Parrot-Aktie: Französischer Konzern will mit Drohnen abheben

Das Geschäft mit Drohnen hat sich in den vergangenen Jahren zu einem wahren Massenmarkt entwickelt.

Drohnen sind bei Sportveranstaltungen, Rettungseinsätzen oder im landwirtschaftlichen Einsatz gefragt.

Dank GPS-Chips und Flugstabilisatoren kann sie mittlerweile jedes Kind steuern.

Mit Hilfe hoch moderner Kamera-Technologie lassen sich exzellente Luftaufnahmen machen. Entsprechend entwickelten sich die Absatzzahlen der Drohnen.

DJI aus China ist mit Abstand Weltmarktführer

Die Entwicklung des Technologie-Konzerns aus China ist wirklich beeindruckend: Von Frank Wang in 2011 gegründet erzielte die Firma damals gerade einmal 4,6 Mio. Dollar Umsatz.

Mittlerweile hat DJI die Milliarden-Marke bei Umsatz durchbrochen. Der Marktanteil des unangefochtenen Marktführers dürfte bei weit über 50% liegen.

Das macht sich auch in der letzten Finanzierungs-Runde der Chinesen bemerkbar. Denn der letzte Unternehmenswert dürfte Experten zufolge bei gut 10 Mrd. Dollar gelegen haben.

Mit dem renommierten Investor Accel haben die Chinesen zudem einen Aktionär, der bereits bei Facebook, Etsy und Dropbox mit von der Partie war.

Parrot im Windschatten von DJI

Die Franzosen setzen weniger als die Chinesen auf extrem hochauflösende Videobilder, sondern mehr auf den Spielspaß und innovative Steuerungen.

Das Gerät Bebop wird etwa per Tablet oder Smartphone durch die Luft navigiert. Per „Skycontroller“ kann der Hobbypilot die Reichweite sogar auf bis zu 2 km steigern.

Dabei kommen die Franzosen ursprünglich aus einer ganz anderen Richtung. Groß geworden ist der Konzern mit Freisprech-Einrichtungen und Navigations-Lösungen.

Kunden wie BMW oder Aston Martin setzen auf fest installierte Internet-Stationen und -Radios von Parrot.

Drohnen machen bereits 56% der Umsätze aus

Wenn Sie sich die Jahreszahlen von Parrot ansehen, wird schnell klar, woher das Wachstum kommt:

Im letzten Jahr sprangen die Umsätze auf 326,3 Mio. € nach oben (+33,78%). Im Geschäft mit den unbemannten Flugobjekten erzielte Parrot einen Erlössprung auf 183,4 Mio. € – und damit gut 100 Mio. € mehr als im Vorjahr.

Das entspricht einem Umsatzplus von 121%. Damit gingen 56% der Erlöse auf das Konto der Drohnen. Im Vorjahr waren es gerade einmal 34% der Grupppen-Erlöse.

Insgesamt verkauften die Franzosen über 1 Mio. Drohnen. Dabei gingen 85% der Drohnen an private Nutzer, lediglich 15% der Geräte gingen an kommerzielle Abnehmer.

Im Gegenzug wird auch aber klar, dass die restlichen Geschäfts-Bereiche nicht ansatzweise mithalten konnten.

Der zweitgrößte Bereich „Automotive“ (37,8% der Gesamt-Umsätze) verzeichnete einen Umsatz-Rückgang um immerhin 13% auf nunmehr 125,4 Mio. €.

Marge ist ausbaufähig

Auf der Margen-Seite ist bei den Franzosen allerdings noch Luft nach oben. Auch wenn das Vorsteuer-Ergebnis mit 2,1 Mio. € um 258% über dem Vorjahr lag, so betrug die EBIT-Marge gerade einmal 6,3%.

Unterm Strich stand ein minimaler Gewinn von 4 Cent je Aktie auf dem Papier. Besonders in Kontor schlagen bei Parrot die Marketing-Kosten, die immerhin bei 21,1% der Umsätze lagen.

Hohes Cash-Polster Dank Kapital-Erhöhung

Das Geschäft mit Drohnen zieht sehr hohe Entwicklungs-Kosten nach sich. Immerhin beschäftigt der Konzern von seinen knapp 1.100 Mitarbeiter 46% im Bereich Forschung und Entwicklung.

Das Geld für neue Produkte und die weitere Expansion hat sich Parrot im Dezember 2015 am Kapitalmarkt besorgt.

Insgesamt spülte die Kapital-Erhöhung 300 Mió. € in die Kassen. Firmen-Gründer Henri Sydoux partizipierte ebenso mit 90 Mio. € an der Kapital-Erhöhung und zeigt damit ein hohes Vertrauen.

Bei den Analysten fliegen die Franzosen aktuell eher unter dem Radar. Gerade einmal 2 Experten beobachten den Konzern. Die Kursziele liegen bei 28 € und 23,50 €.

Bei einem geschätzten Gewinn von 1,43 € je Aktie für das laufende Jahr ergibt sich ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von knapp 13.

22. März 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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