Palfinger: Kran-Spezialist wächst 2018 fast zweistellig

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Das österreichische Traditionsunternehmen Palfinger konnte auch im Geschäftsjahr 2018 deutlich wachsen. (Foto: Best Backgrounds / shutterstock.com)

Über den traditionsreichen österreichischen Mittelständler Palfinger habe ich Ihnen an dieser Stelle zwar schon berichtet, dennoch möchte ich denjenigen unter Ihnen, die das Unternehmen noch nicht im Detail kennen, zunächst kurz das Geschäftsmodell vorstellen, bevor ich gleich auf die aktuellen Zahlen eingehe.

Der Ursprung des Unternehmens liegt in einer von Richard Palfinger 1932 gegründeten Reparatur- und Schlosserwerkstatt. Mit der Spezialisierung auf hydraulische Ladekrane legte sein Sohn Hubert Palfinger 1964 den Grundstein für das heutige Unternehmen.

Im Jahr 1989 stieg die Exportquote erstmals auf über 90% mit einer Präsenz in über 70 Ländern. Im Juni 1999 folgte schließlich der Börsengang. Im Laufe der vergangenen 20 Jahre wurde zunehmend auf Diversifikation und Internationalisierung gesetzt und das mit großem Erfolg!

Heute fertigt Palfinger Krane und Verladesysteme aller Art. Dazu zählen Krane für LKWs und für Schiffe (im Segment Marine). Daneben fertigt Palfinger aber auch Personeneinstiegssysteme, Wind- und Offshore-Krane, Mobil-Krane, LKW-Aufbauten, Eisenbahnsysteme und spezielle Gabelstapler, die Mitnahmestapler genannt werden.

Die aktuellen Zahlen in der Übersicht

Der Umsatz stieg im Geschäftsjahr 2018 um 9,8% auf 1,6 Mrd. Euro. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (bereinigtes EBITDA) legte überproportional zum Umsatz um 15,4% auf 214,6 Mio. Euro zu. Die bereinigte EBITDA-Gewinnmarge betrug somit 13,3% nach 12,6% im Vorjahr.

Der bereinigte operative Gewinn (bereinigtes EBIT) legte ebenfalls überproportional zum Umsatz um 22,0% auf 158,2 Mio. Euro zu.  Die bereinigte operative Gewinnmarge (EBIT-Marge) verbesserte sich damit von 8,8 auf 9,8%.

Die Dividende soll um 4 Cent auf 0,51 Euro je Aktie angehoben werden. Auf Basis des aktuellen Kurses bedeutet das eine Dividendenrendite von gut 2%. Positiv ist auch, dass der seit Juni amtierende Palfinger-Chef Andreas Klauser die Strategie des Unternehmens etwas angepasst hat.

Er hat Palfinger zunächst eine Übernahme-Pause verordnet. Das bedeutet: Es sollen zunächst keine Übernahmen mehr getätigt werden. Stattdessen sollen zunächst Synergien realisiert werden, was vor allem zu einer höheren Profitabilität führen soll.

Umsatz soll von 1,6 auf 2 Mrd. Euro steigen

Der Umsatz soll bis 2022 organisch (also ohne Übernahmen) von zuletzt 1,6 auf dann 2 Mrd. Euro steigen. Die Profitabilität soll überproportional steigen, was zu wesentlich deutlicheren Ergebnissteigerungen führt.

Damit würde die Bewertung der heute schon vergleichsweise günstigen Palfinger-Aktie noch einmal sinken. Aktuell notiert die Palfimnger-Aktie bei unter 25 Euro. Im Juli 2017 lag der Kurs des Papiers schon einmal bei rund 42 Euro.

Bis dahin, so scheint es aktuell, ist es ein weiter Weg. Wenn sich jedoch die allgemeine Marktlage verbessert und Palfinger in Sachen Profitabilität zulegen kann, kann es unter Umständen auch recht schnell gehen, bis wir die alten Hochs wieder sehen.

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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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