Palfinger: Traditionsreicher Kran-Spezialist aus Österreich

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Anlässlich meiner Österreich-Reise stelle ich Ihnen einige spannende Unternehmen aus unserem Nachbarland vor. Heute: Palfinger. (Foto: everything possible / Shutterstock.com)

Wie Sie als Schlussgong-Leser bereits wissen, befand ich mich in der vergangenen Woche auf einer Analysten-Reise durch unser Nachbarland Österreich, wo ich mir auch einige spannende Unternehmen angeschaut habe. Ein österreichisches Unternehmen, das ich für attraktiv halte, ist der traditionsreiche Kran-Spezialist Palfinger.

Der Ursprung des Unternehmens liegt in einer von Richard Palfinger 1932 gegründeten Reparatur- und Schlosserwerkstatt. Mit der Spezialisierung auf hydraulische Ladekrane legte sein Sohn Hubert Palfinger 1964 den Grundstein für das heutige Unternehmen.

Im Jahr 1989 stieg die Exportquote erstmals auf über 90% mit einer Präsenz in über 70 Ländern. Im Juni 1999 folgte schließlich der Börsengang. Im Laufe der vergangenen 20 Jahre wurde zunehmend auf Diversifikation und Internationalisierung gesetzt.

Heute fertigt Palfinger Krane und Verladesysteme aller Art. Dazu zählen Krane für LKWs und für Schiffe (im Segment Marine). Daneben fertigt Palfinger aber auch Personeneinstiegssysteme, Wind- und Offshore-Krane, Mobil-Krane, LKW-Aufbauten, Eisenbahnsysteme und spezielle Gabelstapler, die Mitnahmestapler genannt werden.

Gute Zahlen im Gepäck

Palfinger setzte im 1. Halbjahr 2019 sein Wachstum fort: Umsatz und Ergebnis verzeichneten zweistellige Zuwächse. Die Restrukturierung im Marinebereich konnte zum Halbjahr 2019 weitgehend abgeschlossen werden, und neue Wachstumsinitiativen zeigen erste Erfolge.

Insgesamt sieht sich Palfinger auf einem guten Weg, seine Wachstums- und Profitabilitätsziele zu erreichen. Jetzt muss nur noch der Aktienkurs die gute operative Entwicklung widerspiegeln.

Kurz zusammengefasst können wir über ein sehr positives 1. Halbjahr berichten, erläutert Palfinger-Chef Andreas Klauser. Der Umsatz von Palfinger stieg im Vergleich zum Vorjahr um 11,4% auf 893,4 Mio. Euro. Das ist ein neuer Rekordwert für ein 1. Halbjahr.

Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) erhöhte sich überproportional zum Umsatz um 17% auf 120,1 Mio. Euro. Diese signifikante Verbesserung spiegelt einerseits die gute Geschäftsentwicklung wider, andererseits ist sie auch auf die geänderten Bilanzierungsanforderungen bei Leasingverhältnissen zurückzuführen.

Die EBITDA-Marge betrug 13,4% nach zuvor 12,8%. Der operative Gewinn (EBIT) stieg um 17,2% auf 83,3 Mio. Euro. Die EBIT-Marge kletterte damit von 8,9 auf 9,3%.

Auch die Perspektiven stimmen

Zum Ausblick für das Gesamtjahr teilt das Unternehmen mit, dass dieser unverändert positiv sei. Es wird nach wie vor mit einem Umsatz von 1,7 Mrd. Euro und einer EBIT-Marge von 9% gerechnet. Für die kommenden Jahre sieht Palfinger weiteres Wachstumspotenzial, auch durch neue Produkte und neue Geschäftsmodelle.

Zudem will Palfinger in den kommenden 5 Jahren vom Produktverkäufer zum Systemanbieter mit ganzheitlichen Lösungen werden. Eine wichtige Rolle dabei spielen Digitalisierungsthemen.

Meine Einschätzung: Die Entwicklung des operativen Geschäfts und die des Aktienkurses von Palfinger gingen zuletzt diametral auseinander. Wenn Sie etwas Geduld mitbringen, könnte sich ein Einstieg zeitnah nach Vorlage der nächsten Quartalszahlen anbieten.

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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands und teilt seine Expertise bereits seit rund 20 Jahren als Chefredakteur von „Morriens Depot-Brief“ (für den erfolgreichen Börsenstart), dem „Depot-Optimierer“ (Vermögensaufbau mit Value-Ansatz) und von „Rolf Morriens Power Depot“ (dynamisches Trading-Depot) sowohl mit Börseneinsteigern als auch mit ambitionierten Privatanlegern.

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