Patt, Patt, Patt…und am Horizont Rezession!

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Überall Stau! Aber der Stau löst sich irgendwann auf....Was und worauf Sie jetzt achten müssen, das verrrät Ihnen Michael Sturm (Foto: imagentle / shutterstock.com)

Egal, wohin Sie zurzeit schauen, überall beobachten wir eine Patt-Situation.

Brexit: Patt

Handelsstreit USA/China: Patt

Zinsen: Patt

Konjunktur: Patt

Beim Brexit kommt irgendwie keiner voran. Das Zerren und Zurren auf der Insel geht weiter. Im USA/China-Handelskonflikt schien es zu einer Lösung heranzureifen, doch irgendwie sind sich auch dort die beiden Lager noch nicht ganz einig. Ich glaube auch nicht, dass die Chinesen einfach so alles abnicken, was sich Trump&Co. da ausgedacht haben. Einigung vielleicht ja, aber in meinen Augen eher übergangsweise bzw. zeitlich begrenzt. Das ist weder Fisch noch Fleisch.

Bei den Zinsen sind FED und EZB zurückgerudert und haben Erhöhungen auf Eis gelegt. Zinssenkungen sind aber auf absehbare Zeit ebenfalls auszuschließen. Also auch hier Unentschieden.

Die Konjunktur zeigt ebenfalls zwei Gesichter. Auf der einen Seite Gegenwind durch niedrigere Produktions- und Einzelhandelsdaten, auf der anderen Seite ein starker Arbeitsmarkt und steigende Löhne. Die Konjunktur in den Emerging Markets zieht deutlicher an, die Konjunktur in den Developed Markets schwächt sich leicht ab.

Kein Wunder also, dass dies nur zu einem Resultat führen kann:

Aktienmärkte: Auch Patt!

Ich erwarte zunächst monatelang Ruhe und dann sogar Rezessionsgefahr!

Ich sehe eine inverse Zinskurve in den USA! Die Zinsen für 10-jährige US-Anleihen sind wieder gesunken und mit mittlerweile 2,41% niedriger als die 6-Monatszinsen.

Und immer, wenn sich in der Vergangenheit die Zinskurve umgekehrt hat, glitten die USA 6-18 Monate später in eine Rezession! Das ist bisher ohne Ausnahme so geschehen. Natürlich bestätigen Ausnahmen die Regel, aber ich sehe auch keine besonderen Konjunkturkicks mehr in naher Zukunft. Die EZB hat Ihr Pulver verschossen, die FED müsste wieder um 180 Grad wenden und die Chinesen stecken im Wandel von Exportwunder zu Binnenmarkt-Konjunktur. Lediglich die Emerging Markets könnten von der Währungssituation profitieren und Ihren Aufschwung fortsetzen.

Mein Fazit:

Patt! Zumindest für die nächsten Monate weder Sekt noch Selters!

Werfen wir einen Blick auf den kurzfristigen 1-Monatschart vom DAX-Index:

DAX-Chart 1 Monat (Stundenbalken)

Aufwärtstrendkanal dynamisch zerstört!

Das kurzfristige 1-Monats-Chartbild vom DAX-Index zeigt Ihnen den ehemaligen schmalen Aufwärtstrend (blauer Trendkanal). Diesen kurzfristigen Trendkanal hat der DAX nach dem Abwärts-GAP (Kurslücke) deutlich nach unten verlassen. Was allerdings schon ein wenig negativ überrascht, ist die Tatsache, dass er sogar unter die Unterstützungslinien bei 11.425/50 gerauscht ist (grüne Linien). Diese fungieren demnach nun als Widerstand!

Mehr ist aus dem Kurzfristchart nicht herauszulesen. Dass Sie diesen scharf anmutenden Rücksetzer im DAX nicht ganz so dramatisch sehen müssen, wird aus dem mittelfristigen Chart vom DAX-Index klar:

Dax30 – Der Wochenrückblick…

Dax30 – Der Wochenrückblick…Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe des Video-Newsletters „John Gossens Daily Dax“. Täglich analysiere ich für Sie den Dax Index und einen Dax30 Einzeltitel. Volatile aber positive Handelswoche Es war… › mehr lesen

DAX-Chart 1 Jahr (8-Stunden-Balken)

Wie erwartet abgeprallt!

Ich habe Ihnen im mittelfristigen Chartbild den mustergültigen mittelfristigen Abwärtstrendkanal (dunkelroter Trendkanal) eingezeichnet. Der DAX hat sich von der Unterseite sehr gut nach oben arbeiten können, aber die obere Begrenzung dieses seit über 15 Monaten gültigen Abwärtstrendkanals nicht geknackt

Das dieses Unterfangen auch nicht direkt beim ersten Angriff auf die obere Trendbegrenzung gelingt, davor habe ich Sie hier mehrmals gewarnt. Es ist auch nicht weiter schlimm oder negativ zu interpretieren.

Aber Sie sehen im Chartbild eine jetzt wichtige Marke, die dann nicht durchbrochen werden sollte!

Die 11.000 bitte beachten!

Nach der Kehrtwende an der 11.800er Marke fiel der Index bis etwa 11.300 Punkte. Aber die wichtige Unterstützungsmarke ist die 11.000 (blaue Unterstützungslinie)!

Das bedeutet für Sie: Sollte der DAX diesen Punkt unterschreiten, wird es nochmal spannend! Denn ein Test der alten Tiefststände von Ende Dezember stünde uns bevor!

Gehen Sie aber mal davon aus, dass auch die 11.000er Marke zunächst nicht unterschritten wird, wenn nicht irgendwelche negativen Überraschungen von politischer Seite geschehen!

Zum Schluss noch ein kurzer Blick auf den langfristigen Chart vom DAX:

DAX-Chart 10 Jahre (Wochenbalken)

Zwischen 10.250 und 11.800 gefangen!

Im langfristigen Chartbild bestätigt sich die Analyse der vorhergehenden Zeitabschnitte.

11.800 (oberer grüner Widerstand) sind aktuell das Maximum der aktuellen Bewegungsphase. Ein Überwinden würde massives Aufwärtspotenzial eröffnen. Nach unten steht die Tiefpunktmarke von Ende Dezember bei etwa 10.250 Punkten als Boden.

FAZIT:

Pattsituation. Gehen Sie von einer schwankenden Seitwärtskonsolidierung aus!

Erst über 11.800 Punkte Long gehen!

Sollte aber wider Erwarten die 11.800 tatsächlich geknackt werden können, dann dürfen Sie mit weiter deutlich ansteigenden Kursen rechnen.

Ich erwarte eher ein Verharren und eine Seitwärtskonsolidierung mit Ausbildung eines zweiten Legs in Anlehnung an eine W-Bodenformation!


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Michael Sturm
Von: Michael Sturm. Über den Autor

Tauchen Sie ein in die neue Dimension des Handelns an der Börse. Mit seinen Börsendiensten 30-Prozent-Trader und 5-Minuten-Trader arbeiten mehr als 2 Jahrzehnte Erfahrung und geballte Leidenschaft für die Finanzmärkte für Ihr Depot. Seine ebenso ungewöhnlichen wie erfolgreichen Trading-Strategien sind dabei stets geprägt von Michael Sturms Motto: Gewinnen mit Verstand und ruhiger Hand!