Osram ist zurück im Rampenlicht

Der Tod der Glühbirne hat dem Leuchtenhersteller schwer zugesetzt. Doch nun ist man zurück in der Gewinnzone. (Foto: Zadorozhnyi Viktor / Shutterstock.com)

So wie die deutschen Energiekonzerne RWE und E.ON zurzeit mit der regierungsseitig verordneten Energiewende kämpfen, erging es vor wenigen Monaten noch der Osram Licht AG.

Das ehemalige Tochterunternehmen der Siemens AG wurde durch das 2008 eingeleitete EU-weite Verbot der traditionellen Glühlampen vollständig durchgerüttelt.

Herstellung und Vertreib der gewohnten Leuchtmittel wurden seinerzeit aus Umweltgründen Schritt für Schritt untersagt und sorgten damit für rapide Umsatzeinbußen bei den betroffenen Herstellern du Existenzkrisen..

Bei Osram wurden tausende Arbeitsplätze gestrichen und Werke geschlossen oder verkauft. Der Markt schrumpfte beträchtlich, haben die Nachfolgeprodukte doch eine längere Lebensdauer als die bisherigen Glühbirnen.

Zusätzlichen Belastungen sah man sich durch Preiskämpfe, die vor allem von der asiatischen Billigkonkurrenz angefacht wurden, ausgesetzt.

Siemens entledigte sich elegant seiner Risken

Kein Wunder also, dass der von Siemens geplante klassische Börsengang der Lichttochter abgesagt werden musst.

Um sich dennoch vom Risiko bei der Konzerntochter zu befreien, kam ein perfider Plan zu tragen, die Osram Licht AG-Aktien wurden den Siemens-Aktionären ungefragt als „Gratisaktien“ im Verhältnis 10 Siemens zu 1 Osram ins Depot gebucht.

Siemens war damit sein Risiko los, sollten doch andere, die Aktionäre, dafür gerade stehen.

Seit der Börseneinführung am 08. Juli diesen Jahres steht Osram nun auf eigenen Beinen. Wankte man zwischenzeitlich ein wenig, steht man inzwischen fest auf den Füßen.

Denn Osram gelang früher als geplant der Turnaround, im 3. Quartaldiesen Jahres konnten erstmals wieder schwarze Zahlen geschrieben werden.

Zwar sankt der Umsatz währungsbedingt um -4%, doch der Gewinn stieg deutlich. Aus einem Verlust von -391 Mio. Euro in der Vergleichsperiode wurde ein Gewinn von +34 Mio. Euro, der vor allem aus dem zuletzt deutlich besseren Geschäft mit Leuchtdioden-Produkten (LEDs) resultierte.

8.700 Stellen fallen „Push“ zum Opfer

Doch trotz des Erfolges, die Konzernleitung bleibt auf der Hut und denkt an die Zukunft. Mit seinem Sparprogramm „Push“ baut sich der Konzern weiter um.

Das dabei aktuell 8.700 Arbeitsplätze, und damit bis 2014 noch einmal 700 mehr als bislang angekündigt, auf der Strecke bleiben zeigt, die Bergspitze ist bislang noch nicht erklommen, man befindet sich auf einer ersten Zwischenetappe.

Denn die Entwicklung der neuen Lichttechnik rund um die LEDs kostet viel Geld, der Markt ist in ständigem Wandel.

Zwar kosten die neuen Leuchtmittel im Laden mehr als die bisherigen Glühlampen, doch dafür halten sie auch länger.

Damit ist man als Konzern auf ständiges Wachstum angewiesen, muss aber auch vorsichtig sein, sich auf der anderen Seite nicht kaputtzusparen.

Dass der Osram Licht AG dieser Spagat gelingt, daran glauben die Aktionäre fest. Der Blick auf den Point&Figure-Chart zeigt, auch wenn es seit dem Börsengang zwischenzeitlich durchaus einmal kleine Rücksetzer (die O-Säulen im Chart) gegeben hat, die Aufwärtstendenz ist klar erkennbar.

Osram-Chart 13-11-2013

(anklicken zum Vergrößern)

Ein Point&Figure-Kaufsignal (grüne Kreise) jagt das andere, das jüngste, erst gestern generierte Kaufsignal weißt das nächste, bislang unbestätigte Kursziel bei 47,00 € aus. Wenn die Marke erreicht wird, winkt ausgehend vom heutigen Kurs bei ca. 40,00 € ein Gewinn von +17,5%. Nicht schlecht, auch wenn man nach den Regeln des Point&Figure-Trading zeitlich nicht genau weiß, wann es soweit sein wird.

Wer von Ihnen, liebe Leser überlegt, diese Chance zu nutzen, sollte auch wissen, wo der notwendige Sicherheitsstopp zu setzen wäre. Sie sehen es im Chart und der grünen Bullish-Support-Linie, die Osram-Aktie kann ohne den bisherigen Aufwärtstrend zu gefährden bis zu dieser Linie zurücklaufen.

Schauen wir auf die Linie und die dazugehörige Kursskala links im Bild, lesen wir dort den Wert von 31,00 € ab, unser großzügiger Stopp sollte als leicht hierunter, also bei 30,00 € liegen. Rechnen wir nun das Risiko aus, kommen wir auf ein Verlustrisiko von hohen -25%.

Ein Chancen-Risiko-Verhältnis von 17:25, das ich als nicht sehr beruhigend empfinde und mich davon abhält, die leicht nachgebenden Kurse heute Morgen zu nutzen, um in Osram zu investieren.

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Von: René Neukirch. Über den Autor

René Neukirch, Jahrgang 1963, ist Händler. Parketthändler. Zumindest nannte man es damals, vor über 26 Jahre so. Mit nur 22 Jahren hatte er sich schon vom einfachen Bankkaufmann hochgearbeitet zum Parketthändler und ist seitdem der Leidenschaft Börse verfallen.

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