Paragon: Warum der Voltabox-Börsengang der Paragon-Aktie Flügel verleiht

Der Hype um Elektromobilität könnte bei Paragon für einen satten Sonderertrag sorgen. An dieser Stelle erfahren Sie alle Hintergründe dazu: (Foto: Tadeas Skuhra / Shutterstock.com)

Langfristigen (und mutigen) Anleger dürfte der Chart der Paragon-Aktie wohl die eine oder andere Freudenträne ins Gesicht treiben:

Wer gegen Jahresende 2009 bei den Papieren des Autozulieferers zum Kurs von unter 1 € zugegriffen hat, kann sich inzwischen über einen sensationellen Kursgewinn von mehr als 7.000% freuen.

Denn im Moment notiert die Aktie mit über 72 € auf einem neuen Rekordhoch.

Was sind die Gründe für den rasanten Kurs-Anstieg?

Kann die Geschäfts-Entwicklung mit der Kurs-Explosion mithalten?

Wie schätzen Analysten die Zukunft des Unternehmens ein?

Paragon im Porträt

Paragon AG, mit Sitz in Delbrück, wurde im Jahr 1988 vom heutigen Mehrheits-Aktionär Klaus Dieter Frers (50% der Anteile) gegründet.

Inzwischen beschäftigt der Konzern mehr als 500 Mitarbeiter.

Der deutsche Nischenplayer entwickelt, produziert und vertreibt hochwertige elektrische, elektronische und elektromechanische Komponenten sowie Geräte und Systeme für die Automobil-Industrie.

Dabei liegt der Schwerpunkt auf Lösungen für den Innenraum und Sensoren. Insgesamt ist Paragon in diesen Geschäftsbereichen tätig:

  • Sensoren,
  • Akustik,
  • Cockpit,
  • Elektromobilität
  • und Karosserie-Kinematik.

Die Gesellschaft entwickelt und produziert u. a. Komponenten wie Luftgüte-Sensoren, Mikrofone, Anzeige-Instrumente und Spoiler-Elemente.

Treiber des Geschäfts sind besonders die stetig steigenden Absatzzahlen der weltweiten Automobil-Industrie und die Bedienung von Megatrends.

Innerhalb der letzten Jahre entwickelte der Konzern mit dem Bereich Elektromobilität ein weiteres Standbein, das auch unabhängig von der Automobil-Industrie enorme Umsatz- und Ertrags-Potenziale besitzt.

Fokus auf Premium-Hersteller

Paragon bedient insbesondere deutsche Premium-Hersteller wie VW, Porsche, Audi, Daimler und BMW, die international eine führende Marktposition innehaben.

Bei über 64% der Produkte ist das Firmen der einzige Lieferant. Bei verschiedenen Produkten, beispielsweise Luftgüte-Sensoren, ist Paragon sogar weltweit die Nr. 1.

Elektromobilität sorgt für Phantasie

Mit dem Geschäftsbereich Elektromobilität (Voltabox) ist es dem Unternehmen gelungen, eine schnell wachsende neue Geschäftssparte zu etablieren und die Abhängigkeit vom Automobil-Sektor zu reduzieren.

Hier stellt Paragon leistungsstarke Batteriepacks v. a. für den Einsatz in Fahrzeugen zum Personen– und Gütertransport her.

Durch diese 3 Faktoren:

  • strategische Partnerschaften mit Vossloh Kiepe (Elektrobusse) und Triathlon Batterien (Intralogistik),
  • die Eröffnung eines Produktionswerks in den USA
  • und den Einstieg in den Markt für Starterbatterien

hat sich Voltabox in kürzester Zeit eine hervorragende Ausgangsposition für weiteres erfolgreiches Wachstum geschaffen.

Voltabox entwickelt sich dynamisch. Die Produktionswerke in Delbrück und Austin platzen aus allen Nähten.

Börsengang könnte stramme Bewertung erzielen

Jetzt steht offenbar der Börsengang in den Startlöchern. Bei beiden letzten IPOs im E-Mobility-Bereich (Aumann, IBU-Tec) wurden Umsatz-Multiples von mehr als 5 aufgerufen.

Entwickeln sich die Umsätze von Voltabox wie geplant, könnten 2018 rund 48 Mio. € erlöst werden.

Damit wäre es durchaus möglich, dass bei einem Börsengang eine Bewertung von 100 Mio. € oder sogar einen Tick mehr aufgerufen wird.

Zahlen in line – Bewertung nicht mehr günstig

Paragon steigerte den Umsatz im 1. Quartal um 11,7% auf 25,9 Mio. €. Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen kletterte auf 3,4 Mio. € (+10,7%).

Mittlerweile kommt Voltabox auf einen Anteil am Gesamt-Umsatz von 9,0% – Tendenz weiter steigend.

Auf Basis der Ergebnisse des 1. Quartals bestätigt der Vorstand seine Umsatz- und Ertrags-Prognose für das laufende Geschäftsjahr.

Demnach soll der Konzern-Umsatz im laufenden Geschäftsjahr auf 120 – 125 Mio. € wachsen. Dabei wird eine Vorsteuermarge von rund 9,0 – 9,5% erwartet.

Die Analysten rechnen mit einem Gewinnanstieg von 1,28 € (2017) auf 1,88 € je Aktie im kommenden Geschäftsjahr.

Nach dem Kursanstieg wird die Aktie mit dem 54-Fachen des erwarteten Gewinns bewertet. Damit scheint viel Phantasie bereits in der Aktie eingepreist.

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Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.