenen Immobilienfonds sind ihrerseits bereits geschlossen, andere stehen aufgrund solcher Entscheidungen vor Problemen. Insgesamt verdüstert sich das Bild für offene Immobilienfonds:

  • 1/3tel aller institutionellen Investoren wollen aus offenen Immobilienfonds aussteigen.
  • Ein weiterer Dachfonds schließt endgültig.
  • Noch immer sind etwa 30 Milliarden Euro Vermögen der offenen Immobilienfonds “eingefroren”.
  • Der Handel an den Börsen ist weiterhin relativ schwach, als Investor können Sie Anteile dort kaum verkaufen.

Offene Immobilienfonds bleiben eine schwierige Anlageklasse. Sie werden in den nächsten Jahren keine vernünftigen Renditen mehr mit den Fonds schaffen können.

Daher nehmen wir den Schock zum Anlaß: für weitere Investitionen in offene Immobilienfonds sprechen wir eine klare Warnung aus. Einzig der “HausInvest” bleibt auf unserer Empfehlungsliste für Sie.

GeVestor.de meint: Offene Immobilienfonds bleiben eine schwierige Anlageklasse. Sie werden in den nächsten Jahren keine vernünftigen Renditen mehr mit den Fonds schaffen können.

Diesen Fonds empfiehlt auch der “Neue Deutsche Geldanlagebrief”, dem wir diese Statistik verdanken. Die Redaktion empfiehlt den Fonds bereits seit Jahren und begleitet Sie bei Ihrer Investition. Auch schon im kostenfreien 30-Tage-Gratis-Test.


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Von: Janne Joerg Kipp. Über den Autor

Janne Joerg Kipp ist der Experte für Wirtschaft und Geldanlage.