Ohne Leoni fährt kein Auto

Deutsche Firmen sind aktionärsfreundlich; nur 10% der Dax-, MDax-, SDax- und TexDax-Konzerne haben seit 2004 nie eine Dividende gezahlt. (Foto: Zadorozhnyi Viktor / Shutterstock.com)

Die deutschen Unternehmen sind größtenteils aktionärsfreundlich eingestellt:

Nur 10% der in DAX, MDax, SDax und TexDax gelisteten Firmen haben seit 2004 kein einziges Mal eine Dividende gezahlt. Da kann man als Dividendenjäger fast nichts falsch machen.

Besonders die im MDax vertretenen Konzerne sind sehr zahlungsfreundlich – da lohnt also doch auch einmal ein Blick in die 2. Reihe!

9% Umsatz-Plus

Der Kabelbaum eines modernen Fahrzeugs ist die zweitschwerste Komponente und gleichzeitig das teuerste Zulieferteil.

Betriebe wie der Kabelsystem-Hersteller Leoni stehen deshalb vor großen Herausforderungen, verdienen aber auch gut.

So konnte Leoni seinen Umsatz im 1. Halbjahr 2017 um 9% auf 2,44 Mrd. € steigern. Den Großteil des Zuwachses erzielte das Unternehmen aus eigener Kraft.

Die Basis dafür bildete die anhaltend gute Nachfrage der weltweiten Automobil-Industrie. Positiv wirkte sich zudem der gestiegene Kupferpreis aus.

Draht & Kabel wächst stärker als der Markt

Die Sparte Draht & Kabel konnte den Umsatz um gut 10% auf 1,51 Mrd. € steigern.

Dabei wuchs v. a. das Geschäft mit wichtigen europäischen Automobil-Herstellern stärker als der Markt produzierter Fahrzeuge.

Der Umsatz mit Hochvolt-Kabelsätzen und -Komponenten für Elektro- und Hybrid-Fahrzeuge legte von Januar bis Juni auf 19,4 Mio. € zu.

Das Sparten-EBIT erhöhte sich von 22,1 auf 64,1 Mio. €. Hierzu trugen neben dem höheren Umsatz auch die umgesetzten Maßnahmen zur Performance-Steigerung bei.

Der Auftragsbestand für die nächsten 5 Jahre wuchs auf 15,6 Mrd. €, der für Fahrzeuge mit alternativen Antriebs-Techniken vergrößerte sich auf 628 Mio. €.

Grundsteinlegung für „Fabrik der Zukunft“

Im Bereich Bordnetz-Systeme nahm der Umsatz um rund 8% auf 937 Mio. € zu.

Dabei standen dem guten Geschäft mit der Automobil-Industrie und der Robotik Einbußen in den Bereichen Petrochemie, Energie und Infrastruktur gegenüber.

Zudem trug die am 2. Mai abschließend veräußerte Haus- und Elektrogerätekabel-Sparte nur noch 4 Monate zum Umsatz bei.

Die daraus resultierenden Umsatz-Einbußen wurden durch einen positiven Effekt aus dem gestiegenen Kupferpreis überkompensiert.

Beim Sparten-EBIT führte die Entkonsolidierung aus dem Verkauf zu einem Anstieg von 39,8 auf 67,9 Mio. €.

Im Juni 2017 wurde der Grundstein für die Fabrik der Zukunft am deutschen Standort Roth gelegt.

Dort entsteht neben einer modernen Kabelproduktion auch ein Kompetenz- und Entwicklungs-Zentrum.

Attraktiver Dividendenzahler

Im bisherigen Jahresverlauf lag das Geschäfts-Volumen über den Planungen. Vor diesem Hintergrund wurde das Umsatz-Ziel für 2017 mit einem Anstieg um 4,5% auf 4,6 Mrd. € erhöht.

Die EBIT-Prognose hob Leoni von zuvor 180 – 200 auf aktuell 190 – 210 Mio. € an. Sie können nicht nur mit weiteren Kurs-Steigerungen rechnen, sondern auch mit stabilen Dividenden-Zahlungen.

Seit 1996 hat Leoni bis auf das Jahr 2009 jedes Jahr eine Dividende gezahlt.

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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.