Osram: überraschend erfolgreiche Aktie

Die Osram-Aktie hat sich seit dem Börsengang gut geschlagen. Jetzt winkt die Aufnahme in den MDAX. (Foto: AR Pictures / shutterstock.com)

Erinnern Sie sich noch an die Querelen um Osram? Vor gerade einmal zwei Monaten brachte Siemens seine Tochter mit viel Gegenwind endlich an die Börse.

Seitdem ist der Wert überraschend gut gelaufen und dürfte in dieser Woche erneut ins Blickfeld der Anleger rücken.

Performance stimmt

Es ist schon beeindruckend, mit welcher Performance die Osram-Aktie seit Börsenbeginn aufwartet. Anfang Juli lag das Wertpapier, welches von Siemens abgespalten wurde (Spin off), bei der ersten Notierung an der Börse bei 24 €.

Inzwischen hat sie ein Niveau von mehr als 30 € erreicht – mit steigender Tendenz.

Doch insgesamt ist es um die Osram-Aktie – trotz dieser Kurssteigerung – bislang recht ruhig geblieben.

Zahlenwerk stimmt ebenfalls

Eigentlich zu Unrecht, wie ein Blick auf die neuesten Verlautbarungen zeigt. Denn auch aus Zahlensicht scheint alles in Ordnung:

Vor wenigen Wochen erhöhte das Unternehmen im Rahmen der Veröffentlichung der Zahlen zum 3. Quartal des Geschäftsjahres 2012/13 seine Jahresprognose. Statt eines kleinen Verlusts sollen unterm Strich nun schwarze Zahlen stehen.

Die Gründe für den Aufwärtstrend: Ein Buchgewinn aus dem angestrebten Verkauf des Anteils am Gemeinschaftsunternehmen Valeo Sylvania sowie ein starkes Geschäft im Bereich Luminaires & Solutions (kurz L&S, umfasst neben Leuchten für professionelle Anwender auch Produkte für Endverbraucher sowie das Service- und Lösungsgeschäft).

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Gelingt der Aufstieg in die zweite Börsenliga?

Und nun gibt es eine weitere Entwicklung, der für Gesprächsstoff sorgen dürfte: Der Aufstieg in die zweite Börsenliga: Am Mittwochabend berät der Arbeitskreis Aktienindizes der Deutschen Börse über die künftige Besetzung der Deutschen Aktienindizes.

Während es beim DAX wohl keine Veränderungen geben wird, dürfte es zumindest beim MDAX zu einem Stühlerücken kommen. denn eine ganze Reihe an Börsenneulingen klopft dort an die Tür.

Hierzu gehören – glaubt man den Marktbeobachtern – jetzt die einstige Siemens-Tochter Osram und das Chemieunternehmen Evonik.

Mit diesem Schritt, der dann Ende des Monats umgesetzt werden dürfte, wird der Konzern mehr Öffentlichkeit erreichen und so ein wenig weiter aus seinem bisherigen Schattendasein herauskommen.

Weiterhin Outperformer?

Insgesamt bin ich gegenüber der Aktie weiterhin recht positiv eingestellt. Von fundamentaler Seite sind weitere Preissteigerungen möglich.

Offenbar gingen die Zugeständnisse der Konzernmutter Siemens beim Börsengang von Osram bezüglich des Preises doch etwas zu weit. Kein Wunder: Nach zwei gescheiterten Anläufen sollte es beim dritten Versuch unbedingt klappen.

Das haben die Schnäppchenjäger ausgenutzt. Mit großen und schnellen Kursgewinnen rechne ich zwar auch bei einer Aufnahme in den MDAX nicht. Aber eine bessere Performance als dem breiten Markt traue ich der Osram-Aktie weiter zu.


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Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.