Ohne Rauch geht’s auch

Die Zigarette ist längst nicht mehr ein Symbol für Freiheit und Coolness. Viele leidenschaftliche Raucher haben in den vergangenen Jahren erkannt, dass die Nachteile des Rauchens ganz klar überwiegen. Selbst heutige Raucher versuchen inzwischen, das Rauchen „gesünder“ zu gestalten und steigen auf E-Zigaretten um.

Ob dies langfristig der Gesundheit hilft, ist zu bezweifeln. Wem dies auf keinen Fall hilft, sind die Hersteller von Zigaretten. Diese kämpfen nämlich seit Jahren mit dem Kundenschwund. Auch British American Tobacco leidet.

BAT Industries ist der zweitgrößte Zigarettenhersteller der Welt. Der Konzern vertreibt über 300 Marken in 180 Ländern, produziert in 39 Ländern und ist Marktführer in mehr als 60 Ländern. Zu den bekanntesten Marken zählen Dunhill, Pall Mall, Lucky Strike und Kent.

BAT: Schwierigkeiten voraus

BAT kann sich dem schwierigen Umfeld nicht entziehen. Im vergangenen Jahr gingen der Umsatz um 8% und der Gewinn um 20,2% zurück. Preiserhöhungen konnten die negativen Wechselkurseffekte nicht kompensieren.

Die Pfund-Stärke einerseits und die Schwäche des Rubel, des brasilianischen Real und des südafrikanischen Rand andererseits drückten das operative Ergebnis um 672 Mio £ nach unten. Hinzu kamen noch Prozesskosten. Dennoch wird die Dividende erhöht, um die Aktionäre bei Laune zu halten.

Der Zigarettenabsatz sank um 1,3% auf 667 Mrd Stück. Betroffen waren vor allem die wichtigen Märkte Europas, Asiens und Amerikas. Leichte Absatzzuwächse gab es dagegen in Osteuropa, Afrika und im Nahen Osten. Insgesamt hat sich BAT aber besser entwickelt als der Weltmarkt, der um 2,5% schrumpfte.

Zu verdanken hat der Konzern dies seinen globalen Marken Pall Mall, Dunhill, Lucky Strike, Kent und Rothmans, die um 5,6% zulegten. Im laufenden Jahr wird sich der Abwärtstrend fortsetzen.

Der Konzern geht davon aus, dass der Weltmarkt für Zigaretten noch mal um 3% schrumpfen wird. Zudem werden Währungseffekte die Ergebnisentwicklung erneut belasten.

Rauchen bleibt unbeliebt

Spät, aber nicht zu spät hat BAT das Potenzial der E-Zigarette erkannt. In Großbritannien ist der Konzern bereits mit der Marke Vype vertreten. Weitere Tests mit Alternativen zur herkömmlichen Zigarette werden folgen. Die attraktive Dividendenrendite sichert den Kurs nach unten ab.

Das Aktienrückkaufprogramm wurde jedoch ausgesetzt wegen einer geplanten 4,7 Mrd $ schweren Investition in den Tabakkonzern Reynolds. Zwar versucht BAT mit dem Engagement bei E-Zigaretten, Marktanteile zu gewinnen, doch bleibt Rauchen unterm Strich einfach unbeliebt. Trotz der interessanten Dividende würden wir von der Aktie Abstand nehmen.

29. April 2015

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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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