Paragon: Wachstum dank Elektromobilität

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Die Aktie von Paragon konnte sich 2019 vom Negativtrend bei Autowerten abkoppeln. Auch die vorgelegten Zahlen fallen gut aus. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

In den vergangenen Wochen wurde deutlich, dass die Automobilbranche an Schwung verloren hat. Sowohl die Autobauer als auch die Zulieferer bekommen derzeit heftig Gegenwind – und sollten die US-Zölle auch auf die Autobranche ausgeweitet werden, ist der Begriff Gegenwund maßlos untertrieben. Doch es gibt positive Ausnahmen, wie die Ostwestfälische Paragon zum Wochenauftakt unter Beweis stellte.

Kurzportrait

Das Unternehmen Paragon entwickelt, produziert und vertreibt zukunftsweisende Lösungen im Bereich der Automobilelektronik, Karosserie-Kinematik und Elektromobilität. Zum Portfolio des marktführenden Direktlieferanten der Automobilindustrie zählen im Segment Elektronik innovatives Luftgütemanagement, moderne Anzeige-Systeme, Konnektivitätslösungen und akustische High-End-Systeme, sowie digitale Assistenzsysteme. Im Segment Mechanik entwickelt und produziert Paragon aktive mobile Aerodynamiksysteme.

Geschäftszahlen überraschen positiv

Im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahrs erzielte das Unternehmen einen Konzernumsatz von 43,0 Mio. Euro (Vorjahr: 34,2 Mio. Euro), was einem Anstieg um 25% entspricht. Zudem wurde ein Rohertrag in Höhe von 27,6 Mio. Euro (Vorjahr: 19,8 Mio. Euro) – bei einer Rohertragsmarge von 64,4% – (Vorjahr: 57,8%) ausgewiesen. Unter Berücksichtigung der mit 11,9% nur unterproportional gestiegenen sonstigen betrieblichen Aufwendungen von 5,4 Mio. Euro (Vorjahr: 4,9 Mio. Euro) ergibt sich ein um 58% höheres Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 7,6 Mio. Euro.

Das entspricht einer EBITDA-Marge von 17,6% (Vorjahr: 14,0%). Nach planmäßig erhöhten Abschreibungen und Wertminderungen von 5,5 Mio. Euro (Vorjahr: 3,2 Mio. Euro) verbesserte sich das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) um 26,3% auf 2,0 Mio. Euro (Vorjahr: 1,6 Mio. Euro). Die EBIT-Marge blieb mit 4,7% stabil.

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Ausblick wurde bestätigt

Vor dem Hintergrund der guten Auftragssituation wird nun für das Gesamtjahr ein Konzernumsatz von 230 Mio. Euro bis 240 Mio. Euro und eine Konzern-EBIT-Marge von rund 8 % in Aussicht gestellt.

Die börsennotierte Tochter Voltabox AG, welche das Segment Elektromobilität repräsentiert, soll mit einem geplanten Umsatz von 105 Mio. Euro bis 115 Mio. Euro erneut zum Konzernwachstum beitragen. Dieses starke Wachstum von Voltabox soll Paragon auch mittel- und langfristig unabhängiger von den konjunkturellen Einflüssen im Automobilsektor machen und die Kundenstruktur verbreitern.

Charttechnik: Widerstand bei 40 Euro

Lange Zeit kannte die Aktie nur eine Richtung: abwärts. So verringerte sich der Kurswert vom Spätsommer des letzten Jahres bis zum Februar von rund 60 Euro bis auf unter 15 Euro. Inzwischen wurde aber die Trendumkehr eingeleitet – und führte im April bis zur Marke von 40 Euro. Danach kam es zwar wieder zu Gewinnmitnahmen – jetzt ist die 40-Euro-Hürde der nächste Widerstand.

Günstige Bewertung, aber spekulativ

Mit einem unterdurchschnittlichen Branchen-KGV von unter 15 und einer Dividendenrendite von 1,5 % ist die Aktie weiterhin recht günstig bewertet. Aufgrund der schwierigen Bedingungen, denen Aktien von Auto-Zulieferern derzeit ausgesetzt sind sowie den Zweifeln am Konzernabschluss der Tochter Voltabox sollten sich jedoch nur spekulativ orientierte Anleger näher mit der Aktie beschäftigen.


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Sascha Mohaupt
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.