Palo Alto Networks-Aktie: Sicherheitsspezialist setzt Einkaufstour ungebremst fort

Palo Alto Networks: Sicherheitsspezialist setzt Einkaufstour ungebremst fort. Boom durch Geschäft mit Cloud-Security (Foto: Volodymyr Kyrylyuk / shutterstock.com)

Das Geschäft mit Sicherheitslösungen boomt. Vor allem die zunehmende Nutzung von Cloud-Lösungen sorgte bei Sicherheitsanbietern für starken Rückenwind. Das bekommt auch der US-Konzern Palo Alto Networks zu spüren. Die Umsätze des erst 2005 gegründeten Unternehmens gingen in den letzten Jahren regelrecht durch die Decke. So auch der Aktienkurs: Alleine seit Jahresbeginn kletterten die Papiere um 45% in die Höhe. Auf Sicht der zurückliegenden fünf Jahre beträgt das Kursplus sogar satte 350%.

Jetzt hat der Technologiekonzern die Übernahme von Redlock bekanntgegeben. Damit soll das eigene Geschäft mit Cloud Security Lösungen noch stärker ausgebaut werden.

173 Millionen Dollar für Startup-Firma

Für das erst 2015 gegründete Unternehmen Redlock legt Palo Alto Networks immerhin 173 Millionen Dollar auf den Tisch. Der Hintergrund des Deals liegt auf der Hand: Die Marktposition im Wachstumsmarkt mit Sicherheitslösungen für die Cloud soll gestärkt werden. Sie müssen wissen: Redlock beobachtet Konfigurationen, die auf Cloud Plattformen wie Amazon S3 oder Microsoft Azure und Google Cloud von Kunden installiert werden und warnt den Nutzer, wenn etwas dabei schief läuft.

Palo Alto Networks plant, die Technologien Evident und Redlock zu kombinieren, um seinen Kunden Cloud-Sicherheitsanalysen, erweiterte Bedrohungserkennung, kontinuierliche Sicherheit und Compliance-Überwachung in Einem anzubieten. Geplant ist das Angebot Anfang nächsten Jahres in das Portfolio aufzunehmen. Das Unternehmen will mit dem neuen Angebot Sicherheitsteams dabei unterstützen, schneller auf kritische Bedrohungen rund um Cloud-Risiken zu reagieren, indem manuelle Untersuchungen durch automatisierte Echtzeit-Korrekturen und Berichte ersetzt werden.

Übernahme Nummer Sieben

Mit dem Redlock-Deal setzt Palo Alto Networks seine Einkaufstour ungebremst fort. Zuvor hatte der US-Konzern bereits sechs Mal zugeschlagen. Die letzten großen Deals gab es in diesem Frühjahr. Für gut 300 Millionen Dollar schluckte der Konzern den Sicherheits- und Compliance-Spezialisten Evident.io im März. Nicht einmal einen Monat später folgte dann die Übernahme von Secdo, einem israelischen Sicherheitsspezialisten.

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Beeindruckende Wachstumsgeschichte

In den vergangenen Jahren legte Palo Alto Networks eine beeindruckende Geschäftsentwicklung hin. Immerhin kletterten die Umsätze von 49 Millionen Dollar in 2010 auf zuletzt knapp 2,3 Milliarden Dollar. Allerdings verharrt der Sicherheitsexperte weiterhin in der Verlustzone. Seit 2010 erreichte der Konzern nur einmal (2012) hauchdünn die Gewinnzone. Im zurückliegenden Geschäftsjahr fiel ein Verlust von 148 Millionen Dollar an.

Zahlen über Erwartungen

Trotzdem lag der Technologiekonzern mit seinen Ergebnissen zuletzt über den Erwartungen der Analysten. Alleine im vierten Quartal kletterten die Erlöse um 29% auf 658 Millionen Dollar nach oben. Für Sie zum Vergleich: Im Vorfeld der Zahlen waren die Analysten nur von 635 Millionen Dollar ausgegangen.

Unter dem Strich stand zwar ein Verlust von 2,3 Millionen Dollar in den Büchern, wovon aber ein Großteil auf einmalige Sonderaufwendungen zurückzuführen war. Ohne Sonderposten wies Palo Alto Networks nämlich einen Gewinn von 1,28 Dollar je Aktie aus, was deutlich über den Markterwartungen von 1,17 Dollar lag.

Analysten sehen trotz Kursrally und hoher Bewertung noch Luft

Für das laufende Geschäftsjahr rechnen die Analysten mit einem Gewinn rund 467 Millionen Dollar. An der Börse wird der Sicherheitsspezialist momentan mit 20 Milliarden Dollar bewertet. Das entspricht dem 42-Fachen der erwarteten Gewinne. Insgesamt gibt es derzeit 38 Analysten, die sich mit der Aktie beschäftigen. Davon raten 29 zum Kauf der Papiere, während 8 Banker in dem Titel eine Halteposition sehen und einer die Aktie als Verkauf einstuft. Das durchschnittliche Kursziel liegt aktuell mit 256 Dollar rund 18% über dem aktuellen Kursniveau.


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Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Ein gewiefter Börsen-Profi leitet die Recherche beim "Übernahme-Gewinner". Jens Gravenkötter ist Chefredakteur bei dem erfolgreichen neuen Service.