Oracle-Aktie: Softwareriese verfehlt Wachstumserwartungen

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Oracle-Aktie: Wachstum im Cloud-Geschäft enttäuscht. Wettbewerb nimmt zu (Foto: josefkubes / shutterstock.com)

Schnell hatten sich die Papiere des US-Softwaregiganten Oracle nach den schwachen Zahlen wieder gefangen. Obwohl die Wachstumserwartungen im Cloud-Geschäft nicht erfüllt wurden, kehrten die Anleger nach anfänglichen Verlusten wieder zurück und stützten mit Käufen den Aktienkurs des SAP-Rivalen. Dennoch ist die Performance auf 12-Monatssicht enttäuschend. Mit einem Kursplus von gerade einmal knapp 3% hinkt die Aktie des Softwareriesen dem marktbreiten S&P 500 Index deutlich hinterher (+16%).

Wie lassen sich die vorgelegten Zahlen bewerten? Was macht die Konkurrenz im Cloud-Geschäft und wie schätzen die Analysten die Aktie momentan ein?

Oracle im Portrait

Oracle gehört zu den weltweit führenden Anbietern von Soft- und Hardwareprodukten. Das Unternehmen entwickelt, produziert, vermarktet und vertreibt Datenbank- und Middleware-Softwarelösungen, Applikationssoftware und Computerhardware wie Server und Speichersysteme.

Zu den Kunden des Unternehmens gehören sowohl Privat- als auch Geschäftskunden. Für kleinere und größere Unternehmen, Regierungsorganisationen oder Behörden bietet Oracle umfassende Pakete sowie ergänzende Services und entwickelt in enger Abstimmung mit den unterschiedlichen Kunden individuelle Lösungskonzepte. Auch Privatkunden können sich aus dem Produktportfolio für ihre Zwecke geeignete Software und Hardware zusammenstelle.

Mageres Wachstum im „Cloud – Zukunftsgeschäft“

Zuletzt meldete der Softwarespezialist einen Quartalsumsatz von 9,19 Milliarden Dollar.  Für Sie zum Vergleich: Die Analysten hatten mit rund 100 Millionen Euro mehr gerechnet. Die Ergebnisse entsprechen nur einem Umsatzwachstum von knapp 1%. Besonders enttäuschend. Auch im zukunftsträchtigen Cloud-Geschäft erzielte Oracle nur ein Umsatzplus von rund 3%. An den Gesamterlösen macht die Sparte unterdessen 71% aus.

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Gewinn steigt um 6% an

Unterdessen kletterte der Gewinn um 6% auf 2,27 Milliarden Dollar beziehungsweise 71 Cent je Aktie in die Höhe. Damit erzielte Oracle eine Gewinnspanne von 24,6%.

Wettbewerbssituation verschärft sich

Neben der schwachen Umsatzentwicklung wurde von einigen Marktteilnehmern die sich verschärfende Konkurrenzsituation kritisiert. Mittlerweile mischen zahlreiche Großkonzerne im schnell wachsenden Geschäft mit der Auslagerung von Rechendiensten an externe Rechenzentren mit. Neben den Platzhirschen Oracle und SAP drängen auch die Technologieriesen Amazon, Microsoft und Salesforce immer stärker in das Geschäft hinein.

Vor zwei Jahren hat Oracle mit der 9,3 Milliarden Dollar teuren Übernahme des Cloud-Spezialisten Netsuite die eigene Position in dem Wachstumsmarkt deutlich gestärkt. Netsuit gilt als einer der Pioniere im sogenannten Cloudgeschäft, bei dem Daten und Dienste ins Internet ausgelagert werden. Zu den Investoren von Netsuite gehörte übrigens kein andere als der Oracle Gründer Larry Ellison selbst.

Analysten zeigen sich uneinheitlich

Nach den Zahlen zeigen sich die Analysten uneinheitlich. Von den 38 Experten, die sich mit der Aktie beschäftigen, raten lediglich 18 zum Kauf. Der Großteil (19 Analysten) sieht in den Papieren eine Halteposition, während ein Banker sogar den Verkauf empfiehlt. Das durchschnittliche Kursziel liegt mit 53,47 Dollar rund 8% über dem aktuellen Kursniveau.


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Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.