Pantaflix: Der Horror geht weiter

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Nachdem sich die Aktie des deutschen Streaming-Anbieters Pantaflix zuletzt etwas erholen konnte, folgt nun der nächste Schock. (Foto: Zadorozhnyi Viktor / Shutterstock.com)

Ende Juni dieses Jahres habe ich Ihnen zuletzt über den deutschen Nebenwert Pantaflix berichtet. Panta wer, wird sich der eine oder andere von Ihnen jetzt wahrscheinlich fragen. Daher werde ich Ihnen das Unternehmen noch einmal kurz vorstellen, bevor ich auf die jüngsten Entwicklungen eingehe.

Die Pantaflix AG, bis Mitte 2017 noch unter dem Namen Pantaleon Entertainment AG agierend, hat ihre Wurzeln in der Produktion von Filmen – unter anderem mit dem bekannten deutschen Schauspieler Matthias Schweighöfer.

Zusammen mit zwei Partnern ist Schweighöfer Großaktionär der 2009 gegründeten und 2015 an die Börse gegangenen Gesellschaft. Seit 2016 ist Pantaflix mit der gleichnamigen eigenentwickelten Plattform auch im Bereich Video-on-Demand (VoD) aktiv.

Pantaflix-Aktie im Blickpunkt

Die Pantaflix-Aktie notierte Mitte Dezember 2017 bei 212 Euro – nachdem sie zu Beginn des vergangenen Jahres noch bei 83 Euro notierte. Das bedeutete in der Spitze also ein Plus von 155% im Kalenderjahr 2017. Ein tolles Ergebnis – vor allem für diejenigen, die die Höchstkurse zum Verkauf genutzt haben.

Diejenigen, die bei den Höchstkursen (angelockt vom sehr positiven Chartbild) eingestiegen sind und heute noch im Besitz ihrer Pantaflix-Aktien sind, kommen jedoch auf ein Minus von rund 90%!

Allein seit Ende Juni dieses Jahres – als ich zuletzt über Pantaflix berichtete – beläuft sich das Minus der Aktie auf über 60%! Sie dürfen sich übrigens nicht wundern, wenn Sie sich den Chart der Aktie ansehen und die von mir genannten Kurse nicht finden.

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Pantaflix hat vor kurzem einen Aktiensplit durchgeführt. Dadurch hat sich das Kursniveau verändert – jedoch ohne dass sich wertmäßig dadurch etwas verändert hätte (wie es bei Aktiensplits so üblich ist).

Warum der Horror weitergeht…

Nach dem eben angesprochenen Aktiensplit hat sich die Pantaflix-Aktie zunächst wieder etwas erholt und stieg (splitbereinigt) von etwa 2,30 Euro auf über 3,50 Euro. Heute notiert das Papier jedoch wieder bei rund 2 Euro. Warum? Weil Pantaflix heute die eigene Prognose für das laufende Geschäftsjahr nach unten korrigieren musste.

In der entsprechenden Mitteilung des Unternehmens heißt es, dass die Prognosekürzung aufgrund einer zeitlich verzögerten Umsatzrealisierung zweier bereits hergestellter aber erst im 1. Halbjahr 2019 abgeschlossener Filmprojekte erforderlich sei.

„Trotz dieser Umsatzverschiebung im zweistelligen Millionen-Euro-Bereich geht der Vorstand weiterhin von einem signifikant ansteigenden Umsatz für das Gesamtjahr 2018 mit einem zweistelligen prozentualen Wachstum aus“, teilt das Unternehmen mit. Beim operativen Ergebnis (EBIT) wird nun ein Minus zwischen 7 und 9 Mio. Euro erwartet.

Bleibt abschließend noch die Frage, wie es weitergeht: Einige Beobachter hatten bereits ein Kursziel von 0 Euro ausgerufen. Ganz so weit würde ich nicht gehen. Meines Erachtens sollten Sie aber nicht bei Pantaflix einsteigen, nur weil die Aktie sehr deutlich an Wert verloren hat. Ein Schnäppchen ist diese Aktie aus fundamentaler Sicht immer noch nicht.


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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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