Oslo Børs-Aktie: Bieterkampf um Olsloer Börse ist entfacht

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Übernahmekampf um Osloer Börse spitzt sich zu. Amerikanischer Börsenbetreiber Nasdaq versucht mit höherer Offerte zu punkten. (Foto: Matej Kastelic / Shutterstock.com)

Was viele Marktteilnehmer erwartet hatten, ist nun eingetreten. Der Übernahmekampf um die Osloer Börse hat begonnen. Nach der Euronext greift nun ach der US-amerikanische Börsenbetreiber Nasdaq nach dem skandinavischen Konzern und legt eine höhere Offerte auf den Tisch.

Euronext bietet 626 Millionen Euro

Gerade einmal zwei Wochen ist das vorgelegte Übernahmeangebot der Mehrländer-Börse Euronext her. Euronext hält bereits 5,3% an Oslo Børs und versucht seit einiger Zeit, sich breiter aufzustellen und das Gewicht nicht mehr so stark auf den Aktienhandel zu legen. Sie müssen wissen: Euronext betreibt die Börsen in Amsterdam, Brüssel, Lissabon und Paris und hat ihren Sitz in Amsterdam. Jetzt bietet der Börsenbetreiber 145 Norwegische Kronen (14,59 Euro) je Aktie. Das bewertet die Osloer Börse mit 626 Millionen Euro. Die Angebotsfrist endet am 11. Februar.

Nach der Offerte meldete sich der Olsoer Börse selbst zu Wort und empfahl seinen Anlegern, vorerst nichts zu unternehmen und zu warten, ob ein alternatives Angebot vorgelegt wird. Euronext gab mit dem Übernahmeangebot auch bekannt, sich bereits die Zustimmung von 50% der Anleger gesichert zu haben.

Börsenbetreiber Nasdaq übertrumpft Angebot

Stand heute erwies sich die Empfehlung für die Anleger als goldrichtig. Denn mit der Nasdaq betritt nun ein weiterer Bieter die Übernahmebühne. Am Mittwoch hat der US-amerikanische Marktbetreiber ein 5% höheres Angebot präsentiert. Je Aktie bietet der US-Konzern 152 Norwegische Kronen.

Es wird erwartet, dass die geplante Transaktion das von der Nasdaq angegebene ROIC (Return on Invested Capital) -Ziel von mindestens 10% innerhalb von 3-5 Jahren erreicht und innerhalb von 12 Monaten nach Abschluss des Projekts den Gewinn je Aktie erhöhen wird.

Offerte wird unterstützt

In einer ersten Reaktion zeigte sich das Board of Directors positiv und unterstütze das höhere Angebot. Aktionäre, die 35,1 % der Anteile hielten, hätten unwiderrufliche Vorabannahmen des Gebots eingereicht. Dazu zählten mit der norwegischen Bank DNB und dem Rententräger Kommunal Landspensjonskasse auch die beiden größten Anteilseigner.

Das offizielle Gebot soll am 4. Februar veröffentlicht werden und wird voraussichtliche eine Annahmefrist bis zum 4. März haben. Damit die Übernahme zustande kommt, müssen mindestens 90% der Aktionäre ihre Zustimmung erteilen und der Deal müsste bis Jahresende über die Bühne gehen.

Wer hinter dem amerikanischen Bieter steckt

Die Nasdaq ist die größte elektronische Börse in den USA, gemessen an der Zahl der gelisteten Unternehmen. Sie verwaltet aber auch sechs nordeuropäische Börsen, darunter diejenigen in Helsinki, Kopenhagen und Stockholm.

Im vergangenen Jahr gingen bei dem Konzern Nettoumsätze in Höhe von 2,526 Milliarden Dollar durch die Bücher (+5% zum Vorjahr). Unter dem Strich blieb ein Jahresgewinn von 458 Millionen Dollar hängen beziehungsweise 2,77 Dollar je Aktie. Das ist zwar weniger als Vorjahr (729 Millionen Dollar), aber vor allem auf einen einmaligen negativen Steuereffekt in Höhe von 289 Millionen Dollar zurückzuführen.

Marke soll beibehalten werden

Die Nasdaq will nach einer möglichen Übernahme die Mark der Börse Oslo beibehalten. Zugleich soll die führende Stellung in den Bereichen Energie, Schifffahrt und Fischindustrie ausgebaut werden. Jetzt dürften die zuständigen Behörden das letzte Wort haben. Der Board of Directors der Osloer Börse erklärte, dass das norwegische Finanzministerium auf Basis von Ratschlägen der norwegischen Finanzaufsicht über die Angelegenheit entscheiden werde.

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Jens Gravenkötter
Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Der gewiefte Börsen-Profi Jens Gravenkötter verdankt seinen Erfolg nicht zuletzt seinem Wissen aus seiner Ausbildung zum Bankkaufmann und seinem Studium der Volkswirtschafslehre.