Palo Alto Networks: Neuer Firmenboss deckt sich kräftig mit Aktien ein

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Der neue Firmenboss von Palo Alto Networks deckt sich mit Aktien ein. Der Sicherheitsspezialist ist weiter auf Wachstumskurs. (Foto: Ken Wolter / shutterstock.com)

Eigentlich sollte es eine Frage der Selbstverständlichkeit sein, dass die Interessen der Konzernführung mit denen der Anteilseigener übereinstimmen. Leider ist dies nicht immer der Fall. Zu häufig stehen persönliche Motive bei der Unternehmensführung im Vordergrund.

Daher kann es Ihnen helfen, einen Blick auf den Aktienbesitz und auffällige Aktientransaktionen der Vorstände zu werfen. Denn wenn eigenes Geld in großem Stil involviert ist, ist die Wahrscheinlichkeit deutlich höher, dass Sie wirklich mit den Entscheidern in einem Boot sitzen.

Vor diesem Hintergrund sind die Aktienkäufe des neuen Chefs von Palo Alto Networks auffällig. Gerade einmal wenige Tage im Amt, langt der neue Firmenboss Nikesh Arora kräftig zu und sammelt Aktien des Unternehmens ein.

Palo Alto Networks im Portrait

Palo Alto Networks vermarktet eine innovative Software-Plattform, die den immer komplexer werdenden Anforderungen Unternehmen, Dienstleistern und Regierungsbehörden an die Sicherheit ihrer Systeme und Netzwerke gerecht wird. Die Plattform des Unternehmens ermöglicht detaillierte Einblicke in den gesamten Datenverkehr und alle Anwendungen auf der Benutzerebene, und zwar zu allen Zeiten und bei voller Geschwindigkeit des Netzes. Ziel ist es, die Datennutzung, den Inhalt und die Risiken zu kontrollieren sowie Cyber-Bedrohungen abzuwehren.

Beeindruckende Wachstumsstory

Mit seiner Positionierung zeigte sich der US-Konzern in den vergangenen Jahren ausgesprochen wachstumsstark. Immerhin kletterten die Umsätze seit 2010 von 49 Millionen Dollar auf 1,76 Milliarden Dollar im vergangenen Geschäftsjahr. Allerdings verharrt das Unternehmen weiterhin tief in der Verlustzone. Im zurückliegenden Jahr fiel ein Verlust von 217 Millionen Dollar an.

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Drittes Quartal deutlich über Plan

Im vergangenen Quartal zeigte der Technologiekonzern weiter satte Zuwachsraten. Der Umsatz von Palo Alto Networks wuchs im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2017/2018 um 31% auf 567,1 Mio. US-Dollar. Damit wurde die ursprüngliche Prognose übertroffen.

Der Umsatz im Bereich Subscription and Support erhöhte sich auf 351,9 Mio. US-Dollar (Vorjahr: 267,6 Mio. US-Dollar), die Sparte Product erzielte einen Umsatz von 215.2 Mio. US-Dollar (Vorjahr: 164,2 Mio. US-Dollar). Mit einem Verlust von 46,7 Mio. Dollar wurde aber auch im letzten Vierteljahreszeitraum die Gewinnschwelle nicht erreicht.

Siemens setzt auf Palo Alto Networks zum Schutz von Industrieanlagen

Vor wenigen Wochen konnte der US-Konzern mit Siemens einen weiteren renommierten Großkonzern als Kunden gewinnen. Siemens wird in Zukunft Firewalls von Palo Alto Networks nutzen, um seine Industrieanlagen zu schützen. So soll der Schutz von Industrieunternehmen vor zunehmenden Cyber-Attacken erhöht werden. Palo Alto Networks hat sogenannte Next Generation Firewalls entwickelt, die Siemens nun in verschiedenen Schutzstufen in der Fertigungs- und Prozessindustrie anbieten will.

Neuer Firmenchef zeigt sich zuversichtlich

Mit Wirkung zum 1. Juni 2018 übernahm Nikesh Arora die Position als Vorstand bei Palo Alto Networks. Kurz vorher wurde Arora noch als möglicher Vorstand für den japanischen Technologiegiganten SoftBank gehandelt. Kaum im Amt, kauft der neue Firmenboss kräftig Aktien des Konzerns. Bei Kursen zwischen 212,23 und 216,07 Dollar legte sich Arora 95.560 Aktien ins Depot. In Summe investierte der Konzernlenker damit knapp über 20 Millionen Dollar in den Sicherheitsspezialisten.

Dem standen Verkäufe des Chief Technology Officers Nir Zuk, der sich von 30.000 Aktien im Gegenwert von 6,38 Millionen Dollar trennte, gegenüber. Aber Sie müssen wissen: Zuk steht seit Jahren auf der Verkäuferseite. Seit März 2014 hat er sich sukzessive von über 1,7 Millionen Aktien getrennt. Insgesamt hält er aber weiterhin 1,259 Millionen Aktien und damit 1,3% der gesamten Firmenanteile.


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Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.