Papier-Industrie mit positiver Mengen-Entwicklung

Die Papier-Industrie entwickelte sich zuletzt wieder positiv. Davon profitieren vor allen Dingen die Verpackungs-Hersteller. (Foto: FOTOimage Montreal / Shutterstock.com)

Die deutsche Zellstoff- und Papier-Industrie hat im 1. Halbjahr 2017 im Vergleich zum Vorjahres-Zeitraum eine leicht positive Mengen-Entwicklung verbucht.

Die Produktion erhöhte sich um 0,6% auf 13,4 Mio. t. Der Gesamt-Absatz der deutschen Zellstoff- und Papier-Industrie hat mit insges. +1,0% ebenfalls zugelegt.

Auslands- und Inlands-Absatz entwickelten sich gleich.

Während der Absatz für Papier, Karton und Pappe für Verpackungs-Zwecke mit einem Plus von 2,6% auf 6,84 Mio. t zunahm, ging der Absatz mit grafischen Papieren um 1,9% auf 4,68 Mio. t zurück.

Ursächlich hierfür war insbesondere der Absatz-Rückgang in den außereuropäischen Regionen. Stark zugelegt hat der Absatz für Papier und Pappe für technische und spezielle Verwendungszwecke.

Positive Entwicklung bei Verpackungen

Die Entwicklung beim Absatz von Spezial-Papieren und von Verpackungs-Papieren und –Karton war spürbar positiv.

Bei Mayr-Melnhof lagen sowohl die Produktion als auch die verkaufte Tonnage mit jeweils 844.000 t leicht über bzw. auf den Werten des Vorjahres.

Der Umsatz stieg aufgrund der ab dem 2. Quartal einsetzenden Preis-Erhöhung für Recycling-Karton nur moderat.

Die Nachfrage auf dem europäischen Faltschachtel-Markt war in den ersten Monaten des Jahres verhalten und belebte sich erst Ende des 2. Quartals.

Rückgang bei grafischen Papieren hält an

Der Absatz-Rückgang bei den grafischen Papieren hält unvermindert an. Die Schwäche resultierte aus dem Nachfrage-Rückgang bei den gestrichenen grafischen Papieren.

Hauptursache für den andauernden Rückgang des Absatzes ist nach wie vor der sich seit Jahren wandelnde Medien-Konsum der Verbraucher.

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Wall Street – Jetzt einsteigen bei Walmart?An gewissen Stellen sind die internationalen Aktienmärkte in der Tat leicht durchschaubar. Am vorletzten Freitag betonte ich nach starken Verlusten an den amerikanischen Aktienmärkten, dass es nicht ungewöhnlich sei, dass… › mehr lesen

Rückläufige Abonnenten-Zahlen bei Zeitungen und Zeitschriften sowie sinkende Auflagen einerseits und die Verlagerung von Werbe-Anzeigen in elektronische Medien andererseits verringern die Nachfrage nach grafischen Papieren.

Stora Enso reagiert auf die Überkapazitäten mit dem Abbau von Produktions-Kapazitäten für Papier und legt eine der 3 Papiermaschinen im schwedischen Papierwerk Kvarnsveden dauerhaft still.

Staples wird verkauft

Staples leidet seit Jahren unter der zunehmenden Konkurrenz von Online-Händlern wie Amazon sowie großen Einzelhändlern wie Walmart.

Jetzt übernimmt die Beteiligungs-Gesellschaft Sycamore Partners den US-Büroartikel-Händler.

Der rund 7 Mrd. $ schwere Deal soll noch dieses Jahr abgeschlossen werden. Die Behörden müssen dem Verkauf noch zustimmen.

Wie haben sich unsere Unternehmen entwickelt?

Der Schreibgeräte-Hersteller edding ist seit Anfang des Jahres mit einem Kursgewinn von knapp 23% der Top-Performer in der Branche.

Auf Platz 2 schaffte es mit gut 18% die Cham Paper Group. Der Konzern profitierte von der erfolgreichen Umstrukturierung.

Die Produktions-Verlagerungen und die umfassende Modernisierung der Fabriken in Italien wurden erfolgreich abgeschlossen.

Schlusslicht mit -22% ist BIC. Schuld war Nordamerika; dort ging der Umsatz um 3,7% zurück.

Mit innovativen Produkten sollte aber auch in Nordamerika das Geschäft wieder anziehen, die Umsatz-Zahlen für das 2. Quartal deuten zumindest darauf hin.

Insges. hat sich die Branche mit +5,75% positiv entwickelt. Zum Vergleich: Der EuroStoxx 50 liegt mit 6,84% leicht darüber.


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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.