Osram-Aktie: Kommt es doch noch zur Bieterschlacht?

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Für kurze Zeit sah es nach einer Bieterschlacht um Osram aus, bevor sich der zweite Interessent wieder verabschiedete. Kommt es doch noch dazu? (Foto: AR Pictures / shutterstock.com)

Es gab Zeiten, da gehörte die Fusions- und Übernahmefantasie zu einem festen Bestandteil der Börsen. Diesbezüglich ist es in diesem Bereich deutlich ruhiger geworden. Doch aktuell rückt die Aktie von Osram nach zwei Übernahmeangeboten ins Visier der Anleger.

Das Unternehmen

Die in München ansässige Osram Licht AG stellt Leuchtmittel und Leuchtsysteme für Spezialanwendungen, LED-Produkte und professionelle Leuchten her. Bereits im Juli 2016 wurde das Geschäft mit traditionellen Leuchtmitteln und LED-Retrofit-Lampen an ein chinesisches Konsortium verkauft. Von 1978 bis 2013 war Osram eine Tochter der Siemens AG, bevor dann das Unternehmen an die Börse gebracht wurde.

Übernahmeangebot aus den USA

Schon vor einigen Wochen gaben zwei US-Finanzinvestoren – Bain Capital und Carlyle – bekannt, die Übernahme des über 110 Jahre alten Münchner Unternehmens anzustreben. Der Plan: Das Gebot für 35 Euro je Aktie, was einem Gesamtpreis von knapp 3,4 Milliarden Euro entspricht. Die Führungsebene von Osram steht diesem Vorschlag positiv gegenüber und auch seitens der Arbeitnehmervertreter gibt es keinen Widerstand.

Schlechte Aussichten für Osram

Der Grund, warum die Unternehmensführung sich mit 35 Euro zufrieden gibt, obwohl die Aktie Anfang 2018 noch doppelt so viel wert war, liegt in den eingetrübten Geschäftsaussichten.

Das Münchener Traditionsunternehmen kam zuletzt in Schieflage: Auf Grund des zu beobachtenden Rückgangs der weltweiten Verkaufszahlen von PKWs und Smartphones – hier ist Osram Zulieferer – wurde für dieses Jahr ein deutlicher Umsatzrückgang von bis zu 14% prognostiziert. Da kommt eine Übernahme wohl sehr gelegen.

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Ein neuer Bieter, der aber wieder verschwand

Zum Wochenauftakt gab es eine Meldung, die aufhorchen ließ: Der Beleuchtungshersteller erhielt ein neues Übernahmeangebot seitens des österreichischen Halbleiterkonzern AMS. AMS bot im Zuge einer unverbindlichen, vorläufigen Interessensbekundung 38,50 Euro pro Aktie und übertraf damit das bislang vorliegende Angebot deutlich. Doch schon wenige Stunden später wurde dieses Angebot wieder zurückgezogen. Laut AMS gab es “keine ausreichende Basis” für weitere Gespräche mit Osram. Eine nähere Erklärung zu den Hintergründen des Rückziehers gab es nicht.

Jetzt stellt sich die Frage, ob es doch noch zu Bewegung kommt und es möglicherweise eine Übernahmeschlacht gibt. Sollte es so sein, so dürfte die Aktie deutlich zulegen. Sollte allerdings seitens anderer Firmen kein Interesse gegenüber Osram bestehen und das vorliegende Angebot das einzige blieben, so sind die Aufwärtsperspektiven der Aktie eher begrenzt.

Bis September Zeit für die Aktionäre

Das geplante weitere Vorgehen – ohne, dass neue Bieter auftauchen – sieht vor, dass die Bafin nun die Prüfung der Angebotsunterlagen des US-Konsortiums kurzfristig abschließen wird. Erst dann kann das Angebot von 35 Euro – der Aktienkurs schwankt derzeit übrigens um die 33 Euro-Marke – an die Aktionäre erfolgen, die dann wohl bis September Zeit hätten, sich für diesen Deal zu entscheiden.

Spekulation auf weitere Angebote lohnt sich nicht

Alles in allem ist die Osram-Aktie nur für risikobereite Anleger geeignet, die auf einen neuen Bieter hoffen. Allerdings sehe ich die Wahrscheinlichkeit dafür als eher gering an und rate Ihnen vom Einstieg ab.


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Sascha Mohaupt
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

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