Papierindustrie setzt mehr ab

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Die weltweit wachsende Nachfrage nach Zellstoff treibt den Preis nach oben, daher schaut die deutsche Zellstoff- und Papierindustrie optimistisch in die Zukunft. (Foto: meinikof / shutterstock.com)

Die deutsche Zellstoff- und Papierindustrie zog für 2017 eine positive Bilanz und sieht optimistisch in die Zukunft.

Der Umsatz der Branche stieg um 3,2% auf 14,7 Mrd. €. Die Unternehmen verkauften knapp 23 Mio. Tonnen Papier, Karton und Pappe. Das sind 1,4% mehr als im Vorjahr. 45% des Absatzes gingen ins Ausland. Beim Papier-Recycling konnte die Branche noch einmal zulegen. Über 17 Mio. Tonnen Altpapier wurden wieder zu neuem Papier verarbeitet. Das entspricht einer Altpapiereinsatzquote von 74%. Damit ist die Papierindustrie ein Musterbeispiel für eine nachhaltig funktionierende Kreislaufwirtschaft.

Die weltweit wachsende Nachfrage nach Zellstoff treibt den Preis deutlich nach oben. Sorge bereiten der Branche die deutlich gestiegenen Transportkosten. Dennoch schaut die deutsche Papierindustrie mit Zuversicht in die Zukunft.

Unterschiedliche Entwicklung der Sorten

Unterschiedlich entwickelten sich die einzelnen Sorten der Papierindustrie. Bei Mayr-Melnhof war die Entwicklung der Sparte Karton im 1. Halbjahr beim Absatz positiv. Unter Beibehaltung einer konsequenten Preissetzung blieb die verkaufte und produzierte Tonnage mit 837.000 Tonnen bzw. 842.000 Tonnen nahe dem Vorjahresniveau. MM Karton verzeichnete mit einer Kapazitätsnutzung von 99% Vollauslastung und erreichte mit verbesserten Preisen und Kosten eine gute EBIT-Marge von 10,6%.

Mit einem breiten Absatzspektrum in der Konsumgüterverpackung und der Spezialisierung auf die Anforderungen einzelner Branchen gelang MM Packaging im Wachstum bei Umsatz und Menge sowie eine insgesamt hohe Auslastung der Werke. Gleichzeitig stand jedoch die Marge aufgrund vorausgegangener Kartonpreiserhöhungen und Kostensteigerungen für Transport und Logistik unter Druck.

Rückgang bei grafischen Papieren

Der Absatzrückgang bei den grafischen Papieren hält unvermindert an. Die Schwäche resultierte aus dem Nachfragerückgang bei den gestrichenen grafischen Papieren. Hauptursache für den andauernden Rückgang des Absatzes ist nach wie vor der sich seit Jahren wandelnde Medienkonsum der Verbraucher.

Rückläufige Abonnentenzahlen bei Zeitungen und Zeitschriften sowie sinkende Auflagen einerseits und die Verlagerung von Werbeanzeigen in elektronische Medien andererseits verringern die Nachfrage nach grafischen Papieren. Nach Abbau von Produktionskapazitäten gelang Stora Enso profitables Wachstum. Der Gewinn ist im 1. Halbjahr um über 90% gestiegen.

Wie haben sich unsere Unternehmen entwickelt?

UPM Kymmene ist seit Anfang des Jahres mit einem Kursgewinn von knapp 26% der Topperformer in der Branche. Auf Platz 2 schaffte es mit 16% Stora Enso, gefolgt von SCA mit 13%. Stora Enso und SCA profitierten von der erfolgreichen Umstrukturierung. Schlusslicht mit -16% ist BIC. Schuld war der Umsatzrückgang in allen Regionen. Den höchsten Rückgang verzeichneten die Emerging Markets, gefolgt von Nordamerika. Mit innovativen Produkten wollte BIC das Geschäft ankurbeln, was bis jetzt noch nicht gelungen ist.

Insgesamt hat sich die Branche mit 1,5% positiv entwickelt. Zum Vergleich: Der EuroStoxx 50 hat mit -4,9% deutlich schlechter abgeschnitten.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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