Ost gegen West: So übel steht es um die EU

Kein Politiker wird Ihnen im Wahljahr die Wahrheit sagen. Doch: Die EU steht vor einem Scheideweg.

Viel schlimmer noch – könnte an ihren ungelösten Problemen zerbrechen wie eine Glasscherbe unter einem Schuhabsatz.

So übel steht es um die EU

Wir haben Ihnen aufgezeigt, dass die Euro- und Bankenkrise von 2008 keinesfalls überwunden ist: Krisenland Griechenland braucht neue Kredithilfen, Italien und Frankreich wackeln.

Die Target2-Salden der Deutschen Bundesbank belaufen sich auf unglaubliche 800 Milliarden Euro.

Die Differenzen bei den Zinsen für Staatsanleihen wachsen stetig, weil der Risikoaufschlag steigt.

Nicht zu vergessen die Hunderte von Milliarden Euro an faulen Krediten, die in den Tresoren der europäischen Banken wie ein Krebsgeschwür schlummern.

Europa der zwei Geschwindigkeiten

Selbst Bundeskanzlerin Angela Merkel zweifelt inzwischen – und erstmals – an der Einheit der EU.

So sprach sie bereits davon, dass diese sich in den nächsten Jahren noch stärker in eine Union mit unterschiedlichen Integrationsstufen entwickeln würde.

In eine EU mit verschiedenen Geschwindigkeiten.

Osteuropa gegen Westeuropa

Was Ihnen auch verschwiegen wird: Der Hintergrund dafür sind die höchst unterschiedlichen zukünftigen Zielsetzungen der einzelnen EU-Regierungen. Und zwar vor allem hinsichtlich von Verteidigung und Migrantenzustrom.

Insbesondere die Merkelsche „Welcome-Refugee-Politik“ wollen viele nicht mehr mittragen.

Vor allem die Osteuropäer nicht. Denn dadurch wurde die Schengen-Zone faktisch außer Kraft gesetzt.

Die osteuropäischen Mitgliedstaaten verweigerten der deutschen Bundeskanzlerin daraufhin die Gefolgschaft.

Herbe politische Niederlage für Angela Merkel

Um es auf den Punkt zu bringen: Ein Europa der zwei Geschwindigkeiten ist eine schallende Ohrfeige für Merkel.

Eine herbe politische Niederlage. Aber freilich werden Sie das im Wahlkampf nicht zu hören bekommen, sondern genau das Gegenteil.

Dasselbe gilt für den Brexit. Großbritannien, das zwar nicht der Euro-Zone angehörte, aber dennoch einer der wichtigsten Player in der EU war, kehrt dieser nun den Rücken.

Ein unglaublicher Affront gegen die Pläne aus Brüssel hinsichtlich der Vereinigten Staaten von Europa.

Hat Trump also recht?

Der neue US-Präsident Donald Trump sprach davon, dass die EU nichts weiter als eine Exportfördermaschine für Deutschland sei.

Auch im Blick hatte er natürlich, dass die Union immer weiter auseinanderdriftet. Und Deutschland vor allem die Einheitswährung, den Euro retten will.

Junckers EU-Offenbarungseid

Und nun kommt auch noch EU-Kommissions-Präsident Jean-Claude Juncker daher. Und zwar mit Vorschlägen, wie sich die Union in Zukunft entwickeln könnte, um sie zu retten.

Dabei fabrizierte er wohl ungewollt nichts anderes als geradezu einen Offenbarungseid über den Zustand der EU.

Warum? Weil seine Vorschläge nicht nur sehr teuer und unrealistisch, sondern auch undurchführbar sind.

Sie führen geradezu in den Untergang.

8. März 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.

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