Optimismus am Bau

hochtief

In den kommenden Jahren werden Wachstumsraten von 3,6% erwartet, Anzeichen einer abschwächende Baukonjunktur sind nicht in Sicht. (Foto: yuttana Contributor Studio/Shutterstock)

Die Bauindustrie boomt, und ein Ende ist noch nicht in Sicht. Schon im vergangenen Jahr steigerten die 100 weltweit größten Baukonzerne ihren Umsatz um 10% auf 1,39 Bio $. Branchenexperten zufolge wird sich das Wachstum fortsetzen.

Erwartet werden jährliche Wachstumsraten von 3,6% in den kommenden Jahren. Auch in Deutschland gibt es noch keine Anzeichen für eine sich abschwächende Baukonjunktur. Im Gegenteil: Der Hauptverband der deutschen Bauindustrie hat seine Jahresprognose sogar erhöht. Statt 6% werden jetzt 8,5% Umsatzwachstum erwartet.

Wachstumstreiber Deutsche Bahn

Bei der Deutschen Bahn besteht ein Investitionsrückstau von rund 60 Mrd. €. Gleichzeitig steigen die Kosten für die laufende Instandhaltung kontinuierlich und belaufen sich bereits auf 2 Mrd. € jährlich. Bund und Bahn werden deshalb in den kommenden 10 Jahren 86 Mrd. € in Erhalt und Modernisierung der Bahninfrastruktur investieren. Davon entfallen 51,4 Mrd. € auf den Erhalt des Schienennetzes. Aber auch viele Brücken, Tunnel, Stellwerke, Bahnsteige, Bahnübergänge, Weichen und Kreuzungen sind veraltet und müssen saniert werden. Vor diesem Hintergrund dürfen vor allem Baukonzerne wie Hochtief und Strabag mit lukrativen Aufträgen rechnen.

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Wachstumstreiber Wohnungsbau

Angesichts der nach wie vor großen Wohnungsnot bietet auch der Wohnungs- und Eigenheimbau hohe Wachstumschancen. Besonders in den Ballungszentren wächst die Nachfrage stärker als das Angebot. Die Große Koalition hat sich vorgenommen, bis zum Ende der Legislaturperiode 1,5 Mio. neue Wohnungen fertigzustellen. Das Ziel kann aber nur erreicht werden, wenn jährlich 375.000 Einheiten entstehen. Im vergangenen Jahr wurden aber gerade mal 285.900 neue Wohnungen fertiggestellt. Dafür gibt es mehrere Gründe: Erstens gibt es immer weniger freie bebaubare Flächen; entsprechend haben sich die Preise für Bauland in den Großstädten seit 2010 mehr als verdoppelt.

Zweitens steigen die Baukosten kontinuierlich; nicht nur Fachkräfte müssen mit hohen Löhnen gelockt werden, sondern auch Baumaterialien wie Beton, Sand, Kies und Holz werden immer teurer. Und drittens verzögern immer komplexere gesetzliche Regelungen ein Bauvorhaben und verteuern es damit. Im Durchschnitt kostet der Bau einer neuen Wohnung heute rund 30% mehr als 2010. All dies spielt der Bauindustrie in die Karten. Denn in Zeiten boomender Baukonjunktur können die Baufirmen steigende Kosten problemlos an die Auftraggeber weiterreichen. Seit 2005 haben sich ihre Margen von 4,7 auf 7% verbessert.

3 Werte konnten den Gesamtmarkt schlagen

Trotz des guten Marktumfelds ist die Kursentwicklung der hier besprochenen Unternehmen insgesamt eher enttäuschend. Lediglich Wienerberger, STEICO und HELMA Eigenheimbau haben in den vergangenen 6 Monaten besser abgeschnitten als der Gesamtmarkt. Die beiden deutschen Unternehmen sind unsere Hauptfavoriten. Vor allem die ökologischen Baustoffe von STEICO liegen im Trend.


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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