Palladium: Größter Absturz seit mehr als 30 Jahren

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Palladium steht nicht so oft im Fokus. Doch2019 machte das Edelmetall mit massiven Preiszuwächsen von sich reden und jetzt mit einem massiven Absturz. (Foto: Freedomz / shutterstock.com)

Bei den Edelmetallen ist derzeit extrem viel los. Daher werde ich in dieser Woche schwerpunktmäßig auf die Entwicklung bei Gold, Silber und auch Platin und Palladium blicken. Der Anfang macht heute der Blick auf das Palladium. Wie Sie vielleicht wissen, war der Palladiumpreis bis vor kurzem noch durch die Decke gegangen.

Die Aussicht auf eine hohe Nachfrage aus dem Automobilsektor hatte den Palladiumpreis massiv angetrieben. Diese Marktphase ist jetzt vorbei. So wie es aussieht, werden die Absatzzahlen in der Autoindustrie in nächster Zeit deutlich einbrechen. Auch das wird eine Folge des Corona Virus sein.

Und da Palladium vorher stark angestiegen war, fällt jetzt eben auch der Absturz besonders kräftig aus. Stellen Sie sich vor: Allein am vergangenen Donnerstag ist der Palladiumpreis an einem Tag um 30 % gefallen. So etwas ist außergewöhnlich passiert wirklich nur sehr selten am Rohstoffmarkt.

Zu Beginn der neuen Woche setzt sich der massive Abwärtstrend fort und Palladium verliert noch einmal 10%. Damit ist der Preisaufschlag zum Gold jetzt fast schon Geschichte. Da die Verkaufszahlen der Automobilindustrie in den nächsten Wochen noch deutlicher einbrechen, als bisher überhaupt erkennbar ist, bleibt das Abwärtspotenzial beim Palladium groß. Immer mehr Automobilwerke werden geschlossen. Ob Volkswagen, Seat oder andere große europäische Automobilhersteller: Die Bänder stehen an immer mehr Orten in Europa still.

Autoverkäufe in China sind um mehr als 80% eingebrochen

Was uns darüber hinaus bevorsteht, zeigen jetzt schon die ersten Zahlen aus China: Dort sind die Verkaufszahlen von Neuwagen im Februar im Vergleich zum Vorjahr um 82 % eingebrochen. Wie Sie sich vorstellen können, ist das der größte Absatzeinbruch bei Automobilen in China in der gesamten Geschichte.

Und das ist nur ein Signal für einen Sektor in der Wirtschaft. Es ist schlicht und einfach so, dass die Verbraucher in China jetzt zu Hause bleiben und keine neuen Investitionen und Anschaffungen tätigen – aus Angst vor einer Ansteckung.

Immerhin gibt es jetzt auch erste positive Signale. Die Zahl der Neuinfektionen in China steigt nicht mehr weiter an. Gut möglich, dass dort der Höhepunkt der Epidemie schon erreicht worden ist. Doch in Europa steht uns das noch bevor. Und es bleibt wirklich spannend, welche Bereiche des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens in den kommenden Tagen noch weiter eingeschränkt werden.

Immerhin erwarten die Experten der Commerzbank eine Normalisierung des chinesischen PKW-Marktes im dritten Quartal 2020. Und genau das sollten wir auch alle im Hinterkopf behalten. Die aktuelle Krise ist zeitlich begrenzt. Wir werden wieder die Rückkehr zur Normalität haben. Wann die kommen wird, ist aktuell allerdings nur schwer zu sagen und genau diese Unsicherheit belastet die Aktienmärkte, aber eben auch die Preise bei den Edelmetallen.

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Heiko Böhmer
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