Pantaflix-Aktie mit mehr als 70% Minus in 6 Monaten

Lesen Sie jetzt, wie es bei Pantaflix zu dem massiven Kurssturz kam und wie es weitergehen könnte. (Foto: MR.LIGHTMAN1975 / Shutterstock.com)

In den vergangenen Tagen habe ich Ihnen mehrfach von Aktien berichtet, die in den zurückliegenden Wochen und Monaten deutlich unter Druck geraten sind. Dazu zählten beispielsweise die Aktie der Bitcoin Group und der Südzucker-Tochter Cropenergies.

Generell muss bei einem Kursrückgang aus meiner Sicht unterschieden werden, ob es rationale bzw. fundamentale Gründe dafür gibt oder nicht. Bei der Bitcoin Group und bei Cropenergies habe ich Ihnen über die Gründe berichtet. Bei beiden Unternehmen waren die Kursrückgänge meines Erachtens auch in der Höhe verdient.

Heute stelle ich Ihnen mit dem Streaming-Anbieter Pantaflix (ehemals Pantaleon) ein weiteres deutsches Unternehmen vor, dessen Aktie in den vergangenen Wochen und Monaten ebenfalls sehr stark unter die Räder gekommen ist. Vorab möchte ich Ihnen bereits verraten, dass auch bei diesem Unternehmen der Kursrückgang meines Erachtens in der Höhe verdient war bzw. ist.

Kursentwicklung der Pantaflix-Aktie

Die Pantaflix-Aktie notierte Mitte Dezember bei 212 Euro – nachdem sie zu Beginn des vergangenen Jahres noch bei 83 Euro notierte. Das bedeutete in der Spitze also ein Plus von 155% im Kalenderjahr 2017. Ein tolles Ergebnis – vor allem für diejenigen, die die Höchstkurse zum Verkauf genutzt haben.

Diejenigen, die bei den Höchstkursen (angelockt vom sehr positiven Chartbild) eingestiegen sind und heute noch im Besitz ihrer Pantaflix-Aktien sind, kommen jedoch auf ein Minus von über 70%! Denn die Pantaflix-Aktie notiert heute nur noch bei rund 60 Euro.

Was aber waren die Gründe für den Kursverfall und was genau macht Pantaflix eigentlich? Diese Fragen werde ich Ihnen gleich genauso beantworten, wie die, wie es bei Pantaflix aus meiner Sicht weitergehen könnte.

Das Geschäftsmodell von Pantaflix

Die Pantaflix AG, bis Mitte 2017 noch unter dem Namen Pantaleon Entertainment AG agierend, hat ihre Wurzeln in der Produktion von Filmen – unter anderem mit dem bekannten deutschen Schauspieler Matthias Schweighöfer.

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Zusammen mit zwei Partnern ist Schweighöfer Großaktionär der 2009 gegründeten und 2015 an die Börse gegangenen Gesellschaft. Seit 2016 ist Pantaflix mit der gleichnamigen eigenentwickelten Plattform auch im Bereich Video-on-Demand (VoD) aktiv.

Gründe für den Kurssturz und wie es weitergehen könnte

Diese Plattform ist der Hauptgrund, warum zahlreiche Anleger und teilweise auch Analysten zwischenzeitlich großes Potenzial für die Pantaflix-Aktie sahen. Zwischenzeitlich deshalb, weil in den vergangenen Wochen nicht mehr viel von den Pantaflix-Optimisten zu hören oder zu lesen war.

Kommen wir nun zu den Gründen für den Kurssturz: Hier sind vor allem erste größere Zweifel der Investoren an der Tragfähigkeit des Geschäftsmodells von Pantaflix zu nennen. Darüber hinaus sicher auch der schwache Gesamtmarkt (der vor allem auf Nebenwerte einen negativen Einfluss hatte) und die zwischenzeitlich hohe Bewertung der Pantaflix-Aktie.

Auch gab es einige Short-Seller-Angriffe und eine sehr negative Analystenstudie zu dem Unternehmen. Aus meiner Sicht war eine stärkere Korrektur bei Pantaflix überfällig, da ich persönlich durchaus Zweifel an der Tragfähigkeit des Geschäftsmodells habe.

Das liegt vor allem daran, das ich auf der einen Seite durch Netflix, Amazon und Co. eine zu starke Konkurrenz sehe und Pantaflix auf der anderen Seite mit Filmen auf das aus meiner Sicht falsche Pferd setzt (Serien laufen wesentlich besser).

Bleibt abschließend noch die Frage, wie es weitergeht: Einige Beobachter haben in den vergangenen Tagen ein Kursziel von 0 Euro ausgerufen. Ganz so weit würde ich nicht gehen. Meines Erachtens sollten Sie aber nicht bei Pantaflix einsteigen, nur weil die Aktie mehr als 70% verloren hat und schon bei über 200 Euro notierte. Ein Schnäppchen ist diese Aktie aus fundamentaler Sicht immer noch nicht.


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Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.