Paragon: Deutscher Autozulieferer setzt auf China

In meiner heutigen Ausgabe möchte ich Ihnen einen deutschen Autozulieferer vorstellen, der verglichen mit Unternehmen wie Leoni und Grammer noch relativ unbekannt ist. Einer der Gründe dafür: Das Unternehmen ist in keinem der vier großen und wichtigen deutschen Aktienidizes (DAX, MDax, SDax und TecDax) gelistet.

Es handelt sich dabei um die Paragon AG, die ich Ihnen jetzt kurz vorstellen möchte, bevor ich zu den Neuigkeiten und damit zu den Gründen dafür komme, warum ich heute über dieses Unternehmen schreibe.

Die Paragon AG im Kurzportrait

Die in Delbrück ansässige und im Prime Standard der Deutsche Börse AG notierte Paragon AG entwickelt, produziert und vertreibt zukunftsweisende Lösungen im Bereich der Automobilelektronik. Zum Portfolio des Direktlieferanten der Automobilindustrie zählen Produkte in den Geschäftsbereichen Sensoren, Akustik, Cockpit, Elektromobilität und Karosserie-Kinematik.

Neben dem Unternehmenssitz in Delbrück (Nordrhein-Westfalen) unterhält die Paragon AG Zweigniederlassungen in Suhl (Thüringen), Nürnberg (Bayern), St. Georgen (Baden-Württemberg) und Shanghai (China), die Tochterfirma SphereDesign in Bexbach (Saarland) sowie eine Tochterfirma in Austin (Texas, USA).

Paragon und die China-Pläne

Paragon meldete heute, dass die China-Planung abgeschlossen ist. Die seit 2012 bestehende Vertriebstochter in Shanghai wird zur produzierenden Niederlassung ausgebaut und innerhalb der nächsten Monate in ein neues Gebäude unweit von Shanghai in Kunshan mit optimalen Raumbedingungen ziehen. Der Produktionsstart ist für Herbst 2015 vorgesehen.

Das neue Werk wird zukünftig Luftgütesensoren – Paragon ist hier Weltmarktführer – Luftverbesserungssysteme und Schrittmotoren für Anzeigeinstrumente fertigen. In einem zweiten Schritt ist ein Ausbau der Produktpalette geplant.

Klaus Dieter Frers, Vorstandsvorsitzender der Paragon AG: „Wir werden nun den chinesischen Markt eigenständig bearbeiten – auch vor dem Hintergrund, dass wir in den vergangenen Monaten bereits mehrere chinesische Autohersteller mit entsprechenden Auftragsvolumina als Neukunden gewinnen konnten.

Dafür werden wir in Kürze das angemietete und für Paragon speziell ausgestatte Gebäude in Kunshan beziehen, in dem dann auch der Vertrieb angesiedelt sein wird.“

Als General Manager für China konnte Wolfgang Ketter gewonnen werden, ein ausgewiesener Produktionsexperte in Bezug auf automobile Produkte mit mehr als 25 Jahren Erfahrung in der Automobilindustrie.

Die Voraussetzungen dafür, dass China für Paragon eine Erfolgsgeschichte wird, sind damit denkbar gut. Denkbar gut war auch die Kursentwicklung der Paragon-Aktie in den vergangenen Wochen und Monaten.

Paragon-Aktie zuletzt im Rally-Modus

Die Paragon-Aktie konnte von Mitte Dezember 2014 bis Anfang März 2015 um fast 70% zulegen und befand sich damit im Rally-Modus. Der Ursprung der Kursrally war eine Mitteilung, dass Paragon für 2015 mit einem deutlichen Umsatz- und Ergebnissprung rechnet.

In den vergangenen Tagen und Wochen gab die Paragon-Aktie einen Teil der Gewinne wieder ab, sodass sich jetzt eventuell eine neue Einstiegsgelegenheit bietet. Zwar ist die Paragon-Aktie mit einem 2015er-KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis) von gut 11 kein Schnäppchen mehr. Doch diese Bewertung ist für einen Autozulieferer auch noch nicht zu hoch.

Aber: Das angesprochene KGV beruht auf sehr ambitionierten Gewinnerwartungen für das laufende Jahr. Wenn Sie sich für die Paragon-Aktie interessieren, sollten Sie daher sehr genau darauf achten, ob das Unternehmen die ambitionierten Ziele erreichen kann.

22. April 2015

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Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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