OHB-Aktie: US-Hedgefonds-Manager verdient an deutschem Satellitenbauer

OHB: Aktivistischer Investor tritt bei deutschem Familienbetrieb Rückzug an – Familie hat Ruder weiter in der Hand – OHB operativ auf Kurs (Foto: Zadorozhnyi Viktor / Shutterstock.com)

Kaum ein paar Wochen ist es her, als der öffentlichkeitswirksame Einstieg des streitlustigen Hedgefonds-Managers Guy Wyser-Pratte für ordentlichen Wirbel beim Satellitenbauer OHB sorgte.

Dabei blieb der US-Investor seinem Stil treu: Erst kaufte er sich leise ins Unternehmen ein, um im Anschluss das Management mit einem direkten Frontal-Angriff herauszufordern.

Was auch immer man von einem solchen Manöver hält, dem Aktienkurs hat das Intermezzo kräftigen Rückenwind verliehen.

Auf 12-Monats-Sicht wurden die Papiere regelrecht wachgeküsst und sprangen um 130% in die Höhe.

OHB im Porträt

OHB ist ein europaweit tätiges Technologie- und Raumfahrt-Konzern.

Entstanden im Jahr 2002 durch die Zusammenlegung der OHB-System AG mit der OHB Teledata AG, bedient die Gesellschaft internationale Kunden mit Lösungen und Systemen.

Das Portfolio beinhaltet dabei Lösungen für die gesamte Wertschöpfungskette

  • von Satelliten-Entwicklung, -bau und -betrieb
  • über Daten-Übertragung und -Verarbeitung
  • bis hin zu Entwicklung und Bau von wissenschaftlichen Nutzlasten und Luft- und Raumfahrt-Strukturen.

Des Weiteren arbeitet die Gesellschaft u. a. an Projekten für Ausstattung und Betrieb der Internationalen Raumstation ISS sowie an Konzepten für die Erforschung des Sonnensystems.

Positioniert hat sich OHB auch als wichtiger Ausrüster im Bereich Luft- und Raumfahrt und gehört zu den größten deutschen Zuliefern des Ariane-5-Programms.

Beeindruckende Wachstums-Geschichte

Immer noch liegen 70% der Aktien in den Händen der Gründerfamilie Fuchs.

Was als kleine Firma mit dem Bau und der Reparatur von elektrischen und hydraulischen Schiffs-Systemen für die Bundeswehr begann, ist ein mächtiger Raumfahrt-Konzern geworden.

Das zeigt Ihnen auch ein Blick in die Bücher des Bremer Unternehmens:

Seit 2002 kletterten die Umsätze von 78,9 auf zuletzt 699,2 Mio. €. Die Gewinn-Margen sanken allerdings im Zeitverlauf:

Erzielte OHB in der Vergangenheit noch Netto-Margen von über 5%, so lag das Verhältnis von Netto-Gewinn zum Umsatz im vergangenen Jahr bei 3,18% (22,2 Mio. € Gewinn).

Firmenchef zeigt sich zuversichtlich und peilt weiteres Wachstum an

Der Vorstand erwartet für das Geschäftsjahr 2017 eine konsolidierte Gesamtleistung des OHB-Konzerns in Höhe von 800 Mio. €.

Dabei soll der operative Gewinn (EBIT) auf 44 Mio. (Vorjahr: 38 Mio. €) ansteigen.

Aufgrund des hohen Auftrags-Bestands und des positiven Ausblicks für das aktuelle Geschäftsjahr geht der Vorstand davon aus, dass sich die Finanz- und Vermögenslage weiterhin gut entwickeln wird.

Wayser-Pratte tritt den Rückzug an

Der aktivistische Finanz-Investor Guy Wyser-Pratte tritt hingegen nach der jüngsten Kursrally wieder den Rückzug an.

Laut eigenen Aussagen versilbert ein sein Investment mit einem Gewinn von 120%.

Der Investor war im Oktober 2015 bei der OHB eingestiegen und hatte damals für rund 3,5 Mio. € rund 1% der Aktien erworben.

Im Sommer hatte er für Aufruhr gesorgt, weil er der Gründerfamilie in mehreren Briefen Intransparenz und Ineffizienz vorwarf.

Seiner Kritik an der Firmenleitung wurde allerdings ebenso höflich, aber bestimmt begegnet wie seinen strategischen Vorschlägen.

So hatte der US-Investor auch eine Fusion zwischen OHB und dem italienischen Raumfahrt-Unternehmen Avio vorgeschlagen, um die Position gegenüber Großkonzernen wie Airbus zu verbessern.

Operativ hat Wayser-Pratte zwar nichts erreicht, dürfte aber mit seinem erzielten Gewinn mehr als zufrieden sein…

Analysten sehen kein Potenzial mehr

Ohne Zweifel hat OHB in den zurückliegenden Monaten eine beeindruckende Kursrally aufs Parkett gelegt. Dadurch hat sich allerdings auch die Bewertung deutlich verteuert:

Die Analysten rechnen in diesem Jahr im Schnitt mit einem Gewinn von 1,7 € je Aktie. Für Sie zum Vergleich: Im Vorjahr erzielte der Familienbetrieb lediglich 1,39 € je Anteilsschein.

Damit ergibt sich ein aktuelles Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 25.

Von 5 Experten, die sich mit der Aktie beschäftigen, raten lediglich 2 zum Kauf der Papiere. Der Rest stuft die Aktie als Halte- oder sogar als Verkaufs-Position ein.

Das durchschnittliche Kursziel liegt mit 40 € gut 5% unter dem aktuellen Kursniveau.


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Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

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