Oracle: SAP-Rivale mit schwachem Neugeschäft

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Oracle schwächelt beim Neugeschäft. Doch die Aktie des SAP-Rivalen gibt es trotz verhaltener Wachstumsperspektiven mit Aufschlag. (Foto: josefkubes / shutterstock.com)

Auch Technologiefirmen sind nicht komplett immun gegen die aktuelle Corona-Krise. Das zeigen die gerade präsentierten Quartalszahlen des US-Tech-Giganten Oracle. Mit Hochspannung wurden die Ergebnisse erwartet. Da das Quartal bei Oracle Ende Mai abgelaufen ist, liefern die Zahlen einen guten Einblick auf die Entwicklung nach Beginn der Lockerungsmaßnahmen.

Soviel vorab: Insgesamt fiel die Geschäftsentwicklung solide aus. Nachdem die Aktie nachbörslich deutliche Verluste verkraften musste, legte Sie im Handelsverlauf am Donnerstag aber deutlich an Wert zu.

Tech-Ikone Oracle

Oracle Corporation ist ein US-amerikanischer Soft- und Hardwarehersteller mit Hauptsitz im kalifornischen Redwood City (Silicon Valley). Bereits im Jahr 1977 gegründet, gehört die Firma zu den alteingesessenen Mega-Technologiekonzernen in den USA.

Das Unternehmen ist spezialisiert auf die Entwicklung und Vermarktung von Computer-Hardware und -Software für Unternehmenskunden – insbesondere des Datenbanksystems Oracle Database. Die verschiedenen Soft- und Hardwarelösungen werden nach entsprechenden Branchenstandards konzipiert und sind sowohl in Komplettpaketen als auch als Einzelkomponenten verfügbar. Oracle zählt zu den weltweit größten Softwareherstellern gemessen am Umsatz (2019: 39 Mrd. Dollar). Oracle beschäftigt mehr als 138.000 Mitarbeiter und hat 430.000 Kunden in 175 Ländern.

Umsatz sinkt im Schlussquartal um 6%

Im gerade abgelaufenen vierten Quartal verzeichnete Oracle eine zweigeteilte Entwicklung. Vor allem das Neugeschäft schwächelte auf Grund der Corona-Pandemie: Der Umsatz mit Cloudlizenz­ und Softwarelizenzverkäufen schrumpfte um 22 % auf 1,96 Milliarden Dollar. Zugleich stagnierten die Erlöse mit Cloud- und Supportdiensten bei rund 6,8 Milliarden Dollar. Der Hardwareumsatz schrumpfte um 9 %, der Serviceumsatz um 11 %.

Insgesamt gingen bei Oracle 10,4 Milliarden Dollar an Umsatz durch die Bücher. Das entspricht einem Rückgang um 6%. Um Fremdwährungseffekte bereinigte lag das Minus bei 4%.

Das operative Ergebnis verbesserte sich unterdessen um ein Prozent auf 4,3 Milliarden Dollar. Die operative Marge lag damit bei 41%. Unter dem Strich blieb ein Nettogewinn von 3,12 Milliarden Dollar übrig. Für Sie zum Vergleich: Im Vorjahr erzielte Oracle ein Nettogewinn von 3,74 Milliarden Dollar.

Stagnierendes Geschäft im laufenden Quartal

Angesichts der Pandemie zeigte sich die Firmenchefin Safra Catz mit den Ergebnissen dennoch ausgesprochen zufrieden. Da Kunden aus stark betroffenen Wirtschaftsbereichen (Tourismus, Transport etc.) zum Teil Aufträge storniert oder verschoben haben, sollte sich die Entwicklung mit einer Fortsetzung der wirtschaftlichen Erholung wieder zunehmend verbessern.

Im laufenden Quartal soll das Umsatzwachstum um die Nulllinie schwanken (-1% bis +1%) Für das Ergebnis je Aktie werden 0,84 bis 0,88 Dollar angepeilt.

Analyten werden zuversichtlicher

Die Analysten zeigten sich im Nachgang der Quartalszahlen in Summe positiv. Von 31 Analysten, die sich mit der Aktie beschäftigen, überwiegen zwar die Halteempfehlungen (20), aber im Nachgang der Zahlen passten gleich mehrere Großbanken (JPMorgan, UBS und Société Générale) ihre Kursziele nach oben an. Im Durschnitt taxieren die Analysten den Firmenwert auf 54,70 Dollar je Aktie. Allerdings ist das Kursziel nach dem jüngsten Kursanstieg bereits so gut wie erreicht.

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Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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