Onoff-Aktie: Deutscher Automatisierungsspezialist wagt den Sprung aufs Parkett

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Onoff-Börsengang in den Startlöchern. Deutscher Automatisierungsspezialist wagt den Sprung auf das Parkett (Foto: gopixa)

Zuletzt hat sich die Stimmung an den Aktienmärkten wieder etwas aufgehellt. Das will nun der deutsche Automatisierungsspezialist Onoff für seinen Börsengang nutzen. Geplant ist der Sprung auf das Parkett für den Februar. Sorgen um eine konjunkturelle Abschwächung hat der Konzern dabei nicht. Laut der Konzernführung ist Onoff vor allem im wenig konjunktursensiblen Endmärkten aktiv.

Onoff im Portrait

Onoff wurde 1989 in Wunstdorf in der Nähe von Hannover gegründet und hat sich auf Trendthemen wie Prozessautomatisierung und Digitalisierung für Industrie 4.0-Lösungen spezialisiert. Die Geschäftsaktivitäten gliedern sich in zwei Bereiche auf:

  • Prozessautomatisierung: Im Bereich Prozessautomatisierung plant und erstellt die onoff group über die onoff engineering Lösungen zur Steuerung maschineller Prozesse. Der Schwerpunkt liegt auf Basis von zugekauften Vorprodukten im Einsatz von Soft- und Hardware für die Automatisierung der Produktion in der Prozessindustrie.
  • IT-Lösungen: Mit Oneoff it-solutions ist das Unternehmen nach eigenen Angaben führender mittelständischer Anbieter für Cyber Security Konzepte für die Prozessindustrie.

Dabei sieht der Vorstand Hartmut Dietrich vor allem Wettbewerbsvorteile in der Wertschöpfungstiefe. Die Gesellschaft bietet laut eigenen Angaben nämlich die komplette vertikale Integration der Prozessautomatisierung bis hin zu den Industrie-4.0-Stufen aus einer Hand an.

Rund 20% Wachstum erwartet

Momentan beschäftigt Onoff rund 160 Mitarbeiter, zählt also zu den kleinen Firmen am Markt. Im zurückliegenden Geschäftsjahr gingen bei dem Wunstdorfer Unternehmen erst Umsätze von 15,1 Millionen Euro durch die Bücher (Vorjahr: 14,46 Mio. Euro). Dabei erzielte die Gesellschaft ein Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) in Höhe von 1,3 Millionen Euro. Das entspricht einer EBITDA von 8,6%. Unter dem Strich blieb ein Gewinn in Höhe von 0,634 Millionen Euro übrig.

Für 2018 rechnen die Analysten mit einem Umsatzwachstum von rund 20% auf 18,1 Millionen Euro. Bis 2020 sollen die Erlöse dann auf 28,7 Millionen Euro anwachsen. Zeitgleich rechnen die Banker mit einer ansteigenden Profitabilität. Bei einem geschätzten EBITDA von 3,9 Millionen Euro in 2020 läge die EBITDA-Marge mit 13,5% im deutlich zweistelligen Bereich.

OnOff sieht nur geringe Konjunkturabhängigkeit

Unterdessen sieht sich Onoff als verhältnismäßig konjunkturresistent und verweist auf die Verteilung der Endmärkte. Sie müssen wissen: Gut die Hälfte der Einnahmen werden mit der Pharma- und Biotechnologiebranche erzielt. Etwa 15 % entfallen auf die Nahrungs- und Genussmittelbranche und jeweils 10 % auf die Bereiche Wasser und Abwasser sowie Chemie und Industrie, 5 % auf Green Energy (Flüssiggasantriebe für Schiffe).

Erwarteter Kapitalzufluss von 10 Millionen Euro

Bei dem von der MWB Wertpapierhandelsbank begleiteten Börsengang handelt es sich um eine Kapitalerhöhung und Umplatzierung. Bei einem Gesamtvolumen von 25 Millionen Euro dürften Onoff schätzungsweise 10 Millionen Euro an Liquidität zufließen. An dem Unternehmen sind die beiden Gründerfamilien Arneke und Bergman derzeit zu jeweils 47 % beteiligt. Sie werden nach der Börseneinführung mit einem Lock-up ihrer Anteile engagiert bleiben.

Sichtbarkeit der Firma soll durch Börsengang erhöht werden

Als geplante Verwendung der IPO-Erlöse gibt die Firma folgendes an: Rund 65 % der zufließenden Mittel sollen in das operative Wachstum gesteckt werden. Ein Viertel ist hingegen für Zukäufe eingeplant und 10% sollen als langfristige strategische Reserve dienen.

Aber der Börsengang soll noch einem anderen Zweck dienen – nämlich den Bekanntheitsgrad der Firme spürbar erhöhen. Damit könnte zumindest die Rekrutierung von Fachpersonal erleichtert werden. Denn hierin sieht der Konzern laut Presseberichten einen möglichen Risikofaktor.

Fazit: Es ist zu begrüßen, dass mit Onoff ein weiteres deutsches Unternehmen aus dem Bereich der Automatisierung den Weg an die Börse sucht. Allerdings dürfte bei einer erwarteten Marktkapitalisierung von 50 Millionen Euro die Aktie nur für wenige spezialisierte Großinvestoren eignen (da zu klein).

Zudem deutet sich an, dass die Bewertung der Firma kein Schnäppchen wird. Immerhin entspräche die Bewertung dem 3-Fachen Umsatz und je nach Steuersatz mehr als dem 40-Fachen der Gewinne. Ob sich die Aktie also für ein Investment eignet, wird sich erst mit Bekanntgabe der Zeichnungsspanne und damit der finalen avisierten Preisspanne zeigen.

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Rene König
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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