Oracle: Datenbank-Riese bremst die Euphorie

Oracle Logo RED_shutterstock_439056304_josefkubes

Die Anleger der Oracle-Aktie wechseln nach der Vorlage der Geschäftszahlen auf die Verkaufsseite - obwohl der Datenbank-Riese solide Zahlen liefert. (Foto: josefkubes / shutterstock.com)

Mit einem deutliche Rücksetzer hat die Aktie des Datenbankspezialisten Oracle auf die Vorlage der Geschäftszahlen reagiert. Direkt nach Veröffentlichung der Zahlen sackten die Papiere um mehr als 6% in den Keller. Dabei war das Zahlenwerk auf den ersten Blick gar nicht mal schlecht. Die starke Nachfrage nach Cloud-Anwendungen hat die Geschäfte nämlich kräftig beflügelt. Doch offenbar hatten sich die Anleger von der Prognose für den weiteren Geschäftsverlauf mehr erhofft.

Oracle im Portrait

Oracle gehört zu den weltweit führenden Anbietern von Soft- und Hardwareprodukten. Das Unternehmen entwickelt, produziert, vermarktet und vertreibt Datenbank- und Middleware-Softwarelösungen, Applikationssoftware und Computerhardware wie Server und Speichersysteme.

Zu den Kunden des Unternehmens gehören sowohl Privat- als auch Geschäftskunden. Für kleinere und größere Unternehmen, Regierungsorganisationen oder Behörden bietet Oracle umfassende Pakete sowie ergänzende Services und entwickelt in enger Abstimmung mit den unterschiedlichen Kunden individuelle Lösungskonzepte. Auch Privatkunden können sich aus dem Produktportfolio für ihre Zwecke geeignete Software und Hardware zusammenstelle.

Abo-Erlöse werden immer wichtiger

Nun zu den Zahlen: Im zurückliegenden Quartal, das bei Oracle am 28. Februar zu Ende ging, konnten die Umsätze um 3% auf 10,1 Milliarden Dollar gesteigert werden. Das lag minimal über den Analystenerwartungen von 10,07 Milliarden Dollar. Im wichtigen Segment Cloud Services & License Support kletterten die Erlöse um 5% auf 7,25 Milliarden Dollar. Das lag leicht unter dem Analystendurchschnitt (7,28 Milliarden).

Damit stehen die Abo-Erlöse mittlerweile für 72% der gesamten Konzernumsätze. Während des Conference Calls verwies das Management von Oracle auf hohe Marktanteilsgewinne, die der Konzern gegen den Erzrivalen SAP im Cloud-Bereich erreichen konnte.

Gewinn beinahe verdoppelt

Das operative Ergebnis erhöhte sich bei Oracle im gleichen Zeitraum um 10% auf knapp 3,88 Milliarden Dollar. Die operative Marge verbesserte sich entsprechend auf 38% und lag damit um 2 Prozentpunkte über dem Vorjahresniveau.

Am Ende stand ein Nettogewinn von 5,02 Milliarden Dollar in den Büchern, was einem Anstieg um 95% entspricht. Allerdings müssen Sie im Hinterkopf behalten: Ein einmaliger Steuerertrag in Höhe von 2,3 Milliarden Dollar trug einen Großteil zu diesem Sprung bei. Das Ergebnis je Aktie (verwässert) verbesserte sich indes um 113% auf 1,68 Dollar.

Aktienrückkäufe werden ausgeweitet

Für das laufende Quartal stellte die Konzernführung einen Umsatzanstieg (währungsbereinigt) von 1 bis 3% in Aussicht. Beim bereinigten Gewinn je Aktie rechnet Oracle mit 1,28 bis 1,32 Dollar je Aktie.

Gleichzeitig hat der Verwaltungsrat eine Ausweitung der geplanten Aktienrückkäufe beschlossen: Künftig kann Oracle eigene Aktien im Gegenwert von 20 Milliarden Dollar zurückkaufen. Zudem soll die quartalsweise ausgezahlte Bardividende um 33% auf 0,32 Dollar angehoben werden. Damit liegt die aktuelle Dividendenrendite bei rund 1,9%.

Oracle Logo RED_shutterstock_439056304_josefkubes

TikTok-Deal: Trump stimmt Teilübernahme zuOracle und Walmart wollen das chinesische Videoportal TikTok in Teilen übernehmen und zu einem amerikanischen Unternehmen machen. Diesem Übernahmevorhaben hat der US-Präsident am Wochenende seinen Segen erteilt. › mehr lesen


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
GeVestor Logo Adler
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig den kostenlosen E-Mail-Newsletter "GeVestor täglich". Herausgeber: GeVestor Verlag | VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG. Sie können sich jederzeit wieder abmelden.

Hinweis zum Datenschutz