Offener Immobilienfonds: Rückgaben bald wieder möglich – die richtige Strategie

Stift Kurse Geld – shutterstock_458336038 William Potter

Vorsorge mit Immobilien ist eine richtige Maßnahme - meinen wir. Zusätzliche Chancen winken. (Foto: William Potter / Shutterstock.com)

Nach den schlechten Nachrichten von und bei offenen Immobilienfonds folgen nun die guten. Die Fondsgesellschaft Kanam plant, wieder Anteile zurückzunehmen. Für Sie und Ihre Vorsorge eine hervorragende Chance, wenn Sie entweder Anteile an offenen Immobilienfonds halten oder falls Sie planen, zu investieren. 2012 wird das Jahr des Comebacks sein.

Anteile: Mai 2012 späteste Wiederaufnahme

Die Gesellschaft KanAm hat angekündigt, die Anteile an offenen Immobilienfonds wieder anzunehmen. Spätestens zum Mai 2012 soll es wieder so weit sein. Dafür gibt es zwei wesentliche Gründe:

Der “Run” auf die Fondsgesellschaften hat nachgelassen, diese müssen ihre Anteile an offenen Immobilienfonds nicht mehr in dem Maße zurückkaufen wie zu Beginn der Krise dieser Fonds. Zum anderen sind Immobilien wieder und weiter wertvoller geworden. So haben die Gesellschaften – aller Wahrscheinlichkeit nach fast durchgehend – wieder bessere Erträge.

Sie können davon profitieren: vor allem, wenn Sie langfristig Vermögen für die eigene Vorsorge aufbauen wollen. Dann sind Immobilien ein wichtiger Baustein – und offene Fonds eine Chance, kleinere Anteile zu kaufen. Die Strategie: halten Sie die Anteile möglichst langfristig – allerdings werden auch Rückgaben in unvorhergesehenen Fällen bald wieder möglich sein.

Neue Regeln helfen

Die Regierung hatte aus dem “Run” auf Fondsgesellschaften gelernt: so haben seit 2008 viele Investoren nur deshalb ihre Anteile abgegeben oder abgeben wollen, weil auch andere die Anteile abgaben. Unabhängig vom Wert der Immobilien des Fonds löste dies Probleme aus.

Inzwischen liegt eine Reform vor, die institutionelle Investoren wie Fonds und Versicherungen wesentlich stärker hindert, Anteile abzugeben als Private. Die Einzelregelungen sind an dieser Stelle nicht wichtig – Sie können alles im Archiv des “Neuen Deutschen Geldanlagebriefs” nachlesen.

Nur: die Sicherheit bei einem Investment speziell in offene Immobilienfonds ist damit gestiegen. Die Regeln greifen. Daher sind die Fonds als Altersvorsorge geeignet.

4% Rendite teils netto möglich

Offene Immobilienfonds haben über Jahre Renditen von etwa 4% erwirtschaftet. Die Ergebnisse waren stabil und daher auch in dieser Höhe verlässlich. Zudem waren die Renditen höher als bei anderen Investments, wenn Sie sich auf die Nettogrößen beziehen.

Teile der Renditen waren steuer”befreit”, weil die Gesellschaften schon im Ausland für die Immobilien Steuern bezahlt hatten. Daher entspricht die Rendite dieser Fonds einer Bruttorendite in Höhe von 5% bis 6% bei anderen Anlagen.

Nur die Sicherheit ist in den vergangenen Jahren bei weitem nicht mehr die Sicherheit der 50(!) Jahre zuvor gewesen. Bis dato hatten offene Immobilienfonds niemals negative Renditen. Mit der Krise änderte sich dieser Vorteil.

Bestätigt: Strategie des “Haltens”

Als die Anteile nicht mehr zurück gegeben werden konnten, weil teilweise mehr als 10 Fondsgesellschaften diese rechtlich erlaubt verweigern konnten, versuchten viele Investoren, über die Börse zu liquidieren.

Diese Strategie war falsch. Ich habe damit gerechnet, dass a) die Kurse wieder etwas steigen würden und b) die meisten Investoren aufgrund der fehlenden Handelsmasse Vieles gar nicht würden verkaufen können.

Beide Annahmen waren richtig – und so werden heute noch Investoren Fondsanteile besitzen. Inzwischen steigen die Kurse wieder – und die Fondsgesellschaften öffnen sich nach und nach, wie beschrieben. Daraus resultiert für Sie eine Sonderchance der Vorsorge: kaufen Sie im Zweifel auch Anteile an den Fondsbörsen.

Fondskauf möglich

Der Trend ist recht deutlich: es geht wieder aufwärts. Sie können damit rechnen, dass die Kurse auch weiterhin ansteigen – und vor allem dann, wenn zunehmend Gesellschaften ihre Pforten wieder öffnen. Daher können Sie an den Fondsbörsen aktuell sogar als Käufer auftreten.

Die Strategie ist etwas spekulativer als sonst bei offenen Immobilienfonds üblich, aber vergleichsweise sicher. Sie sehen an diesem Bild von der Fondsbörse in Hamburg, dass der Handel für verschiedenste Fonds stattfindet und je nach “Geschmack” auch für Sie einen Fonds dabei haben wird.

Börsenhandel in Hamburg: geringe Nachfrage für günstige Einkäufe

Quelle: www.fondsboerse.de

Die Nachfrage ist teilweise noch so gering, dass die Anteilswerte unter dem inneren Wert der Beteiligungen liegen. Die Order selbst können Sie recht einfach vollziehen:

Wie bei Aktien geben Sie Ihrer handelnden Depotbank nur die WKN an und die Anzahl an Stücken, die Sie erwerben möchten. Allerdings ist es bei diesen Fonds wichtig, Stop-Buy-Orders anzugeben. Das heißt: definieren Sie eine Obergrenze, um nicht einem falschen Angebot aufzusitzen.

Meinen Empfehlung: Setzen Sie ein Stop-Buy maximal etwa bei den vorhandenen Kaufpreisen an dieser Börse an. Sie können auch etwas darunter gehen, laufen bei geringem Handel allerdings Gefahr, nicht bedient zu werden.

Strategie für kleinen Zusatzhebel geeignet

Diese Kaufstrategie jedoch ist nur als kleiner Zusathebel gedacht. Wenn Sie 10% Gewinn erzielen, weil der innere Wert nicht abgebildet ist, bleiben Sie dennoch davon abhängig, dass die Gesellschaft die Fondsanteile wieder zurücknimmt.

Für die Vorsorge empfehle ich eine andere Herangehensweise: Kaufen Sie am besten selbst genutzte Immobilien. Überschüssige Anteile oder Investments, weil Sie derzeit keine ganze Immobilie kaufen wollen, können Sie regulär über eine Fondsgesellschaft abwickeln.

Bewährt hat sich ein Fonds wie der “HausInvest”. Dieser Fonds schaffte auch in der Krise die Durchschnittsrenditen und bleibt auf unserer Empfehlungsliste.

Auch für diesen Fonds und die Nachfrage an den Börsen aber ergeben sich noch Chancen, da die Rückgaben anderer Fonds bald wieder möglich ist. Die Nachfrage wird steigen – so dass Sie mit dem Fonds außergewöhnlich liquide bleiben.

Die richtige Strategie mit dem HausInvest wird es aber sein, diesen auch auf Jahre zu halten. So, wie es der “Neue Deutsche Geldanlagebrief” schon länger empfiehlt. Die Börse ist nur das “Nottor”.

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Von: Janne Joerg Kipp. Über den Autor

Janne Joerg Kipp ist der Experte für Wirtschaft und Geldanlage.