Osram-Aktie: Sensor-Boom treibt Aktie des Lichttechnik-Konzerns auf neues Rekordhoch

Noch nicht einmal 1/2 Jahr ist es her, da wollte der Konkurrent San’an aus China den deutschen Lichttechnik-Spezialisten schlucken.

Aber der vehemente Widerstand der ehemaligen Siemens-Tochter und der Gewerkschaft haben den Interessenten abgeschüttelt.

Dass der Osram-Konzern auch gut ohne einen chinesischen Eigentümer kann, haben die gerade vorgelegten Geschäftszahlen eindrucksvoll bewiesen.

Weltweit zweitgrößtes Beleuchtungs-Unternehmen

Bevor ich auf näher auf die Zahlen eingehe, möchte ich Ihnen den Lichtkonzern aber erst einmal vorstellen.

Immerhin handelt es sich bei der Münchener Firma um den zweitgrößten Beleuchtungs-Konzern der Welt.

Das Produkt-Portfolio von Osram deckt die gesamte Wertschöpfungskette ab. Dazu gehören Lichtquellen wie:

  • Glühlampen,
  • Halogen-Lampen,
  • Leuchtstoff-Lampen,
  • Hochdruckentladungs-Lampen,
  • LED
  • und
  • OLED.

Außerdem zählen dazu:

  • Vorschalt-Geräte,
  • Beleuchtungs-Komponenten,
  • vollständige Leuchten,
  • Lichtmanagement-Systeme
  • und Beleuchtungs-Lösungen.

Diese werden sowohl für Endkunden als auch professionelle Anwender entwickelt.

Die Systeme werden in einer Vielzahl von Bereichen eingesetzt.

So werden beispielsweise für die Automobil-Industrie Lichtquellen und -systeme für Front-, Rück-, Signal- und Innenbeleuchtung und Sensorik hergestellt.

Aber auch in Displays, Mobiltelefonen, in den Bereichen Projektion und Unterhaltung oder Industrie und Medizin kommen die Produkte zum Einsatz.

Sensor-Boom sorgt für Rückenwind

Im Moment treibt v. a. die Nachfrage nach Infrarot-LEDs für Autos und Mobiltelefone die Geschäfte voran. So liefert Osram z. B. Infrarot-Produkte für den Iris-Scan in Smartphones oder Smartwatches.

Die Produktions-Kapazitäten der Münchener sind bis auf das Letzte ausgelastet. Laut Firmenchef Olaf Berlien gibt es sogar Lieferschwierigkeiten bei Infrarot-Dioden.

Nicht zuletzt die starke Nachfrage aus der Automobil-Industrie lässt die Kapazitäten knapp werden.

Jahres-Planung wird nach oben geschraubt

Auf Grund der guten Entwicklung in den vergangenen beiden Quartalen und der anhaltend hohen Auslastung zeigt sich Konzernlenker Berlien zuversichtlich und passt die Jahres-Prognose nach oben an:

Das Unternehmen rechnet nun mit einem Umsatz-Plus von 7 – 9% anstelle der bisher erwarteten 5 – 7%.

Für Sie zum Vergleich: Im vergangenen Quartal kletterte der Umsatz um Währungs- und um Portfolio-Effekte bereinigt um fast 10% auf 1,05 Mrd. in die Höhe.

Nach Steuern verdiente der Konzern im 2. Quartal im fortgeführten Geschäft mit 79 Mio. € zwar weniger als im Vorjahr (95 Mio. €).

Aber Sie müssen beachten, dass der Vorjahreswert stark durch Einmal-Effekte verzerrt war. Für das Gesamtjahr peilt Osram nun eine operative Rendite zwischen 16,5 und 17,5% an.

Mittelfrist-Planung ambitioniert

Bis zum Jahr 2020 will Osram bei einem Umsatz von 5,5 Mrd. € ein bereinigtes Vorsteuer-Ergebnis von 0,9 – 1 Mrd. € erreichen. Jedoch bezeichnet Vorstands-Chef Berlien die Ziele als ambitioniert.

Für den Halbleiter-Bereich für die Automobil-Industrie ist der Konzern ausgesprochen positiv.

Nicht zuletzt die starke Verbreitung von Fahrerassistenz-Systemen sorgen für Wachstumsraten von rund 25%.

In der Sparte Leuchten und Systeme, die etwa Straßen-, Stadien- oder Flughafen-Beleuchtung anbietet, soll die Restrukturierung bis 2020 abgeschlossen sein.

In diesem Jahr wird der Geschäftsbereich die Gewinnschnelle, entgegen der ursprünglichen Planung, eventuell doch nicht erreichen.

Nach der erfolgreichen Restrukturierung soll der Bereich wieder eine operative Rendite von 8% abwerfen.

8. Mai 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

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