Paukenschlag bei Amazon: Bezos räumt Chefposten

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Der US-Handelsriese Amazon hat gestern phänomenal starke Zahlen vorgelegt und hat zukünftig mit Andy Jassy einen neuen Chef, der den Posten von Jeff Bezos übernimmt. (Foto: Sundry Photography / shutterstock.com)

Gestern Abend hat der US-Handelsriese Amazon die mit Spannung erwarteten Zahlen für das wichtige Schlussquartal des Geschäftsjahres 2020 vorgelegt. Das Schlussquartal bei Amazon ist deshalb besonders wichtig, weil es das starke Weihnachtsgeschäft sowie den sogenannten Cybermonday beinhaltet.

Obwohl die Zahlen phänomenal stark ausgefallen sind und die Markterwartungen weit übertrafen, wurden sie schnell zur Nebensache. Der Grund: Amazon-Chef und -Gründer Jeff Bezos zieht sich zum Ende des 2. Quartals dieses Jahres vom Chefposten zurück, um sich mehr um andere Projekte kümmern zu können. Er bleibt dem Unternehmen aber in anderer Funktion erhalten.

Bezos-Nachfolger steht schon fest

Ein Nachfolger steht auch schon fest: Es ist Andy Jassy, der derzeitige Chef der für Amazon immer wichtiger werdenden Cloud-Sparte. Das ist aus meiner Sicht eine gute Nachricht. Denn er ist ein langjähriger Weggefährte von Bezos und ausgewiesener Experte des Geschäftsmodells von Amazon. Insofern gilt die Nachfolge intern auch als keine große Überraschung.

Nachdem sich Jeff Wilke, der das Einzelhandelsgeschäft verantwortete, zum Jahresbeginn in den Ruhestand zurückzog, war Jassy bereits der zweithöchste Manager im Konzern. Zugleich kam Jassy zu Gute, dass er als offen für neue Ideen gilt.

Deutlich über 100 Mrd. US-Dollar Umsatz im Schlussquartal

Blicken wir nun auf die Zahlen: Amazon hat im Schlussquartal 2020 nicht nur erstmals in der Unternehmensgeschichte einen Quartalsumsatz von über 100 Mrd. US-Dollar erzielt. Vielmehr hat das Unternehmen mit 125,6 Mrd. US-Dollar Umsatz die runde 100-Mrd.-Dollar-Marke geradezu pulverisiert.

Gegenüber dem Vorjahresquartal legte der Umsatz damit um satte 44% zu. Den Nettogewinn konnte Amazon in den letzten 3 Monaten des vergangenen Jahres auf 7,2 Mrd. US-Dollar ausbauen und damit mehr als verdoppeln. Im Gesamtjahr 2020 verdiente der Konzern 21,3 Mrd. US-Dollar, was einem Anstieg von 84% und einer neuen Bestmarke entspricht.

Der größte Gewinntreiber bei Amazon ist nicht die umsatzstärkste Online-Handels-Sparte, sondern das bereits angesprochene Cloud-Geschäft mit IT-Services und Speicherplatz im Internet. Amazons Cloud-Plattform AWS, die von vielen Unternehmen und Apps genutzt wird, erhöhte den Quartalsumsatz um 28% auf 12,7 Mrd. US-Dollar und das Betriebsergebnis um 27% auf 3,6 Mrd. US-Dollar.

Amazon-Aktie im Fokus

Die Amazon-Aktie gab gestern zunächst nachbörslich nach, um dann doch in die Pluszone vorzudringen. Angesichts der phänomenalen Zahlen hätte das Plus aus meiner Sicht aber deutlich größer ausfallen müssen. Die Ankündigung von Jeff Bezos, den Chefposten demnächst räumen zu wollen, belastete den Kurs der Amazon-Aktie.

Für längerfristig orientierte Anleger bietet sich an schwachen Börsentagen eine gute Einstiegsgelegenheit. Denn schon Microsoft und Apple haben gezeigt, dass es ohne Bill Gates und Steve Jobs weitergeht und die Tage, an denen Gates und Jobs ihren Hut nahmen, waren aus heutiger Sicht hervorragende Kaufgelegenheiten bei Microsoft und Apple.

Der abschließende 10-Jahres-Chart von Amazon zeigt Ihnen, dass die Aktie auf längere Sicht ohnehin nur eine Richtung kennt: von links unten nach rechts oben.

Quelle: www.aktienscreener.com/rolf-morrien

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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands und teilt seine Expertise bereits seit rund 20 Jahren als Chefredakteur von „Morriens Depot-Brief“ (für den erfolgreichen Börsenstart), dem „Depot-Optimierer“ (Vermögensaufbau mit Value-Ansatz) und von „Rolf Morriens Power Depot“ (dynamisches Trading-Depot) sowohl mit Börseneinsteigern als auch mit ambitionierten Privatanlegern.

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