Passend zur Berkshire Hathaway-Hauptversammlung: Buffett übernimmt Heinz

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Warren Buffetts Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway übernimmt zusammen mit dem Finanzinvestor 3G den Ketchup-Hersteller Heinz. (Foto: Andriy Blokhin / Shutterstock.com)

Warren Buffett hat wieder zugeschlagen.

Der Übernahme-Sensor berichtete Ihnen Ende Januar, dass der Star-Investor mit einem Milliardendeal für Furore sorgen wird und noch vor der Hauptversammlung zugreifen könnte. Jetzt ist der Vorhang gefallen.

Warren Buffetts Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway übernimmt zusammen mit dem Finanzinvestor 3G den Ketchup-Hersteller Heinz. Inklusive Schulden hat der Deal ein Volumen von 28 Mrd. US-$ (ca. 21 Mrd. €).

Heinz: Idealer Buffett-Kandidat

Die Übernahme kommt überraschend, auch wenn Heinz bereits im Vorfeld potenzieller Buffett-Übernahme-Kandidat war.

Denn Buffett übernimmt oder beteiligt sich regelmäßig an Unternehmen mit einem einfach nachzuvollziehenden Geschäftsmodell. Buffett erklärte, dass der Deal ganz nach seinem Geschmack sei und das trifft es.

Zu Buffetts Beteiligungen zählen unter anderem Coca Cola und Gillette. Bei Heinz strebt Buffett allerdings nicht eine Beteiligung sondern die Komplett-Übernahme an. Nach dem Deal soll das Unternehmen von der Börse genommen werden.

Buffet finanziert – 3G übernimmt Leitung

Buffett erklärte dem US-Nachrichtensender CNBC, dass er bei dem Deal lediglich als Financier fungiert und die Leitung des Heinz-Konzerns den 3G-Profis überlässt.

3G Capital ist anerkannter Finanzinvestor, der sich auf die Nahrungsmittelbranche fokussiert hat. Unter anderem zählt die Fast Food-Kette Burger King zum 3G-Imperium.

Wie die Besitzverhältnisse nach der Übernahme aussehen, dazu schweigen die beiden Partner. Es wird angenommen, dass beide Seiten die Finanzierung mit Hilfe der Banken zu je 50% tragen.

Heinz-Aktionäre kassieren 20% Übernahme-Prämie

Obwohl die 28 Mrd. $ schwere Übernahme der größte Deal in der Nahrungsmittelbranche ist, konnten die an der Übernahme beteiligten Unternehmen die Verhandlungen bis zuletzt geheim halten.

Dementsprechend stark reagierte auch die Heinz-Aktie auf die Deal-Ankündigung. In einem schwächeren New Yorker Handel steigt das Papier um 20% auf 72,40 US $. Damit liegt die Aktie nur 10 Cent unter der Übernahme-Offerte.

Der Markt geht also davon aus, dass der Deal reibungslos über die Bühne geht. Der Heinz-Verwaltungsrat hat die Übernahme-Offerte bereits akzeptiert – im dritten Quartal soll die Übernahme abgeschlossen sein.

Treffen Sie Übernahme-Spezialist Warren Buffett in Omaha

Mit der Heinz-Übernahme dürfte Warren Buffett seinen Übernahme-Hunger noch nicht vollständig gestillt haben, da er ja «nur» als Financier auftritt.

Die Kasse seiner Beteilitungsgesellschaft Berkshire Hathaway ist prall gefüll. Es wäre überhaupt nicht verwunderlich, wenn 2013 vom «Orakel von Omaha» ein noch größerer Deal verkündet wird.

 

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Jens Gravenkötter
Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Der gewiefte Börsen-Profi Jens Gravenkötter verdankt seinen Erfolg nicht zuletzt seinem Wissen aus seiner Ausbildung zum Bankkaufmann und seinem Studium der Volkswirtschafslehre.

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